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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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seltener zygomorph. Blütenhülle homo- oder heterochlamydei'sch, entweder aus + zahlreichen blumenblatt-artigen Blättern oder aus Kelch und Krone bestehend. Staubblätter oft zahlreich. Fruchtblätter 1 bis viele,meist frei, seltener vereint. Gynaeceum oberständig oder bei abgeleiteten Formen in die hohle Blütenachse+ eingesenkt oder unterständig. Samen meist mit Endo-sperm. Die Ranales sind von Haus aus als entomophil zubezeichnen; Anemophilie ist ein Merkmal von abgeleitetenFormen (Thalictrum). Ausser den bereits besprochenen3 Familien gehören noch die folgenden Familien zu derReihe der Ranales; einzelne Vertreter sind wichtige Nutz-pflanzen oder finden als Zierplanzen bei uns Verwendung:1. Magnoliäceae. Oelführende Holzpflanzen mit wechsel-ständigen, einfachen, ungeteilten, gelappten, sommer- oderimmergrünen wechselständigen Laubblättern; diese oft mitnebenblattartigen Bildungen. Blüten meist einzeln, end- oderachselständig, zwitterig oder eingeschlechtig, wirtelig oderschraubig angeordnet. Blütenhülle meist heterochlamydeisch,oft zahlreich; durch Hinaufrücken von Hochblättern ent-stehen zuweilen kelchartige Bildungen. Staubblätter meistzahlreich. Fruchtblätter oberständig, meist zahlreich, frei,seltener vereinigt, schraubig oder zyklisch angeordnet, mitwandständigen, anatropen Samenanlagen; letztere mit 2 In-tegumenten. Früchte: Kapseln, Schliessfrüchte oder Beeren,zuweilen zu Sammelfrüchten vereinigt. Samen auf ver-längerter oder stark gewölbter Achse mit reichlichem, nichtzerklüftetem Endosperm und kleinem Embryo. Zu dieserFamilie gehören ca. 100 Arten, die in den Tropen deralten (excl. Afrika) und der neuen Welt sowie im nördlichenextratropischen Florenreich (Himalaya, Japan, atlantischesNordamerika) zu Hause sind. Südlich extratropisch isteinzig die Gattung Drimys, die in ganz Südamerika, inNeu-Holland, Borneo und Polynesien zu Hause ist. Hieherdie Gattung Magnölia mit ca. 26 Arten im tropischen

Asien, in Ostasien und im atlantischen Nordamerika beheimatet. Bäume oder Sträucher mit ganzrandigen,meist über der Mitte am breitesten Blättern; letztere anfangs mit ringsgeschlossenen Scheiden. Blüten end-standig. Blütenhülle durchaus kronblattartig oder der äussere Kreis kelchartig. Antheren intrors. FrüchteBalgkapseln (Fig. 724a, b), meist auf dem Rücken, seltener am Grunde ringförmig aufspringend. Samen anlangen Fäden heraushängend (Fig. 724 c). Während der Kreide- und Tertiärperiode kamen zahlreiche Arten inganz Europa, Grönland, Spitzbergen, Sachalin etc. vor, ebenso im Bernstein an der Ostsee. Mehrere Artenund Hybriden werden wegen des schönen Laubes und der grossen, z. T. wohlriechenden, weissen oder rötlichenBlüten, welche sich vor dem Laubausbruch entwickeln, bei uns als Zierbäume gezogen, so Magnölia obo-väta Thunb. (= M. denutäta Lam.) aus China, M. precia Corr. (= M. Yülan Desf.) aus China, M.hypo-leuca Sieb, et Zucc. aus Japan und Zentral-China, M. tripetala L. aus Nordamerika, M. glaüca L. ausordamenka, M. m acroph ylla Michx. aus Nordamerika, M. acuminäta L. aus Nordamerika etc. Die ameri-kanischen Arten sind bedeutend härter (d. h. sie bedürfen im Winter kaum des Schutzes) als die ziemlich empfind-asiatischen Magnolien. Mehrere Arten liefern Werkholz. Liriodendron tulipifera L. Tulpen-Rhod' , ranZ " : Tuli P ier ; engl.: tulip tree (Fig. 724d bis g und Fig. 725). Heimat: Nordamerika (Vermont und,. , a " Florida, Arkansas; am schönsten in geschützten Tälern der südlichen Alleghanies). Stattlicher,

eimat bis 65) m hoher Baum mit pfeilgeradem Stamm, kräftig, verästelt. Laubblätter sommer-^ U "' r Vle g es taltig, gelappt, 6 bis 24 cm lang, kahl, gestutzt, oberseits glänzend grün, unterseits heller oder,run ( erbstfarbung intensiv goldgelb), auf der Unterseite in den Aderwinkeln mit rinnenförmigen,ertiefungen (Milbenhäuschen»). Nebenblätter (Fig. 7241) ungeteilt, anfänglich die Sprossspitzeeinschließend. Bluten endständig, gross, tulpenähnlich; die 3 äusseren Blätter der Blütenhülle (Fig. 724h)kelchartig, zuruckgebogen, grünlich, die 6 inneren kronblattartig, aufrecht, gelbgrün oder schwefelgelb undorangerot gestreift. Antheren extrors. Früchte einsamige Balgfrüchte (Fig. 724 g). Teilfrüchte mit langem,einseitig befestigtem Flügel (Windverbreitung!). Der Tulpenbaum findet sich in Europa schon lange (seit 1688)in Kultur, zuweilen auch halb verwildert (z. B. Eschenberg bei Winterthur). Er liebt einen guten, gleichmässigfeuchten, lehmigen Boden und etwas windgeschützte Lagen. Das leichte uud weiche Holz findet in Amerika

Fig". 723. Blühende Magnölia in Kultur.Phot. Jos. Ostermaier, Dresden.