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Pflanze kahl, reichlich beblättert. Laubblätter im Umriss lanzettlich, einfach- bis doppeltfiederteilig, der Endzipfel meist einfach, die Fiedern fast immer fiederlappig bis -teilig.Blüten in sehr gedrungenen, stengelständigen (blattgegenständigen), zuweilen am Stengel
herablaufenden Blütentrauben, sehr klein. Kronblätterweiss, spatelig-eiförmig, 2 mm lang, etwas länger alsdie rundlichen, weiss berandeten Kelchblätter. Schötchennierenförmig, 4 mm breit und 2,5 bis 3 mm hoch(Taf. 127, Fig. lb), unten schwach ausgerandet, obendurch den kurzen Griffel bespitzt, grubig-netzig, amRande mit scharfen Zacken besetzt, nicht aufspringend,an ungefähr 1 bis 2 mm langen, dicken Fruchtstielen.Samen 2 bis 2,5 mm lang, gelbbraun, den ganzenHohlraum ausfüllend. — V bis VIII.
Meist nicht selten an feuchten, sandigen Stellen,an Wegrändern, in ausgetrockneten Gräben, an Fluss-ufern, Wasserlachen, auf feuchten, kurzrasigen Triften,Dorfstrassen, oft an salz- oder ammoniakhaltigenStellen; im grössten Teil des Gebietes verbreitet undoft häufig, nur in Gebirgsgegenden selten bis fehlend.
In Deutschland in vielen Gegenden gemein, nament-lich auch am Meeresstrand und auf den Nordseeinseln; fast fehlendim Erzgebirge und in der Oberlausitz. InOesterreich in Böhmen,Mähren, Niederösterreich, Krain, Küstenland; in Tirol (einmal beiInnsbruck) und Steiermark (vorübergehend bei Graz) nur adventiv.In der Schweiz bei Genf, im Kanton Waadt, Wallis? (nur an derWaadtländer Grenze), Tessin, Freiburg, Bern (adventiv), Solo-thurn, Basel, Aargau, Zürich (adventiv) und Schaffhausen.
Das Indigenat der Pflanze in Mitteleuropa ist schon —nicht ganz ohne Grund — bezweifelt worden. Die Verwandtschaftder Art weist auf das Mittelmeergebiet hin; auffällig ist ihr Fehlenin dem an mediterranen Einstrahlungen reichen, aber verkehrs-armen Kanton Wallis. Bemerkenswert ist, dass sie gelegentlichals Salatpflanze genossen wird, und dass auch der Name „Schweine-Kresse" für ihre Nutzung spricht. Endlichwird die Pflanze nach Pr it zel-J es sen und Hock zum ersten Male im 16. Jahrhundert in Deutschland sichererwähnt, was für ihre Einführung oder Einwanderung in jener Zeit sprechen würde. Indessen werden solcheArten — ähnlich verhalten sich, namentlich mit Rücksicht auf den letzterwähnten Punkt, z. B. auch SisymbriumSophia, Alyssum calycinum, Lepidium ruderale, Erysimum cheiranthoides und Thlaspi arvense —, deren fremderUrsprung nicht sicher nachzuweisen ist, praktisch besser zu den einheimischen Pflanzen gezählt.
Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa; Mittelmeergebiet, Kanaren;verschleppt und teilweise eingebürgert in Nordamerika, Südafrika und Australien.
Aendert bei uns nur unbedeutend ab. Im Gebiete ausschliesslich die subsp. eu - verrucäriUS(Muschler) Thell. (= C. verrucarius subsp. eu-verrucarius Muschler). Frucht bei der Reife am Grunde nurschwach herzförmig. Griffel kurz, meist weniger als '/s so lan S als die Scheidewand, kegelförmig, dick.Kelch an der Frucht bald abfallend. Fruchtstiele dick, meist beträchtlich kürzer als die Frucht. — Zerfälltin die folgenden Formen: var. typicus Muschler. Stengel aufsteigend bis fast aufrecht. Hiezu auch f. pycno-cärpus Muschler (Blütenstände kurz, sehr dicht) und f. chaunocärpus Muschler (Blütenstände locker, unter-brochen). — var. procümbens Muschler. Stengel kriechend, kurz, verbogen, an den Knoten oft wurzelnd.Dazu f. latinocärpus Muschler (Früchte violett überlaufen, meist grösser als beim Typus). — Die Krone derkleinen, weissen, unscheinbaren Blüten ist auch bei trübem Wetter flach ausgebreitet und hat einen Durch-messer von 3 bis 4 mm. In diesem Zustand sind die Antheren von der Narbe entfernt; besuchende Insektenwerden daher häufiger Fremdbestäubung bewirken, die auch durch die proterogyne Entwicklung der Blüte be-günstigt wird. Beim Welken werden die Antheren der langen Staubblätter an den Fruchtknoten angedrücktund bewirken Selbstbestäubung. Das scharf kressenartig riechende und bitter schmeckende Kraut war früher
Fig. 755. Coronopus did'ymus (L.) Sm.a Habitus C/3 natürl. Grösse), b Frucht. — c Karpo-biologische Verhältnisse: links Frucht im transver-salen Längsschnitt, rechts Fruchtklappe von derMedianseite gesehen (nach Thellung).