137
Allgemeine Verbreitung: Strandgegenden von West- und Nordeuropa (auchIsland, Spitzbergen und Nowaja Semlja); felsige und quellige Stellen in Mitteleuropa (fehltdem mediterranen Süd-Europa; in Nord-Italien angegeben, aber wohl nur verwildert);arktisches Nordamerika; nahe verwandte Formen auch in Nord-Asien.
Zerfällt in 2 Unterarten: I. subsp. eu-officinälis Aschers, et Graebner emend. (= C. officinalis L.se ns. strict., = C. Linn&i a) officinalis Ascherson, = Cruci'fera cochlearia b) officinalis Krause, = Cochleariaflagrans Gilib., = C. renifölia Stokes, = C. vulgaris Bubani, = C. officinalis var. maritima Gren. et Godron, = var.microrrhi'za Schur?, = var. vulgaris Alef., = var. typica Beck, = var. vera Beckhaus-Hasse). Frucht kugeligoder eiförmig, beiderends oder wenigstens am Grunde abgerundet-stumpf; die unterern beträchtlich kürzer(meist kaum l fa so lang), die oberen etwa so lang als der (in der Regel unter 60 bis 90° abstehende)Fruchtstiel. Fruchtstand meist ziemlich kurz und dicht. Kronblätter etwa (3) 4 bis 5 mm lang. GrundblätterEndlich, am Grunde gestutzt oder (schwach-) herzförmig. Pflanze meist 2-jährig oder infolge der Vermehrungdurch unterirdische Knospen auch ausdauernd, mit dünner Wurzel, in der Regel kräftig, etwa 20 bis 30 cm"Och. — Wildwachsend in den Küstengegenden (auf Salzwiesen, Aussenweiden, an Grabenrändern, sumpfigenstellen usw.) und an salzhaltigen, sumpfigen Stellen des Binnenlandes; ferner häufig (namentlich früher) inApotheker- und Gemüse-Gärten als Arzneipflanze gezogen und gelegentlich daraus verwildernd. In Deutsch-end an der Küste der Nordsee nicht überall, aber gesellig, am häufigsten in Schleswig-Holstein (auch ver-wildert, z. B. an der Elbe bei Blankenese), an der Küste der Ostsee in Schleswig-Holstein (mit Sicherheit nurar n Barsbecker See bei Kiel), in Mecklenburg (Salzwiesen an der Wismarischen Bucht nicht selten), in West-Preussen (nur vorübergehend verschleppt auf der Westerplatte bei Danzig, Pillau). Ausserdem selten an salz-haltigen Stellen des Binnenlandes im westlichen Ober-Weser-Emsbezirk (Dissen [Rothenfelde] zwischen Osna-brück und Bielefeld, Salzuflen [Lippe], Salzquelle bei Pyrmont [Indigenat hier etwas zweifelhaft]), ferner sicherwild im Salzgebiet der Wetterau (Soden am Taunus); verwildert oder verschleppt auch in Westfalen (Hattingenu nd Annen). Aus Süd-Deutschland ist die subsp. eu-officinalis mit Sicherheit nur als Kulturflüchtling bekannt, soaus dem Elsass (zur Kirschleger 's Zeiten [um 1850] hin und wieder), aus Baden (verwildert ehedem nach Gmelin[1808] bei Karlsruhe, neuerdings am Neckar bei Ilvesheim und Wieblingen und bei Mannheim; ferner bei Wert-heim und im Bodenseegebiet bei Pfullendorf, Klosterwald, Heiligenberg usw.; ob hier nicht subsp. Pyrenaica?),aus Württemberg (Dörzbach; Kirchener Tal; Risstissen, Erisdorf, Krauchenwies, Biberach, Ochsenhausen, Guten-ze ll, Mühlhausen, Wolfegg, Weissenbronnen, Roth, Ravensburg, Weingarten, Isny; ein Teil der Vorkommnissedürfte sich auf die subsp. Pyrenaica beziehen und wäre demnach als ursprünglich wild zu betrachten), ausBayern (Augsburg, Simbach am Inn und wohl noch anderwärts [vgl. subsp. Pyrenaica]; auch gebaut, z.B. beiRegensburg, Schweinfurt) [die übrigen Angaben aus Süd-Deutschland sind wohl durchwegs auf die UnterartPyrenaica zu beziehen; siehe dort!]. In Oesterreich gelegentlich verwildert beobachtet, so vielleicht inNiederösterreich zwischen Moosbrunn und Mitterndorf unweit Wien (die Pflanze dieses Fundortes ist starkv ariabel und nähert sich in manchen Exemplaren mehr der subsp. eu-officinalis, in andern mehr der subsp.Pyrenaica!); weitere Fundorte sind festzustellen [die Angabe aus Tirol (Fassa) neuerlich nicht bestätigt]. In derSchweiz früher als verwildert angegeben aus dem Birstal bei Basel, von Moutier-Grandval und Pierre' ertuis (Berner Jura), [Pontarlier (Französ. Jura)], Baden im Aargau, Bex (Waadt) und Massongex (Wallis).~~ Aendert ab: f. p arv i s f li qu a Thellung. Frucht sehr klein, kaum 3 mm lang (Nordseestrand).
IL subsp. Pyrenaica (DC.) Rouy et Fouc. (= C. Pyrenaica DO, = C. officinalis var. PyrenaicaGren. et Godr., = Crucifera cochlearia c) Pyrenaica Krause, = C. officinalis Lapeyr. et auct. mult. pro parte,nec L., = C. officinalis ß et y Smith?, = var. minor Pers.?, = var. rotundifolia DO?, = C. rotundifoliaS- F. Gray?, = C. officinalis var. alpfna Babington? 1 ), = C.alpina Watson?, = C. officinalis var. macrorrhiza Schur,== T ar. macrocärpa Alef.?, = var. microcärpa Reichenb. ex Rouy et Fouc, = C. Grccnländica With.?, Sm. ? nec L. 2 ),== C. Dänica Gunnerus? nec L.). Frucht meist rhombisch-ellipsoidisch oder rhombisch-verkehrteiförmig, beiderendsve rschmälert; die unteren kaum kürzer, die oberen meist länger als der dicke, meist unter 45 bis 60° abstehendeötiel. Pflanze meist ausdauernd, mit dickerer Wurzel. Grundblätter oft nierenförmig. An quelligen, moorigen(nicht salzhaltigen) Stellen des Tieflandes und der Gebirge (Pyrenäen, Cantal, Puy de Dome, Alpen, Karpaten;
') Die nordische var. minor Pers. (= var. alpina Bab.) stellt vielleicht eine besondere, mit den var.eu -Pyrenaica und excelsa zu koordinierende Rasse der subsp. Pyrenaica dar; möglicherweise fällt sie auch mitder var. excelsa zusammen.
2 ) C. Groenländica L. ist, wie Nolte (Novit, fl. Holsat. [1826], pag. 61 und bei Ko ch in Flora XXIV. 2.
LI841J, pag. 466) wohl mit Recht hervorhebt, ein Gemenge aus Zwergformen (mit verkümmerten Stengelblättern)
Vorl C. officinalis und C. Danica; es empfiehlt sich daher, diesen von Anfang an konfusen und in der Folgezeit
ganz verschieden interpretierten Namen völlig fallen zu lassen. Lange (Consp. fl. Grccnl. in Meddel. om Grcenl.
• Heft [1890], pag. 34) behält dagegen den L inn eschen Namen für eine arktische Sammelspezies bei.