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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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Nektarien sind zwischen dem verdickten Grunde der benachbarten Staubfäden halbverborgen und wegen desdichten Standes der Blüten nur von oben her leicht zugänglich. Die Blüten weisen nicht selten Missbildungena uf; so verwachsenblätterige (gamopetale) Krone, petaloi'de Ausbildung des Kelches bei gleichzeitiger Verlaubung" e r Krone, am Rande Antheren tragende Kronblätter usw.

Peltaria alliacea ist ein pontisch-illyrlscher Typus, der in Nieder- und Oberöstereich den Charaktereines xerothermen Reliktes annimmt. Im Berglande von Unterkrain erscheint die Pflanze auch ausserhalb desillyrischen Florengebietes ähnlich wie Oryzopsis virescens, Erythronium dens canis, Ornithogalum Pyrenaicum,kpimedium alpinum, Scopolia Carniolica, Peucedanum Austriacum etc.

CCCXXIV. AlHäria 1 ) Scop. [nee Rumph.] (= Sisymbrium sect. Alliaria Ledeb.).

Lauchkraut, Knoblauchsrauke.

Zweijährige bis ausdauernde Kräuter mit aufrechtem, beblättertem Stengel. Laub-blätter gestielt, gezähnt. Haare stets einfach. Eiweissschläuche chlorophyllführend, imMesophyll der Laubblätter. Kelchblätter abstehend, nicht gesackt. Kronblätter weiss, ge-nagelt. Staubfäden einfach, abgeflacht; um den Grund der kurzen Staubfäden je eineringförmige Honigdrüse (Taf. 125, Fig. 21), die mit den grossen medianen (ausserhalb derStaubfäden gelegenen) Drüsen zu einem geschlossenen Ring verbunden sind. Fruchtknotensitzend; Griffel deutlich, kegelförmig, mit kleiner, gestutzter (nicht gelappter) Narbe. Fruchteine zweiklappig aufspringende, 4-kantige, etwas zugespitzte Schote; Klappen gewölbt, voneinem stark vorspringenden Mittelnerv und 2 schwächeren Seitennerven durchzogen. Scheide-wand zart, nahe den Rahmenstücken von je einem dünnen Längsnerv durchzogen,ihre Oberhaut-zellen unregelmässig vieleckig mit dünnen, geraden oder etwas welligen Wänden. Samen in jedemFach l-reihig,fast walzlich (im Querschnitt kreisrundlich), gestreift. Keimling rückenwurzelig, mitfast flachen Keimblättern; Würzelchen in eine Furche des anliegenden Keimblattes eingesenkt.

Die Gattung wurde früher meist mit Sisymbrium vereinigt, von welchem Genus sie jedoch hauptsächlichdurch die im Mesophyll gelegenen Eiweissschläuche, die kleine, gestutzte Narbe und den Bau des Samens erheblichabweicht. Von Erysimum unterscheidet sie sich leicht durch die einfachen Haare, die weissen Blüten und das ab-weichende Verhalten der Honigdrüsen A. v. H ay ek bringt Alliaria (trotz der einfachen Haare und der abweichen-den Lage der Keimblätter) in nächste Beziehung zu Arabis, mit welcher Gattung sie im Verhalten der Eiweiss-schläuche und meist auch der Honigdrüsen übereinstimmt. Die Gattung umfasst 5 Arten, die in Europa, inWest-, Zentral- und Ost-Asien, sowie in Nord-Afrika beheimatet sind; in Europa nur unsere Art.

1226. Alliaria officinälis Andrz. (= Erysimum Alliaria L., = Sisymbrium Alliaria Scop.,585 Sisymbrion alliärium St. Lager, = Hesperis Alliaria Lam., Pallavicinia Alliaria Cocconi, Alliaria Alliaria Huth, Britton, = Crucifera alliaria Krause, = Erysimum alliaceumSalisb., = Hesperis alliaceaLam." sec. Cosson, = A. alliacea Rendle et Britten nee O.Kuntze, = Erysimum cordifölium Pallas, Stokes, = Arabis petiolata M. Bieb., = Si-symbrium truneätum Dulac, = A. Matthioli et A. Füchsii Rupr., = Sisymbrium officinaleM. K. [nee Scop.] sec. Hagenb.). Gemeines Lauchkraut, Knoblauch-Hederich. Franz.:Alliaire, herbe ä l'ail; engl.: Garlic-mustard, sauce alone, nur sauce, Jack by the hedge,english treacle; ital.: Alliaria, lunaria selvatica, rimandria, pie d' asino. Taf. 128, Fig. 6

und Fig. 769.

Nach dem starken Knoblauchsgeruch heisst dieser Kreuzblütler Kn oblauch kr aut (Schwab. Alb),wilde Chnoblech (Schweiz). Im Nahegebiet nennt man die Pflanze Hase kehl [= kohl], in der EifelBlöderkraut (= Blatterkraut); in Baden führt sie den Namen falscher Waldmeister.

Zweijährig oder durch Bildung von Adventivknospen (Wurzelsprossen) auf denWurzeln ausdauernd, (15) 20 bis 100 cm hoch, mit spindelförmiger Wurzel, beim Zerreibenstark nach Knoblauch riechend. Stengel aufrecht, beblättert, meist unverzweigt, kräftig,

*) Von lat. ällium = Lauch (vgl. Bd. II, pag. 213); wegen des knoblauchartigen Geruches der zer-riebenen Pflanze.