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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
Entstehung
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88
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Auf mageren, besonders salzigen Wiesen, an Rainen, Wegen, sandigen und wüstenStellen, auf Schutt. Einheimisch mit Sicherheit nur in Niederösterreich im Gebiete derpannonischen Flora (westlich bis zum Kahlengebirge); im übrigen Gebiete bei Mühlen, umFabriken, in Bahnhöfen usw. mit russischem Getreide, durch Waren- und Viehtransportu. dgl. hie und da eingeschleppt (meist erst seit der zweiten Hälfte des letzten Jahr-hunderts), aber fast stets nur vorübergehend.

In Deutschland beobachtet z. B. Tegel und Rüdersdorf bei Berlin, Frankfurt a. O., Burg beiMagdeburg (1858); Hamburg; Bremen (1876); Hannover: Alfeld, Stade, Buxtehude, am Hohen Wedel, Geeste-münde, Hemelinger Mühle, Myhle, Sieboldshausen, Lehe, Döhren bei Hannover (Scheuermann!); Anhalt:Bernburg, Aken, Dessau; Schlesien (Brieg, Breslau, Reichenbach); Hamm (Westfalen); Halle a. S.; Dresden(seit 1868), Zwickau; Kreuznach (1886); Pfalz: Mannheim (Mühlau) und Ludwigshafen seit 1880 beständig(schon 1867 und 1873 im Mannheimer Schlossgarten); Sablon bei Metz; Bau-de-la Roche (1802), Strassburg undKolmar i. Elsass; Württemberg: Laufen a. N.; Bayern: Regensburg, Augsburg, Dinkelscherben, Mering,München. In Oesterreich in Böhmen (wohl nur eingeschleppt, z. B. Prag, Saza-Mündung, Rakownik,Tabor, Böhm.-Leipa, Reichenberg), Mähren (seit 1866 adventiv, z.B. Brunn, Eibenschitz, Lundenburg, Wsetin,Znaim), Nieder-Oesterreich (nur im östlichen Teil urwüchsig), Über-Oesterreich, Steiermark (1903 zwischen Antalund Neu-Fiscbing, Zeltweg), Kärnten, Krain (an der Südbahn mehrfach beobachtet; nach Paulin br.), Küsten-land (Triest: alla Lanterna, Nabresina; Pola), Tirol (Innsbruck, Brenner). In der Schweiz z. B. bei Aigle,Genf, Bern, Kaiseraugst, Basel, Sachsein (Unterwaiden), Zürich, Flaach und Kempttal (Kanton Zürich), St. Gallen,Buchs (Schnyder!), Chur, St. Moritz (1800 m).

Allgemeine Verbreitung: Im osteuropäisch-westasiatischen Steppengebiet inurwüchsigem Zustand weit verbreitet (Oesterreich-Ungarn von Wien an östlich, Rumänien,Süd-Russland, Balkanländer mit Ausnahme von Griechenland; Vorderasien von Kleinasienund Syrien zum Kaukasus, nach Afghanistan, Turkestan, der Dsungarei und zum Altai);seit langer Zeit eingebürgert im spanischen Steppengebiet; in den meisten übrigen Ländernvon Europa (Frankreich, Belgien, Niederlande, England, Süd-Norwegen, Deutschland, Oester-reich, Schweiz, Italien, Istrien, Dalmatien, Griechenland) hin und wieder eingeschleppt,ebenso in Algerien, Nordamerika usw.

Aendert nur unwesentlich ab: f. Simplex L. Richter (= var. gräcile O. Kuntze). Stengel niedrig(bis 15 cm), einfach oder sehr schwach verzweigt. f. elätum O. Kuntze. Stengel höher, oberwärts ästig(Häufigste Form). f. ramosissimum O. Kuntze. Stengel fast vom Gründe an sehr reich verzweigt. f. proli-f erum Thellung. Die ungeteilten Stengelblätter in ihren Achseln Büschel von feinzerteilten Laubblättern tragend.

1196. Lepidium cartilagfneum 1 ) (J. Mayer) Thellung (= Thlaspi cartilagineum J.Mayer).

Knorpelblätterige Kresse.Ausdauernd. Wurzel dick, hart, meist mehrstengelig, an der Spitze mit den Ueber-resten vorjähriger Laubblätter bekleidet. Stengel aus meist bogigem Grunde aufsteigendbis aufrecht, unterwärts meist kahl, oberwärts von wenigstens teilweise keulig verdicktenHaaren körnig-flaumig, beblättert, meist von der Mitte an trugdoldig-ästig, mit abstehendenoder bogig aufsteigenden Aesten, deren untere länger als die oberen (gipfelhoch) und nuran der Spitze geteilt sind. Laubblätter etwas lederig-dicklich, meist bläulich-grün, in derRegel kahl. Grundblätter lang gestielt (mit Stiel bis 12 cm lang), mit gefurchtem, an derAnsatzstelle scheidig erweitertem Stiel; Spreite (bei uns) eiförmig oder elliptisch, bis 3 cmbreit, in den Stiel verschmälert. Untere Stengelblätter oft etwas geigenförmig, sitzend, ander Ansatzstelle verbreitert und pfeilförmig-stengelumfassend; mittlere und obere Stengel-blätter meist dreieckig-lanzettlich, mit pfeilförmig umfassendem Grunde. Blüten ansehnlich.Kelchblätter eiförmig, breit, weiss berandet. Kronblätter etwa doppelt so lang als derKelch, weiss, benagelt, ihre Platte breit verkehrteiförmig, in den kurzen und schmalen Nagelverschmälert. Staubblätter 2 + 4. Fruchtstände meist ziemlich kurz (l l /z bis 3 cm lang)und dicht, zu einem flachgewölbten, breiten, trugdoldigen Gesamtblütenstand vereinigt, mit

') Lat. cartilägo = Knorpel; Adjektiv cartilagi'neus = knorpelig.