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= C. pusi'lla Brot., = C. Olyssiponensis Brot., = Lepi'dium violiförme DC, = Thläspi Ionopsidium Janka,= Crucifera Ionopsidium Krause). Stengelloses Schein Veilchen. Pflanze einjährig, stengellos, kahl, bis15 cm hoch. Laubblätter grundständig, gestielt bis fast ungestielt, mit ei-, spatel- oder kreisförmiger Spreite,ganz oder 3-lappig. Blütenstiele grundständig, schaftartig, vielmal länger als die Blüten, zur Blütezeit etwa solang wie die Laubblätter, später länger. Kelchblätter abstehend, nicht gesackt. Kronblätter violett oder purpurn,seltener fleischfarben, bläulich oder weiss, kurz genagelt, etwa doppelt so lang als der Kelch. Staubfäden 6, ein-fach, frei. Honigdrüsen 4, seitlich, halbmondförmig. Frucht breit elliptisch oder verkehrt-eiförmig, oben gestutztoder etwas ausgerandet, mit sehr kurzem Griffel; Fruchtklappen kahnförmig, an der Spitze schwach flügeliggekielt. Scheidewand schmal, Rahmenstücke breit. In jedem Fach 2 bis 5 körnigrauhe Samen mit rückenwurzeligemKeimling und flachen Keimblättern. Eiweissschläuche im Mesophyll. — Zierpflanze aus Portugal (ob auch inMarokko heimisch?). In Mitteleuropa gelegentlich verwildert beobachtet: ehedem im alten Berliner BotanischenGarten; in Mecklenburg (Schwerin auf Gartenland), Hafen von Mannheim (1910), Kricau bei Wien (1897).
CCCXVII. Iberis 1 ) L. Bauernsenf, Schleifenblume. Franz.: Iberis; engl.:
Candytuft; ital.: Iberide.
Einjährige oder ausdauernde Kräuter und Stauden mit beblättertem Stengel. Haareeinfach. Kelchblätter 4, + abstehend, ungespornt (ausser bei I. umbellata), die seitlichenetwas ausgesackt. Kronblätter 4, weiss oder gefärbt, ungleich gross (Fig. 757b), besonders an denRandblüten die beiden äusseren oft mehrmals grösser als die inneren; alle deutlich benagelt,mit aufrechtem Nagel und abstehender Platte: Staubblätter 6; Staubfäden ohne Anhängsel,an ihrem Grunde zu beiden Seiten der kurzen Staubfäden je eine rhombische bis dreieckige,flache Drüse (Taf. 125, Fig. 22). Fruchtstiele + abgeflacht, auf der Innenseite flaumig.Frucht eiförmig oder rundlich bis fast rechteckig, von vorn und hinten stark zusammen-gedrückt, oben ausgerandet und meist breit geflügelt, 2-fächerig, mit sehr schmaler Scheide-wand (vgl.Taf. 125,Fig. 52) und verhältnismässig breiten (Y2bis 2 /3 mm), lanzettlich-pfriemlichen(bei I. umbellata schmäleren) Rahmenstücken, aufspringend; ihre Fächer mit je einer vonder Spitze der Scheidewand herabhängenden Samenanlage. Samen mit flachen, an derKrümmung des Keimlings entspringenden Keimblättern und seitenständigem Würzelchen.Samenschale bei Benetzung (stets?) verschleimend. Eiweissschläuche in den Laubblätternsowohl an den Leitbündeln als im Mesophyll vorhanden.
Die Gattung umfasst etwa 30 Arten, die mit Ausnahme der unten beschriebenen (teilweise [vor allemI. amara] auf das mitteleuropäische Florengebiet übergreifenden) zumeist auf das Mittelmeergebiet beschränktund namentlich in dessen südlichem und östlichem Teil zahlreich vertreten sind. Sehr interessant sind dieweit nach Norden vorgeschobenen Posten von Iberis intermedia bei Boppard am Rhein und von I. saxatilis imSchweizer Jura.
Ausser den unten beschriebenen Arten werden gelegentlich als Zierpflanzen gezogen: I. semper-flörens L. (= Thlaspfdium semperflorens Andrz., = Crucifera semperflorens Krause, = I. cuneäta Mönch,= I. flörida Salisb.; franz.: Teraspic, thlaspi d'hiver; vgl. den Bestimmungsschlüssel) aus Süditalien, Sizilienund Tunesien, auch schon bei uns verwildert beobachtet (Obertürkheim bei Cannstatt), zuweilen mit dichtgefüllten Blüten. — I. sempervirens L. (= Biauricula sempervirens Bubani, = I. Garrexiäna All., = 1.arbüscula Spach, = I. serruläta Vis., = I. saxatilis ß Lam. Immergrüner Bauernsenf. Franz.: Corbeille d'argent.Thläspi-de-Candie; engl.: Candytuft, candy-mustard; ital.: Fiori di San Antonio, porcellana, tlaspi, traspi,tlaspo, raspo). Häufige Zierpflanze aus Südeuropa, Kreta und Kleinasien (vgl. Bestimmungsschlüssel undFig. 759 c, d), zuweilen verwildert, z. B. bei Mannheim 1913, im Park von Miramare bei Triest und bei Rüdlingen(im Kanton Schaffhausen). Dazu als Abänderungen: var. cöncolor Rouy etFouc. Staubfäden einfarbig, weisslich(beim Typus oberwärts violett) und var. rösea Boiss. (= I. commutäta Schott et Kotschy). Kronblätterfieischrot oder rosa. Im Blütenstand treten zuweilen Tragblätter auf. — I. Gibraltärica L. (= I. dentätaMönch, = I. speciösa Salisb., = I. pubescens Willd.? vgl. Schlüssel) aus Südspanien und Marokko. Einmal(1910) verwildert bei Bad Dürkheim (Pfalz) beobachtet. — I. Lagascäna DC. (= I. spathuläta Lag.nee Bergeret, = I. serruläta Duf.) aus Südspanien. — I. Tenoreäna DC. (= I. cepeaefölia Ten. nee Wulfen,= I. Tenörei Presl) aus Portugal, Südspanien und Süditalien. ■— I. Prui'tii Tineo aus Spanien und Sizilien.
') Gr. ifirjQtg oder ißegig (iberis, iberis), Pflanzenname bei Nikandros und Dioskorides, bedeutet wohlLepidium graminifolium L.; vermutlich von Iberien, Namen der Römer für Spanien.