93
■n neuerer Zeit vielfach auf Kunstbestände (Kulturland und Schuttstellen) übergehen. In Europa nur
ere Arten. Die Unterschiede von der nahe verwandten Gattung Lepidium beruhen namentlich in den biologischen
altnissen der Früchte und Samen. Während bei Lepidium (mit Ausnahme von L. Draba und einer
Tanten Form von L. heterophyllum) die Fruchtklappen bei der Reife sich von der Scheidewand lösen und
kamen herausfallen lassen, weist Coronopus Schliess- oder Spaltfrüchte auf. Im ersteren Fall (z. B. C. pro-
1 ens) ble 't>t die Frucht überhaupt geschlossen (Taf. 127, Fig. 1 b), im letzteren (C. didymus) lösen sich die Klappen
ar von der schmallinealischen Scheidewand ab, aber die dabei entstehende schlitzförmige, mediane Oeffnung der
' r "chte ist schmäler und oft auch kürzer als der Same (Fig. 755c), so dass dieser eingeschlossen bleiben muss. In
er einstimmung mit diesen Verhältnissen fehlt den Samen vollständig die Fähigkeit der klebrigen Verschleimung
Samenschale bei Benetzung, die bei fast allen springfrüchtigen siliculosen Cruciferen (auch bei sämtlichen
Pi um-Arten) zu konstatieren ist und wohl als ein Mittel der Samenverbreitung oder auch zur Befestigung
l u ns lm Keimbett aufgefasst werden darf; sie wäre bei Coronopus zwecklos, da die Samen ja zeit-
ns m den Fruchtklappen eingeschlossen bleiben. Dafür ist die Oberfläche der Früchte mit Runzeln
'g- 755b) oder Zacken (Taf. 127, Fig. 1 b) versehen, die bei der Verbreitung der Schliess- oder Teilfrüchte
ge mechanischer (z. B. zoochorer) Agenden durch festeres Anhaften eine Rolle spielen dürften. Die Keimung
eilfrüchte von C. didymus erfolgt in der Weise, dass das Würzelchen des Keimlings durch die enge,
z ormige Oeffnung der Klappen austritt, was um so leichter geschehen kann, als — im Gegensatz zu
um das Würzelchen im Samen an seinem untern Ende in der Richtung nach der Scheidewand hin
,p. ^°g en ist und mit der Spitze den medianen (der Scheidewand zugekehrten) Rand des Samens erreicht
s-/ooc). Eine Folge dieser durch die Keimungsbedingungen teleologisch leicht erklärlichen starken Ausbil-
s und Biegung der Radicula im reifen Samen ist dann ein Verkleinerung des Raumes für die Keimblätter und
weite Querknickung in der Mitte infolge Zusammenschubes in der Längsrichtung. Durch das Erstarken
■ u urze ' c hens wird schliesslich die Fruchtklappe gesprengt, die Keimblätter werden jetzt frei und können
Slch entfalten.
Ausser unseren Arten wurde einmal in Mitteleuropa verschleppt beobachtet: C. nilöticus (Delile)
,, &• ' = Cochleäria nilotica Del., = Cotylfscus nilöticus Desv., = Senebiera nilotica DC). Einjährig, oberwärts
aang. Laubblätter ungeteilt bis dreifach fiederteilig. Blütenstände end- und seitenständig. Blütenstiele
' an ger als die Blüten und Früchte. Blüten sehr klein. Kronblätter weiss, länger als der Kelch. Staub-
' + (2 X 2). Schötchen klein, 1 bis 2 mm lang, 1,5 bis 2 mm breit, lederig-härtlich, rundlich -nieren-
&• breiter als lang, am Grunde herzförmig, an der Spitze schwach ausgerandet (Griffel wenig kürzer bis
. an g er als die Ausrandung), auf der äussern Seite gewölbt, auf der innern Seite konkav bis fast flach,
x 'g-runzelig, zuletzt aufspringend. Heimat: Aegypten, Kordofan. — Einmal (1903) am Elbestrand bei der Haut-
Vo Fabrik Rodleben (Rosslau, Anhalt) gefunden.
c> '• Blütenstiele kürzer als die Blüten und Früchte. Kronblätter weiss, etwas länger als der Kelch,
oben nicht ausgerandet, durch den Griffel bespitzt, am Rande scharfzackig (Taf. 127, Fig. 1 b).
C. procumbens nr. 1199.als die Blüten und Früchte. Kronblätter gelblich, kürzer als der Kelch,Frucht oben ausgerandet, ohne Griffel und ohne Randzacken (Fig. 755b).
C. didymus nr. 1200.
• Coronopus procumbens Gilib. (= Cochleäria Coronopus L., = Myagrum Coro-
5 Crantz, = Carara Coronopus Medikus, = Senebiera Coronopus Poir., = S. coronö-
• ^ a g er > — Nastürtium verrucarium Garsault, = Coronopus verrucarius Muschler
eilung, = Lepidium squamatum Forsk., = Cor. squamatus Ascherson, = Cochleäria
__ ns ^ arr >-, = Cor. Ruellii All., = Senebiera Ruellii Bubani, = Crucifera Ruellii Krause,
r - depressus Mönch, = Cor. vulgaris Desf., = Bunias glomerata Lapeyr., = Lepidium
um Lapeyr. (?) J ) Niederliegender Krähenfuss, Hirschhorn, Schweine-Kresse.
•• ^orne-de-cerf, pied-de-corneille, cresson-de-riviere; engl.: Swine-cress, wart-cress,
°°t; ital.: Lappolina, lappola granugnola, erba-stella, coronopo. Taf. 127, Fig. 1-
y -tUn- oder zweijährige, niederliegende oder aufsteigende Pflanze, 5 bis 30 cm lang.
-__Jp _ gekrümmt, stark verzweigt und meist dem Boden angedrückt, wie die ganze
^'am ■ tere Synonyme siehe bei Muschler a. a. O. pag. 128 bis 130. Den dortigen Listen sind folgende
Kar llnzuz ufügen: Carara Coronopus Medikus, C. cristätus Clairv., C. coadunätus Stokes, C. Coronopus
■> Bunias glomerata et Lepidium cristätum (?) Lapeyr., Senebiera Ruellii Bubani.
f . '*• Blütenstiele länger
P ne wlich oder + ganz fehlend.