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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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Allgemeine Verbreitung: Alpenkette, nördlicher Balkan (Kroatien), Rumänien,Siebenbürgische Karpaten; verwandte, als Unterarten zu betrachtende Formen ferner inSpanien (Sierra Nevada), im Appennin und in Mazedonien.

Thlaspi rotundifolium gliedert sich im mitteleuropäischen Gebiet in 2 Rassen und in eine Unterart:

I. var. oligospermum 1 ) Gaudin (= var. a Koch, = Rasse rotundifolium Hermann, = f. genumumBolzon, = T. cepeaefölium Stur nee Koch, = Nocctea cepeaefolia Fleischm. nee Rchb.). Aeste der Grund-achse stark verlängert, dünn, reich verzweigt, im Geröll weit kriechend. Stengel zahlreich, aufsteigend. Grund-Matter rosettig-zusammengedrängt, fast kreisrund oder verkehrteiförmig, plötzlich in einen kürzeren Stiel zu-sammengezogen; Stengelblätter meist eiförmig, mit sehr kurzen, in der Regel stumpfen Oehrchen Stengel-umfassend. Fruchtstand meist kurz und dicht, oft fast ebensträussig (an sehr kräftigen Exemplaren zuweilena uch etwas verlängert). Fruchtfächer meist 1-bis 3-samig. Griffel 1 bis 2 mm lang (Gewöhnliche, verbreiteteform der Kalkalpen). Dazu f. albiflörum Bolzon (a. genuinum subf. albifiorum" = var. album Gaudinn °rn. nud.) mit weissen Kronblättern (Hie und da mit dem Typus). f. racemösum Briq, (sub T. rot. pro var.).Pflanze kräftiger. Fruchtstand verlängert, bis 6 cm lang (Bisher nur in den Lemanischen Alpen von Savoyen).Nach der Form der Frucht lassen sich unterscheiden: f. obldngum Thellung. Frucht schmal länglich-verkehrt-e iförmig, mindestens doppelt so lang als breit (Die häufigere Form). f. obovätum Thellung (vgl.Gremli,Neue Beiträge, Heft V [1890], pag. 7). Frucht verkehrteiförmig, noch nicht doppelt so lang als breit (Seltener).'! var. corymbosum (Gay) Gaudin (= Hutchi'nsia corymbosa Gay, = T. corymbosum Rchb., = T. rotundi-folium subsp. corymbosum Gremli, = forma T. corymbosum Rouy et Fouc, = Noccäa cepeaefolia Rchb. proParte, = T. cepeaefölium Moritzi et auet. Helv. nee Koch). Aeste der Grundachse kurz. Stengel niedrig, ge-drungen. Grundblätter rosettig, elliptisch-spatelförmig, allmählich in einen fast gleichlangen Stiel verschmälert;Stengelblätter oft schmäler eiförmig und mit spitzen Oehrchen. Kronblätter oft mit schmälerer, schmal ellip-tischer (etwa 1 l /a mm breiter), am Grunde keilig verschmälerter Platte. Fruchtstand noch kürzer und dichter als°ei der vorigen Rasse, fast trugdoldig. Fruchtfächer 2- bis 5-samig. Griffel etwa 2 bis 3'/2 mm lang (AufUrgestein in den Walliser Südalpen um Zermatt [Riffelberg, Findelen, Gornergrat, Schwarzsee, Theodulpass,Furggengrat 3400 m] und am Griespass, sowie auf dem Gipfel des Pizzo di Claro 2719 m [Tessin-Calancatal]).Ferner im Aostatal; die Angaben aus Süd-Tirol (Monte Baldo und Lessinerberge) und Kärnten (Raibl: Confin)sind sehr zweifelhaft. Im Gebiet nicht nachgewiesen sind 3 weitere westalpine Rassen: var. LereschiänumBurnat (Cognetal in Piemont), var. Cenfsium (Rouy et Fouc. pro subsp.) Vaccari (Mont Cenis und Cognetal)und var. limo s ellif ö lium (Reuter pro spec.) Burnat (Seealpen).

Stärker verschieden ist die Unterart: subsp. cepaeifölium 2 ) (Wulfen) Rouy et Fouc. (= Iberiscepeaefolia Wulfen, = Hutchi'nsia cepeaefolia DC., = Lepfdium cepeaefölium Rchb., = Noccia cepeaefoliaRchb. pro parte, = Thlaspi cepeaefölium Koch, = T. rotundifolium d. cepeaefölium Fiori et Paoletti). Fig. 763 ibis n. Aeste der Grundachse verlängert wie beim typischen T. rotundifolium. Laubblätter klein, meist deutlichgekerbt-gezähnt, verkehrteiförmig oder fast kreisrundlich; die unteren im untern Teil des Stengels zwar genähert,aber nicht dicht rosettig zusammengedrängt, die Stengelblätter sehr zahlreich (10 bis 20), am Grunde in der Regelnicht geöhrt. Fruchtstände (Fig. 763k) oft etwas traubig verlängert (bis 3 cm). Früchte meist reich-, etwa 8- bis12-samig (Fig. 763m), an der Spitze oft etwa ausgerandet; Griffel etwa 1 bis 2 mm lang (Fig. 7631).Blüht (IV) V bis VII. Mit Sicherheit einzig in Kärnten im feinen Kalkgeröll der Karnischen Alpenkette(Tschwarzen beim Tuffbade und am Lumkofel auf dolomitischem, schwarzem Kalk, Jauken und Poling auf blei-haltigem Kalk, Jauken massenhaft auf Zinkblende-Schutt, Seisera-Giessbach, Kaltwassertal, Raibl bei der Mauth,hinter dem See und auf Galmeihalden am Fusse der Vitriolwand, Dobratsch, Pelzen, Drautalseite des Reisskofels).[Als irrig sind zu streichen die Angaben aus Krain (nach Fleischmann; die Pflanze ist nach Paul in[hriefl.] gewöhnliches T. rotundifolium), Süd-Tirol (Muttekopf, Schobergruppe, Kreuzkofelgruppe, Kerschbaumer-a ipe, Revoltopass, Campogrosso, hier mit Th. rotundifolium und Uebergängen) und dem Wallis (Zermatt; diePflanze ist T. rot. var. corymbosum)]. P ach er erwähnt von der Jauken (auf Zinkblende-Schutt) auch einenBastard T. cepa eif olium X rotundifolium.

Die primäre Wurzel von T. rotundifolium dauert als kurze, massig dicke, nach unten wenig ver-zweigte, die Saugwürzelchen tragende Pfahlwurzel aus. Aus ihrer Spitze entspringen zahlreiche, unbewurzelteKriechtriebe, die sich durch den Schutt winden; sie verzweigen sich aus den Achseln der paarweise entferntstehenden, kleinen Laubblälter vom Primärblatt-Typus, endigen in Blattrosetten und bilden in ihrer Gesamtheiteinen dichten Schopf oder Rasen (Schuttstrecker"). Es kommt also zu einer Differenzierung in gestreckte,langgliederige, spärlich beblätterte, der Befestigung und Ausbreitung der Pflanze dienende Schopftriebe und ingestauchte, mit rosettig zusammengedrängten La"ubblättern versehene Assimilationstriebe. Die Primärblätter

1 ) Gr. dXlyog [oh'gos] = wenig und oneQßa [sperma] = Same.

2 ) Die Laubblätter ähneln denen der Fetthennen-Art Sedum cep&a L.