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Oesterreich bisher nur aus Tirol (Telfs, eingebürgert) angegeben. In der Schweiz bei Genf, LausanneOrbe (seit 1865 beständig), Yverdon, Sitten, Bern (nach Gaudin schon 1829 als Gartenunkraut), Basel, Zürich.Allgemeine Verbreitung: Ganz Amerika (Urheimat wohl in Südamerika, dadie Art hier den grössten Formenreichtum aufweist); heute in einem grossen Teil derErde verschleppt (Europa, Nordafrika, Madeira, Kanaren, Südafrika, St, Helena, Java,Japan, Australien, Neuseeland usw.) und vielfach eingebürgert; in Europa 1 ) beständignamentlich im südwestlichen Teil (von Irland bis Italien), vorzugsweise in der Nähe derHafenplätze (durch den Schiffsverkehr eingeschleppt); weiter nord- und ostwärts meist nurvorübergehend aus dem Südwesten (oder auch direkt — z. B. mit Wolle — aus der ameri-kanischen Heimat) verschleppt.
Im Gebiete der mitteleuropäischen Flora ist nur die subsp. eu-didyniUS Muschler nachgewiesen.Frucht 2 bis 3 (3,5) mm breit. Fruchtstände dicht. Fruchtstiele aufrecht oder aufrecht abstehend. Die Pflanzeist je nach dem Standort und dem Entwicklungsstadium von recht verschiedenem Aussehen; auf gedüngtemBoden (z.B. im botanischen Garten in Zürich) lassen sich Exemplare antreffen, die, vielstengelig und mit ihrenreichen Verzweigungen dem Boden anliegend, eine Fläche von bis nahezu 1 m 9 bedecken können. Muschlerunterscheidet innerhalb der Unterart folgende Formen (als Varietäten): a) Pflanze niedrig, 5 bis 15cm hoch,kahl. Frucht 2 bis 27smm breit: f. rosulatus Muschler (Pflanze fast stengellos. Laubblätter fiederspaltigifast alle in einer grundständigen Rosette); f. procümbens Muschler (Stengel einfach, niederliegend oderkriechend. Laubblätter doppelt fiederspaltig). — b) Pflanze grösser, mindestens 20 cm lang. Stengel meist miteinfachen, weisslichen, ziemlich langen Haaren besetzt. Frucht 2 bis 372 mm breit: f. macrocärpus Muschler. —In Amerika wird die Pflanze gelegentlich als Salat gegessen, in Südamerika soll sie auch als Arzneipflanze(Diureticum) kultiviert werden.
CCCXVI. BlSClltella 2 ) L. 3 ) Brillenschote. Franz.: Lunetiere, herbe-a-lunettes;
ital.: Biscutella, occhi di Santa Lucia.
Einjährige oder ausdauernde, krautige Pflanzen mit beblättertem, seltener fast blatt-losem Stengel. Haare einfach. Blüten in einfachen oder ästigen, endständigen Trauben,gelb. Kelchblätter 4, abstehend und ungespornt oder aufrecht und die seitlichen gespornt(Fig. 756 c, d, f). Kronblätter 4, gleichgestaltet, genagelt. Staubblätter 6, ohne Flügel und An-hängsel. Honigdrüsen bei den einzelnen Arten verschieden gestaltet. Schötchen flach, von vornund hinten sehr stark zusammengedrückt, ringsum geflügelt, oben und unten tief ausge-randet und dadurch brillenförmig (Taf. 125, Fig. 43) oder (bei einer Art) nur am Grundeausgerandet, 2-fächerig, auf kurzem Fruchtträger, bei der Reife in die zwei einsamigen, fastkreisrunden Hälften zerfallend. Griffel lang, aus der Ausrandung weit vorragend (Fig. 756 e, g)-In jedem Fach eine langgestielte, amphitrope Samenanlage. Fruchtklappen beim Sichloslösenvon der Scheidewand auf der innern Seite mit sehr schmaler, schlitzförmiger, oft völliggeschlossener Oeffnung, an der Spitze des Innenrandes in einen vom Griffel sich lösenden,fädlich-borstlichen Fortsatz (ähnlich dem Karpophor der Umbelliferen-Früchte) verlängert.Samen in den Klappen eingeschlossen bleibend und mit ihnen (anemochor) verbreitet,rundlich, stark zusammengedrückt, an langem Funiculus. Samenschale dünn, glatt, beiBenetzung nicht verschleimend. Keimling seitenwurzelig, mit ungestielten, am Grundeverschmälerten, leicht gebogenen, flach aneinanderliegenden Keimblättern und kurzem, an
') Zuerst wurde die Art 1778 von Hudson aus England beschrieben; kurz vor 1800 trat sie in Süd-westfrankreich und in Etrurien auf. 1855 nennt sie A. De Candolle von der Insel Bornholm (Schweden)»aus England, Südwestfrankreich, Südspanien und der Toscana, 1878 Nyman ausserdem aus Holland, aus demnördl. Deutschland und Portugal.
2 ) Lat. bis = doppelt und scutella = Schüsselchen (oder soutellum = Schildchen): wegen der Formder Frucht. Als Pflanzenname zuerst bei Linne; Thlaspi biscutellätum bei de l'Ecluse (Clusius); T. bi-scutätum bei C. Bau hin.
! ) Vgl. Malinowski, Edm. Monographie' du genre Biscutella, in Bull. Acad. Sc. de Cracovie,Classe des Sc. math. et nat., ser. B (Sc. nat.) nr. 2 et 3 (1910).