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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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Fig 1 . 766. Cochlearia Ang-lica L. a Habitus ('/3 natürl. Grösse), b Frucht-stand, c Frucht (etwas vergrössert). Cochlearia Danica L. d, e Habitus./ Reife Frucht.

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mit tief herzpfeilförmig-geöhrtem Grunde stengelumfassend. Blüten in anfangs halbkugeliggedrängten, später sich streckenden Blütenständen, weiss, grösser als bei den übrigenArten. Kelchblätter elliptisch, weiss -hautrandig, 2 1 /« bis 3 mm lang, oft etwas purpurn

überlaufen. Kronblätter meist5V 2 bis 672 (7) mm lang, 2 bis272 mm breit, verkehrteiförmig-keilig, in einen kurzen Nagelzusammengezogen. Fruchtständeverlängert (Fig. 766b), ziemlichlocker; Fruchtstiele dick, kantiggefurcht, unter 45° abstehend bisaus- oder selbst abwärts gebogen;die unteren oft etwas länger, dieoberen so lang bis etwas kürzerals die Frucht. Letztere im Um-riss breit elliptisch (Fig. 766 c),beiderends stumpf, etwa 8 bis16 mm lang, über der schmalenScheidewand stark eingeschnürt-gefurcht (namentlich oberseits),ihre Hälften stark aufgeblasen-gedunsen, bei der Reife sehr deutlich erhaben netzaderig.Scheidewand elliptisch-, länglich- oder sichelförmig-lanzettlich (etwa 1:3 bis 5), beiderendsspitz zulaufend, durch den ansehnlichen ( 2 /s bis P/2 mm langen) Griffel bespitzt. Samenmeist 5 bis 6 pro Fach, rundlich- oder eiförmig-ellipsoidisch, etwa 2 bis 272 mm lang,massig stark zusammengedrückt; Samenschale rotbraun, fein stumpfhöckerig-warzig.V bis VII.

Hin und wieder an der Nord- und Ostseeküste (auch in die Flussmündungen vor-dringend) und auf den ostfriesischen Inseln (vgl. Bd. III, pag. 383), auf Aussenweiden undan Grabenrändern; ziemlich verbreitet in Hannover, Oldenburg, Bremen (an der Weseraufwärts bis zum Strohhauser und Drepte-Siel; an der Elbe bei Kuxhaven häufig, aufwärtsbis Neuhaus), in Schleswig-Holstein, Mecklenburg, Pommern (nur bei Stralsund); selten imBinnenland, z. B. in Mecklenburg (früher bei Brüel in einer wohl hybriden Ueber-gangsform zu C. officinalis = var. pseudo-officinalis Boll). Einmal (1909) verschleppt imHafen von Mannheim. Fehlt in Oesterreich und in der Schweiz vollständig.

Allgemeine Verbreitung: Küsten des nördlichen Atlantischen Ozeans undder Nordsee (West- und Nord-Frankreich [aus Belgien irrig angegeben], Niederlande,westliches Nord-Deutschland, Dänemark, Norwegen, Grossbritannien, Island); angeblich auchin Südost-Schweden, Finnland und Lappland; arktisches Nord-Amerika. Verwandte, vielleichtnicht spezifisch zu trennende Formen kommen im arktischen Europa und Asien vor.

In typischer Ausbildung, namentlich im Stadium der Fruchtreife, ist C. Anglica von der ihr zunächstverwandten C. officinalis, mit der sie auch die medizinischen Eigenschaften gemeinsam hat, in der Regel leichtdurch die oben genannten, nach Focke samenbeständigen Merkmale zu unterscheiden. Indessen treten nichtselten Uebergangsformen auf, die die Trennung der beiden Arten erschweren und neueren Schriftstellern (soGriewank, der 1856 die beiden als C. Linnaei vereinigte, und Ascherson und Graebner, 1898) Ver-anlassung geboten haben, sie als Formen einer und derselben Spezies zu betrachten. Da jedoch die Ueber-gangsformen in der Regel nur im Verbreitungsgebiet der beiden Arten vorkommen (vgl. z. B. J. T. Boswellin Journ. of Bot. XIV. [1876], pag. 275/76) und ausserdem nach E. H. L. Krause (in Sturm Fl. v. Deutschi.2. Aufl. VI [1902], pag. 57) durch mischkörnigen Pollen ausgezeichnet sind, liegt es nahe, jene Formen mitFocke (Pflanzenmischlinge [1881], pag. 39 bis 40) als Bastarde zu deuten.