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(Pharm. Germ., Austr. et Helv.) ist einzig die Colombowurzel (Radix Colömbo) von Jatrorrhi'za pal-mäta (Lam.) Miers aus den Wäldern der ostafrikanischen Küstenländer. Die Droge enthält die 3 dem Ber-berin (dieses fehlt) nahestehenden Alkaloide (Columbamin, Jatrorrhizin und Palmatin), ferner den BitterstoffColumbin und Columbosäure. Die Droge findet Anwendung innerlich als Amarum, Stomachicum und Stypticum,bei Dyspepsien mit Diarrhoe, bei Ruhr, bei Durchfällen der Phtisiker, bei Erbrechen der Schwangeren etc.Cissämpelos Pareira L. (Brasilien) liefert die falsche Radix Pareirae bravae, Chondr öden dr on tomen-tösum Ruiz et Pav. die echte Radix Pareirae bravae, Anamirta Cöcculus (L.) Wight et Arnold (indisch-malayisch) die Kokkelskörner (Fructus cöcculi), welche das giftige Pikrotoxin enthalten. Die letzteren werdenzum Betäuben der Fische sowie zur Verfälschung des Bieres gebraucht. Kultiviert werden bei uns in Gärtengelegentlich Menispermum CanädenseL., der Kanadische Mondsame, aus dem atlantischen Nordamerika(verwildert im Schlossgarten zu Schwetzingen in Baden), M. Dahüricum DC. aus Sibirien, Mongolei und Chinasowie Cebätha (Cöcculus) Carolina Koehne ausNordamerika.
Ausserdem gehören noch die folgenden Familien zu der Reihe der Ranales: J, Lardizabaläceaemit 19 Arten im Himalaya, in Ostasien und Chile (Akebia quinäta [Thunb.] Decaisne aus Japan seltene Zier-pflanze). 8. Trochodendräceae mit 7 Arten in Ostasien. 9. Cerci diphylläceae in Ostasien. 10. Lac-toridäceae einzig mit Läctoris Fern andezian a Philippi auf der Insel Juan Fernandez. 11. Gomorte-gäceae mit 1 Art in Chile. 12. Monimiäceae mit ca. 300 Arten in den Tropen und Subtropen (besonders aufder südlichen Hemisphäre).. 13 Hernandiäceae mit 24 Arten in den Tropen.
53. Fam. Papaveräceae. Mohngewächse.Vorherrschend einjährige oder ausdauernde, krautige Pflanzen mit oder ohne Milch-saft, mit wechselständigen, einfachen oder geteilten Laubblättern. Nebenblätter fehlend.Blüten zwitterig, aus 6 isomeren, alternierenden Kreisen aufgebaut, in Kelch und Kronegeschieden, 2- bis 4- (selten 3-) zählig, radiär oder transversal-zygomorph. Kelchblätter 2,median gestellt, meist frühzeitig abfallend. Kronblätter 4 (seltener 6 oder 10). Staub-blätter 4 bis zahlreich (aus 2 zweizähligen Kreisen durch Verzweigung hervorgegangen)oder 2 (seltener 4), dann aber 3-teilig (Fig. 727 i). Fruchtknoten oberständig, stets ausmehreren (mindestens 2) verwachsenen Fruchtblättern gebildet, meist einfächerig (Fig. 727 g)mit wandständigen Plazenten, oder durch Entwicklung einer falschen Scheidewand zwischenden Plazenten 2-fächerig oder durch einspringende Samenleisten unvollkommen mehrkammerig(Taf. 123, Fig. 2b), schliesslich fast oder völlig mehrfächerig. Samenanlagen 1 bis viele,anatrop bis kampylotrop, mit 2 Integumenten. Narbe häufig komissural (d. h. über denVerbindungslinien der Fruchtblätter stehend), auf kurzem Griffel oder sitzend, mit so vielenLappen als Fruchtblätter vorhanden sind, oft zu einer Scheibe verwachsen (Taf. 123,Fig. 2). Frucht fast stets eine Kapsel, seltener ein Schliess-, Teil- oder Bruchfrucht. Samen mitreichlichem ölhaltigem Nährgewebe, mit kleinem Keimling, manchmal mit Anhängsel (Fig. 728c).
Dem Wüchse nach sind die meisten Papaveraceen als 1- oder 2-jährige Kräuter oder aber alsStauden, deren Erneuerung durch Seitenknospen erfolgt, zu bezeichnen. Verschiedene Fumarioideen zeigenKnollen- oder Zwiebelbildungen. Bei den meisten Arten entfalten sich die ungeteilten (bei EschscholtziaCalifornica sind sie zweispaltig) Kolyledonen über der Erde; nur bei Sanguinaria Canadensis sind die beidenKeimblätter unterirdisch. Verschiedene knollen- bezw. zwiebelbildende Dicentra- und Corydalis-Arten entwickelnnur einen (aus der Verwachsung von zwei entstanden) einzigen Cotyledon, dessen Stiel mit Wurzelhaaren odersogar mit wenigen Wurzeln besetzt sein kann. Mit wenigen Ausnahmen besitzen die fast durchweg weehsel-ständigen Laubblätter eine + geteilte Spreite, deren Zerteilung in sehr verschiedener Ausdehnung erfolgt. Dieam feinsten verteilten Blätter finden sich bei Eschscholtzia und bei Hypecoum. Adlumia und Fumaria capre-olata (Fig. 741a) ranken mit den Spindeln ihrer unveränderten Blätter, während bei Corydalis claviculata(Taf. 124, Fig. 3) und einigen Fumarioideen durch Verkrümmung der Blättchen besondere Ranken ausgebildetwerden. Nebenblattbildungen irgend welcher Art fehlen vollkommen. Allerdings kommen bei einigen Papaver-Arten (P. somniferum und Verwandte) und bei Eschscholtzia am untern Ende des Blattstieles bezw. am Blatt-grunde scheideartige Verbreiterungen vor. Besonderes Interesse haben die bei der Mehrzahl der Papaver Toideae vorkommenden „Milchsaftbehälter". Diese treten entweder in Form von einfachen, dünnwandigen, isoliertenSchläuchen der verschiedensten Form einzeln oder in Längsreihen angeordnet auf; entweder kommen sie nur inden Wurzeln (Eschscholtzia, Glaucium, Hypecoum) oder aber in den Wurzeln und Stengelteilen zugleich vor(Bocconia, Sanguinaria). Von diesen einfachen Schlauchzellen, welche in einzelnen Fällen Farbstoffe oder