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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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1219. Thlaspi rotundifölium 1 ) (L.) Gaudin (= Iberis rotundifolia L., = Lepidium rotundi-folium All., = NoccEea 2 ) rotundifolia Moench, = Hutchinsia 3 ) rotundifolia R. Br., = Iberidella 4 )rotundifolia Hooker, = Crucifera rotundifolia E. H. L. Krause, = Iberis repens Lam.). Rund-blätterigesTäschelkraut, Gamskresse (in Salzburg). Taf. 128, Fig. 3 und Fig. 763 g bis n.

Ausdauernd, 5 bis 10 (15) cm hoch, mit im Boden ausläuferartig-verästelter Grund-achse und zahlreichen fertilen und sterilen Sprossen, meist im Geröll kriechend. Stengelan jedem fertilen Spross 1, aufrecht, unverzweigt, kahl. Laubblätter der kriechenden Sprossemeist in entfernten Paaren gegenständig, oft niederblattartig, an ihrem Ende jedochrosettig-gehäuft. Grundständige Laubblätter der Blütenstengel in deutlicher Rosette, etwa

1 bis 2 cm lang, meist rundlich-eiförmig, stumpf, in einen langen Stiel zusammengezogen, häufiggekerbt oder gezähnt; die stengelständigen wechselständig, eiförmig, ganzrandig, spitzlich, mitbreiter, geöhrter Basis sitzend, etwa 1 cm lang. Alle Laubblätter dicklich, bläulichgrün. Blütenin reichblütigen, halbkugeligen, doldentraubigen Blütenständen, die sich später in der Regelnicht oder nur wenig verlängern. Kelchblätter schmal elliptisch, etwa 2 bis 3 mm lang, haut-randig, oft violett überlaufen. Kronblätter 5 bis 7 (8) mm lang (Taf. 128, Fig. 3 a), hellviolett mitdunkleren Adern (ausnahmsweise weiss), mit schmalem Nagel und (beim Typus) meistrundlich-elliptischer, etwa 2 bis 3 mm breiter, am Grunde plötzlich verschmälerter Platte.Staubblätter beträchtlich kürzer als die Kronblätter; Staubbeutel gelb. Fruchtstand meistdoldentraubig-verkürzt (selten über 2 cm lang); Fruchtstiele kräftig, wagrecht abstehendoder die unteren abwärts geneigt, meist sämtlich kürzer als die Früchte (Fig. 763 g).Frucht meist länglich-verkehrteiförmig-keilig, 7 bis 11 mm lang und noch nicht 1 /a s0 breit,am Grunde verschmälert, an der Spitze abgerundet. Fruchtklappen kahnförmig, scharfgekielt, aber ungeflügelt (Taf. 128, Fig. 3b und 3c). Scheidewand länglich, beiderends ver-schmälert, unsymmetrisch, mit stark gewölbtem Unter- und fast geradem Oberrand. Griffel(bei unsern Formen) etwa 1 bis 3 mm lang, frei vorragend. Samen in wechselnder An-zahl (1 bis 5 pro Fach; vgl. die Rassen), rundlich-ellipsoidisch, zusammengedrückt, etwa

2 bis 2,5 mm lang, hellbraun; Samenschale oft deutlich punktiert. VI bis IX.

Häufig im Geröll und im beweglichen Felsschutt der Kalkalpen von Oesterreich,Bayern und der Schweiz (die Rasse corymbosum jedoch auf Urgestein), meist zwischen1500 und 3000 m.

In Deutschland einzig in den Bayerischen Alpen (1300 bis 2/00 m) ziemlich verbreitet, zuweilenmit den Flüssen in die Ebene herabsteigend (z.B. bis Lechbruck). In Oesterreich in den Kalkalpen ver-breitet in Niederösterreich (Kaiserstein auf dem Schneeberg und bei der Eisenhüttenalm der Raxalpe), in Ober-österreich (Hoher Priel, Traunstein, Dachstein), in Steiermark (verbreitet in den nördlichen Kalkalpen, von1900 bis 2700m), in Krain (Hochalpenregion der Julischen Alpen [Paulin briefl.]), in Kärnten (nicht selten),in Salzburg (nicht selten von 1900 bis 2550 m), in Tirol und Vorarlberg (nördliche und südliche Kalkalpen, seltenin den Zentralalpen, meist zwischen 1400 und 1700 m; höchste Standorte: Sulzfluh 2750 m, Zugspitze 2753 m,Dürrenstein 2600 bis 2800 m; tiefste Standorte in Tirol: Kranebitterklamm bei Innsbruck 930m, Oefen bei Waidring800 m; auch herabgeschwemmt). In der Schweiz in den nördlichen Kalkalpen allgemein verbreitet, seltenunter der Baumgrenze, ferner in den Südalpen von Wallis. Der Typus der Art scheint dem Tessin zu fehlenund nur in dessen Grenzgebiet am Gotthard und am Pizzo di Gino vorzukommen; die Art fehlt auch demsüdöstlichen Graubünden (mit Ausnahme eines neuerlich nicht bestätigten Vorkommnisses am Umbrail [Ofenberg-gruppe]), sowie dem Jura. Höhengrenzen: Wallis 1400 bis 3400 m (Theodulpass); Glarus bis 2850 m; St. Gallenund Appenzell von 1600 m an, selten schon bei 1450 m; Graubünden bis 2960 m (Scesaplana im Rätikon).

*) Lat. rotündus = rund und fölium = Blatt.

2 ) Nach dem italienischen Botaniker Domenico Nocca, Professor der Botanik zu Pavia, der gegenEnde des 18. und zu Anfang des 19. Jahrhunderts zahlreiche botanische Schriften verfasste.

s ) Von Robert Brown 1812 nach der Irländerin Miss Hutchins, die in den Alpen fleissig botani-sierte und auch in der Kryptogamenkunde sehr bewandert war, benannt.

4 ) Deminutivform von Iberis (vgl. oben pag. 102).