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und die Hälfte neben die äusseren Staubblätter hinüber verschoben. Somit stehen an jeder Seite 3 Staubblätter,ein mittleres mit ganzem Staubbeutel (das des äusseren Kreises) und zwei seitliche mit nur halber Anthere (dieHälfte der beiden inneren). Andrerseits können die 3 Staubblätter einer Seite 3 Teile eines einzigen Staubblattessein, das ähnlich wie die inneren Kronblätter von Hypecoum 3-teilig ist. Verschiedene Arten der Fumarioideenbesitzen am Grunde der mittleren Staubfäden Nektarien; bei den Papaveroideen sind die Staubfäden oft verbreitertund gefärbt. Die inneren Kronblätter der Fumarioideen bilden über die Staubblätter und die Narbe eine schützende,zusammenschliessende Kapuze. Der Fruchtknoten besteht bei den Hypecoideen, Fumarioideen und vielen Pa-paveroideen aus 2 transversal gestellten Fruchtblättern, welche unabhängig von der Zahl der Quirle im Androe-ceum stets vor den äusseren Kronblättern stehen und einen 1-fächerigen Fruchtknoten darstellen. AndereArten zeigen Pleiomerie des Gynaeceums, d. h. 3 (Roemeria), 4 (Meconopsis Cambrica), 4 bis 18 (Papaver)oder über 20 (Platystemon) Carpelle. Bisweilen erfolgt durch Hervorspringen der verwachsenen Fruchtblatt-ränder eine Kammerbildung (Papaver) oder es entsteht eine „falsche Scheidewand" (Glaucium), deren Bildungdurch Entgegenwachsen der beiden Plazenten erklärt wird. Weder die Samen noch die niemals saftigen Früchtezeigen besondere Verbreitungsausrüstungen. Die Samen von Chelidonium (Fig. 728c), Sanguinaria und einzelnenFumarioideen (Fig.738e, k), welche mit Anhängseln (Analogon der Arillus-Bildungen mancher Polykarpier 1) versehensind, werden wohl durch Ameisen verschleppt. Die Papaver-Arten besitzen äusserst kleine Samen; sie gehören zuden „Körnchenfliegern". Eschscholtzia besitzt trockene Schleuderfrüchte, Argemone auffällig bestachelte Früchte.Karpotropische Krümmungen sind in der Familie der Papaveraceen nicht selten; Knospen, Blüten und Früchtebiegen sich häufig nach abwärts. Sehr viele Papaveraceen zeigen eine starke Neigung zur Variation und Ab-änderung, zur Bildung von hybriden Formen und teratologischen Erscheinungen. Die meisten Arten besitzentypische Pollenblumen, worauf die im aufgeblühten Zustande aufrecht stehenden, auffallenden, grellgefärbten,aber honiglosen Blüten hinweisen. Zuweilen wird die Auffälligkeit durch gefärbte Staubblätter erhöht. AlsAnflugplatz dürfte bei den meisten Blüten die Scheiben- oder sternförmige Narbe dienen. Bei Nacht und Regen-wetter wird der Pollen dadurch geschützt, dass die Blüten sich schliessen. Die Blüten der Fumarioideenwerden durch honigsuchende Insekten bestäubt, welche die Kapuze der inneren Kronblätter bei den zwei-spornigen Blüten beliebig nach beiden Seiten, bei den einspornigen nach unten abbiegen und dadurch mit ihrerBauchseite die Narbe bezw. die Antheren berühren, während ihr Rüssel zum Honig vordringt. Heterostyl istEschscholtzia Californica. Mehrere Arten sind selbststeril (pag. 39). Ihre Hauptverbreitung besitzen die Papaveraceenin den extratropischen Gebieten der nördlichen Halbkugel. In den Tropen kommen nur ca. 25 Arten vor;ausschliesslich tropisch ist die Gattung Bocconia aus Mittel- und Südamerika. Nach Fedde dürfen diePapaveraceen borealen Ursprunges sein uud sich vor der Eiszeit von Norden her strahlenförmig nach Süden ver-breitet haben, wobei sie sich in den subtropischen und tropischen Gebieten an die Gebirge hielten. Die Eiszeitvernichtete dann die Angehörigen der F"amilien im nördlichen Europa und Asien bis auf Papaver nudicaule.Nachher entwickelte sich die Familie besonders stark im Mittelmeergebiet, von wo aus nach der Eiszeit einzelneArten ins mittlere und nördliche Europa vordrangen. Eine ähnliche starke Entwicklung erfolgte in Ostasien{jedoch ohne Rückwanderung nach Norden) sowie im pazifischen Nordamerika und den angrenzenden Teilenvon Mexiko. Noch heute befinden sich die meisten Arten in einem Stadium starker Entwicklung. Das gegen-wärtige Vorkommen von Meconopsis Cambrica in Grossbritannien sowie im mittleren und südlichen Frank-reich deutet auf eine früher vorhandene Landverbindung hin. Fossile Reste sind auch ganz wenige bekannt.In Sachsen (Bornstedt) wurde aus dem oberen Oligocaen ein Fruchtrest als Papaverites beschrieben, währendin England in prae- und interglazialen Schichten Samen von dem heute auf Südeuropa beschränkten Hypecoumpendulum oder einer nahestehenden Spezies aufgefunden wurden. Die engste verwandtschaftliche Beziehungweist die Familie mit den Capparidaceae, Cruciferae und Tovariaceae auf. Andrerseits besteht durch den di-oder trimeren Bau eine Anknüpfung an die Berberidaceae, von denen sie sich aber durch den oft syncarpenFruchtknoten unterscheiden. Verschiedene Arten sind für den Menschen wichtige Nutzpflanzen (siehe beiPapaver, Chelidonium, Argemone, Glaucium); früher hatten sie auch medizinische Bedeutung (heute ist dasRhizom von Sanguinaria in Nordamerika offizinell). In unseren Gärten werden zahlreiche Arten als Zier-pflanzen gezogen.
Als Unterfamilien, die auch als selbstständige Familien angesehen werden, kommen die dreifolgenden in Betracht:
1. Hypecofdeae. Kronblätter ungespornt, oft 3-teilig, die äussern von den innern zuweilen ver-schieden. Staubblätter 4, frei. Kräuter und Stauden ohne Milchsaft, mit 1- bis mehrfach gefiederten Blättern.Nördlich gemässigte Zone der alten Welt. Hieher einzig die beiden Gattungen P t eridophyllum (mit P. race-mösum Sieb, et Zucc. im temperierten Ostasien und Japan) und Hypecoum mit 15 Arten vom Mittelmeer-gebiet bis China. Einzelne Arten mit schotenartigen, in einsamige Glieder zerfallenden Früchten in Mitteleuropaselten adventiv, so H. procümbens L. aus dem Mittelmeergebiet. Franz.: Communcornu; ital.: Cornacchinade'grani (Hafen von Mannheim), H. grandiflorum Benth. aus dem Mittelmeergebiet (Hafen von Mannheim,