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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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wohl auch im Norden: Grossbritannien, Skandinavien usw.). Zerfällt bei uns in 2 Rassen: var. eu-PyrenäicaThellung (= C. Pyrenaica DC. sens. strict., = C. officinalis Maly pro parte). Pflanze meist kräftig, etwa15 bis 30 (50) cm hoch. Stengel in der Regel ästig und reichbeblättert. Grundblätter meist nierenförmig, oftbreiter als lang, in der Regel beträchtlich grösser als die Stengelblätter, am Grunde deutlich ausgerandet.Stengelblätter dreieckig-eiförmig bis rundlich, die meisten eckig gezähnt. Kronblätter oft etwas über 5 mmlang. Fruchtstand locker; untere Fruchtstiele meist etwas länger als die Frucht. So in den tieferen undmittelhohen Lagen des mitteleuropäischen Verbreitungsgebietes der Unterart. In Deutschland 1 ) bei derEmmaburg unweit Altenberg bei Aachen [sowie im angrenzenden Belgien und angeblich in Luxemburg]; anden Almequellen bei Brilon (Westfalen) und an der Alme bis unterhalb Niederalme, sowie bei Warstein; inBaden vielleicht bei Wertheim und im Bodenseegebiet (vgl. subsp. eu-officinalis); in Württemberg ausdrücklichnur bei Isny (Oberamt Wangen) angegeben, aber wohl weiter verbreitet (vgl. subsp. eu-officinalis); in Bayern(hier die weitaus vorwiegende Form, aber mit zahlreichen Uebergängen zu subsp. eu-officinalis) 2 ) ziemlichverbreitet 3 ) in den Salzburger Alpen (zwischen Berchtesgaden und Schellenberg), auf der oberen Hochebene(Kempten, Grönenbach, Ottobeuern, Memmingen, Untrasried, Kaufbeuren, Steingaden, Thalham, Glonn,Rosenheim, Wasserburg, Gars, Waging, Törring, Tachicg, Tengling, Laufen, Burghausen), auf der unterenHochebene (Breitenthal im Günztal, Dinkelscherben, Zusmarshausen, Haselbach bei Rain, bei Aichach, Schroben-hausen, Reichertshofen, Altötting, Mühldorf), im nördlichen Bayern im Juragebiet (Steinensittenbach bei Hers-bruck, Artelshofen, Thalheim, Griesmühle; früher auch bei Pommelsbrunn, Rödenstatt und Kucha) und in derRhön (Oberweissenbrunn unweit Bischofsheim). In Oesterreich in den Gebirgen von Niederösterreich(in den Kalkvoralpen zerstreut von Pernitz bis an die steierische Grenze und längs derselben bis zum Dürren-stein; herabgeschwemmt an den Oetschergräben 700 bis 500 m), in Oberösterreich, in Steiermark (Täler dernordöstlichen Kalkalpen: Wildalpen, Grünau und Salzaleiten bei Mariazeil, Höllenseige in der Terz und beiFrein, Mürzsteg an der Stillen Mürz gegen dasTote Weib" und im Brunnengraben, Neuberg am Eingang indie Krampen). Kärnten? (vgl. var. excelsa). In der Schweiz in der Voralpen-Region im Kanton Freiburg(Ganterisch-Kette) und im Berner-Oberland (Ganterischseeli 1575 m und Schwefelbergbad, Quelle am N.-W.-Fuss des Widdergrinds [Stockhornkette], Eriz bei den Wasserfällen [früher in Menge, jetzt durch Ausgrabenwohl ausgerottet], Justistal, Kandersteg, Rosenlaui); einzelne Exemplare nähern sich der rar. excelsa. var.excelsa (Zahlbr.) Thellung 4 ) (= C. excelsa Zahlbr., = C. Grcenlandica Host, Hoppe in Flora XIV. 2. [1831],pag. 462, Rchb. nee L., = C. officinalis Maly pro parte, Pacher nee L., = C. Pyrenaica Koch pro parte,Pernh. nee DC., = C. officinalis var. Pyrenaica Alef. ? nee Gren. et Godr.). Pflanze niedrig (etwa 10 bis 15 cmhoch), schlank. Stengel meist einfach oder kaum verzweigt, armblätterig. Grundblätter klein (meist nichtgrösser als die Stengelblätter), dreieckig bis rhombisch, mit meist herzförmigem Grunde. Stengelblätter ei-förmig bis rhombisch, meist ganzrandig. Fruchtstand meist kurz und dicht; auch die unteren Fruchtstielehöchstens so lang als die Frucht. VII, VIII. Alpine Rasse der Unterart. Sehr selten an feuchten, quelligenStellen der Krummholz- und Hochalpenregion, von 1900 bis 2400 m in den Alpen von Steiermark (SeckauerZinken an der N.-Seite des Gipfels und gegen den Hagenbachgraben; Eisenhut, Diesingsee) und Kärnten (Koralm,Saualm am sog. Kapplerbrunnen; von Pacher 1885 als C. officinalis aufgeführt, von Fritsch zu C. excelsagerechnet); ferner in den Karpaten (nach v. Hayek Sched. fl. stir. exs. 9./10. Lief. [Dez. 1906], pag. 13 unterNr. 432). Hayek spricht dieser Rasse eine interglaziale Herkunft zu und weist auf die nahen Beziehungen derFlora der östlichen Alpen mit derjenigen der Karpaten hin. Aehnlich verhalten sich in den Ostalpen Ranunculuscrenatus (Bd. III, pag. 569), Viola Sudetica, Saxifraga hieraeiifolia und Wulfeniana, Anthemis Carpatica etc.

Cochlearia officinalis zeichnet sich durch eine hochgradige Unempfindlichkeit gegen Frost aus, wasangesichts ihrer saftreichen, glatten Blätter, die ein Erfrieren schon bei geringer Kälte erwarten Hessen, über-raschen muss; tatsächlich vermag sie nach Kern er die tiefsten Kältegrade ohne Nachteil zu ertragen. Einextremes Beispiel dieser Art bietet die verwandte C. fenesträta R. Br. (= C. fenestralis Kerner, = Eutrema 5 )Rössii Sprengel), eine Pflanze Spitzbergens, des arktischen Sibiriens und Nordamerikas, die Kjellman im Winter1878/79 am Winterhafen derVega" bei Pitlekaj in Nordsibirien auf einem schutzlos den Winden preis-gegebenen, schneefreien Strandhügel antraf, wo sie mit Knospen und offenen Blüten vom Frost überrascht

') Vgl. Beckhaus -Hasse Fl. Westfal. (1893), pag. 163 und Aug. Schulz in 40. Jahresber. d. Westfäl.Prov.-Ver. f. Wissensch. u. Kunst (Bot. Sekt.) für 1911/12 (1912), pag. 170.

2 ) Als sicher zur subsp. eu-officinalis gehörig bezeichnet A. Schwarz nur die Pflanzen von Augsburgund von Simbach (s. oben); diejenige des Haselbacher Moores scheint eine Uebergangsform zu sein.

3 ) Im Bezirk Friedberg ist die Pflanze seit 1908 gesetzlich geschützt.

*) Diese Rasse ist vielleicht von der nordischen var. minor Pers. (sub C. officinali) nicht genügendverschieden; vgl. oben pag. 137 und Fussnote 1.

5 ) Gr. so [eu] = schön und zgfjfAa [trema] = Loch, Oeffnung; wegen der zierlich durchlöchertenScheidewand dieser Art.