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stattgefunden hat. — Die medizinischen Eigenschaften sind denjenigen der C. officinalis ähnlich; die Pflanzefindet gleichfalls als Antiskorbuticum, sowie als Salatpflanze Verwendung.
Auch C. Danica soll mit C. officinalis (und C. Anglica?) durch (hybride?) Uebergangsformen ver-bunden sein (vgl. Focke, Pflanzenmischlinge [1881], pag. 39 bis 40), die z.B. Alefeld (1866) veranlasst haben,die beiden Arten zu einer einzigen zu vereinigen. Der Bearbeiter hat solche Zwischenformen nicht gesehen;immerhin muss zugegeben werden, dass Zwergformen der beiden Arten mit verkümmerten Stengelblättern(= C. Groenlandica L., vgl. pag. 137) hinsichtlich ihrer Zugehörigkeit zur einen oder andern Art oft schwerbestimmbar sind. So nähert sich C. micäcea 1 ) Marshall, die von H. und J. Groves (in Babington Man. ofBrit. Bot. ed. 9 [1904], pag. 35) als Abart zu C. alpina Wats. gezogen wird, durch die am Grunde kaum merklichgeöhrten Stengelblätter morphologisch stark der C. Danica.
Unter der Bezeichnung C. Anglica L. x C. officinalis L. (vgl. pag. 140) können Zwischenformenzwischen den beiden Arten mit mischkörnigem Pollen zusammengefasst werden, wie solche sich nach Krause(a. a. O.) nicht selten an der westlichen Ostsee bis Wismar und im Binnenlande bei Brüel (Suiten) in Mecklen-burg finden; am letztern Orte kommt heute keine reine Art mehr vor. Zu diesem Bastard, der wohl überallim gemeinsamen Verbreitungsgebiet der beiden Stammarten auftritt, gehören vielleicht (nach den Beschreibungen zuschliessen) C. officinalis var. aestuäria Lloyd, C. Anglica var. pseudo-officinälis Boll und var. Hörtü Syme.
CCCXXII. Kernera 2 ) Medikus. Kugelschötchen.
Ausdauernde Alpenpflanzen mit grundständiger Laubblattrosette und beblättertem(bei einer Art stark verkürztem) Stengel. Laubblätter (wenigstens die Grundblätter) undStengel (mindestens unterwärts) mit borstlichen, einfachen, etwas kegelförmig verjüngten,sehr spitz zulaufenden, aufwärts angedrückten Haaren besetzt. Eiweissschläuche sehr zahl-reich im Mesophyll der Laubblätter, oft auch an den Leitbündeln. Blütenstände zuweilenbeblättert. Kelchblätter abstehend, am Grunde nicht gesackt. Kronblätter weiss, benagelt(Fig. 768f). Staubblätter 6 (Taf. 128, Fig. 5a). Staubfäden einfach; die 4 längeren S-förmiggebogen (Fig. 768). Zu beiden Seiten der kurzen Staubfäden je eine kleine, dreieckigeHonigdrüse. Fruchtknoten sitzend oder kurz stielartig-zusammengezogen. Griffel kurz;Narbe fast scheibenförmig, gestutzt bis schwach 2-lappig. Frucht schötchenförmig, fastkugelig (Taf. 128, Fig. 5 b), breit ellipsoidisch, eiförmig oder verkehrt-eiförmig, bei derReife 2-klappig aufspringend; Klappen stark gewölbt, hart (fast holzig), mit oder ohneMittelnerv, sehr schwach netzaderig. Scheidewand breit, rundlich oder + elliptisch bisverkehrt-eiförmig (Taf. 128, Fig. 5c), oberwärts oft durchlöchert, reichlich netzfaserig, mitvielseitigen Oberhautzellen. Samenanlagen etwa 5 bis 8 (12) pro Fach, 2-reihig angeordnet,oft nicht alle zur Weiterentwicklung gelangend. Samen klein, rundlich-eiförmig oderbreit-ellipsoidisch, zusammengedrückt (Taf. 128, Fig. 5d), ohne Flügelrand (nur an der Spitzeetwas berandet). Samenschale fast glatt (nur sehr schwach runzelig), bei Benetzung nichtverschleimend. Keimling meist Seiten-, seltener rückenwurzelig (vgl. Fig. 746 m und n). Keim-blätter flach, mit :ihrem stielartigen Grunde etwas über die Krümmung des Keimlingshinüb ergr eif en d.
Zu dieser Gattung gehören nur die beiden folgenden in den Gebirgen von Mittel- und Südeuropabeheimateten Arten.
1. Stengel verlängert, meist 10 bis 40 cm hoch. Blütenstand locker traubig, meist ohne Tragblätter(Taf. 128, Fig. 5). Kelchblätter kahl, breit-hautrandig, nach dem Verblühen abfallend. Fruchtklappen mit biszur oder über die Mitte deutlichem Mittelnerv...............K. saxatilis nr. 1223.
1*. Stengel sehr kurz, 2 bis 4 cm hoch, die Grundblätter nicht oder kaum überragend. Blütenstandgedrungen, fast doldentraubig (Taf. 128, Fig. 7). Blütenstiele mit Tragblättern. Kelchblätter auf dem Rückenbehaart, schmal-hautrandig, bis zur Fruchtreife bleibend. Fruchtklappen ohne Mittelnerv. . K. alpina nr. 1224.
J ) Nach dem Vorkommen auf glimmerhaltigem Boden benannt.
2 ) Von Medikus 1792 nach J. S. Kerner, 1755 bis 1830, einem wenig bekannten württembergischenBotaniker, Verfasser einer Flora von Stuttgart (1786), benannt.