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CCCXIV. Lepidium 1 ) L. em. R. Br. Kresse. 2 ) Franz.: Passerage; engl.'-
Pepperwort; ital.: Lepidio.
Ein- bis zweijährige Kräuter oder ausdauernde Stauden (ausländische Arten auchhalbstrauchig oder strauchig). Wurzel der ein- und zweijährigen Arten dünn, spindelförmig,blass gefärbt, die der ausdauernden Spezies kräftiger, oft nach oben verzweigt und dadurchmehrköpfig werdend, die Aeste mit einer Rosette von Blättern abschliessend. Bei einigenArten (L. Draba, L. latifolium) erfolgt durch kriechende Wurzeläste ausgiebige vegetativeVermehrung. Stengel bald einzeln (oder zu mehreren) aus dem Zentrum der grundständigenBlattrosette, bald in Mehrzahl seitlich aus den Achseln der Grundblätter oder ihrer ver-trockneten Ueberreste entspringend, beblättert und fast stets verzweigt, meist behaart (mitstets einfachen und einzelligen Haaren). Laubblätter sehr verschieden ausgebildet: baldzart, bald (bei salzliebenden Arten) ± häutig oder lederig-dicklich. Keim- und Primär-blätter sind gegenständig, die Grundblätter (wechselständig) durch Verkürzung der Inter-nodien rosettig gedrängt, die Stengelblätter deutlich wechselständig. Form, Zähnung undTeilung der Laubblätter sehr verschieden; im allgemeinen nehmen Breite und Zerteilungvom Grunde zur Spitze des Stengels ab (in sehr abrupter Weise geschieht dieser Ueber-gang z. B. bei L. perfoliatum; vgl. Fig. 753 e). Behaarung der Laubblätter analog der-jenigen des Stengels. Blütenstände am Stengel und seinen Verzweigungen endständig(seltener durch Achselsprosse übergipfelt und dadurch scheinbar blattgegenständig), einfachtraubig, ohne Tragblätter der einzelnen Blüten, zuweilen fast doldig verkürzt und zu einemrispigen Gesamtblütenstand vereinigt (L. latifolium). Blüten (unserer Arten) klein, oftunscheinbar, bei unseren Arten stets zwitterig. Kelchblätter kreisrund bis breitlinealisch,schwach ausgehöhlt, alle 4 ziemlich gleichgestaltet, am Grunde nicht sackartig vertieft,mit häutigem (weisslichem oder rötlichem) Rande, der oft zur Erhöhung der Auffälligkeitder Blüten beiträgt (namentlich bei apetalen Arten, wo er zuweilen das Vorhandensein vonKronblättern vortäuscht). Kronblätter der ausdauernden Arten stets vorhanden, meistdoppelt so lang als der Kelch, mit schlankem, deutlichem Nagel und rundlicher bis breit-spatelförmiger Platte, weiss oder (selten) rötlich; bei einjährigen Arten oft verkümmert(spateiförmig bis kurz linealisch oder fadenförmig, oft gelblich) bis fehlend. Staubblätterbei den ausdauernden Arten 6 (2 + 4), bei den einjährigen oft nur 2 (—4) mediane; Staub-fäden fädüch, stets ohne Zähne oder Anhängsel. Honigdrüsen (bei unseren Arten) höckerförmig,zwischen den Ansatzstellen der Staubfäden sich vom Blütenboden emporwölbend, bei Ver-doppelung der medianen Staubblätter 6, bei einfachem Auftreten derselben 4 (je eine an jederSeite eines jeden der beiden medianen Staubblätter). Frucht ein (mit Ausnahme von L. Draba)zweiklappig aufspringendes, schmalwandiges Schötchen (Tai 125, Fig. 6) von verschiedenerForm (breit-herzförmig, querelliptisch, kreisrund, breiter oder schmäler eiförmig, elliptisch,verkehrt-eiförmig oder rautenförmig), oft ausgerandet und im oberen Teil geflügelt,der Griffelzuweilen an die Flügelränder angewachsen. Scheidewand lanzettlich bis elliptisch, oft schwachsichelförmig aufwärtsgebogen. Samen normal einzeln in den Fruchtfächern, von der Spitzeder Scheidewand herabhängend (Taf. 125, Fig. 45,46 und Fig. 754h), ellipsoidisch oder ovoidisch,meist + zusammengedrückt. Samenschale gelb bis braun, ziemlich glatt bis schwach netzig-grubig oder höckerig (bei L. campestre durch verlängerte Papillen etwas samtglänzend), an
') Gr. Xsnldoov (lepi'dion) = Schüppchen, Deminutivura von /.enig [Genitiv Xenldoq] (lepis, lepi'dos)= Schuppe; nach der Form der Frucht mancher Arten. Mit Rücksicht darauf wurde die Pflanze nach derLehre von der signatura rerum als Sympathiemittel gegen Warzen und schuppende Hautkrankheiten verwendet.XenlölOV bei DIoskorides = lepidium bei Plinius = L. latifolium.
2 ) Vg 1 - Thellung, A. Die Gattung Lepidium (L.) R. Br.. eine monographische Studie (Neue Denk-schriften der Schweiz. Ges. für Naturw. Bd. XLI, Abh. 1 [1906], 340 S., 12 Textfig.).