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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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dolden oder sehr kurzen Rispen, 2-häusig, weisslich-grün, mit 4-zähliger, am Grunde ver-wachsener Blütenhülle. Männliche Blüten meist mit 10 oder 12 (Taf. 122, Fig. 2b undFig. 726b), seltener weniger Staubblättern, die beiderseits fast in der Mitte eine ziemlichstiellose Drüse tragen (seltener die des äusseren Staubblattkreises drüsenlos). Antherenintrors, mit 2 nach aufwärts gerichteten Klappen sich öffnend (Taf. 122, Fig. 2b, d, e).Weibliche Blüten mit 4 Staminodien. Fruchtknoten kurzgestielt, 1-fächerig mit einerhängenden Samenanlage, einem kurzen Griffel und mit 3-kantiger, stumpfer Narbe (Taf. 122,Fig. 2 a). Frucht eine zuerst grüne, später tiefschwarze Beere, eiförmig, bis 2 cm lang,dem unverdickten Stiele aufsitzend. IV, V.

Verwildert oder kultiviert an felsigen, buschigen Orten am Südfusse der Alpen, soim südlichen Tirol (im Etschtal aufwärts bis Meran) und im Tessin (angeblich wild aufdem Monte Arbostora).

Die ursprüngliche Heimat des Lorbeers in historischer Zeit liegt wohl in Kleinasien und im Balkan;allerdings war er vor dieser Zeit bereits in Süd- und Mitteleuropa vorhanden. Heutzutage ist Laurus nobilisim ganzen Mittelmeergebiet (auch noch auf der Insel Wight) verbreitet. Abbildungen des Lorbeerbaumesfinden sich im alten Pompeji. Im Mittelmeergebiet (z. B. bei Abbazia) bildet er zuweilen kleinere Wälder,denen Quercus pubescens, Castanea sativa, Ostrya carpinifolia, Fraxinus Ornus, Paliurus australis, CarpinusDuinensis, Cotinus coggygria, Ruscus aculeatus, Melittis Melissophyllum, Tamus communis, Clematis Vitalba,Smilax aspera, Asparagus acutifolius etc. beigemischt sind. In derartigen Lorbeerwäldern erreichen die dunkelbelaubten Bäume nach Schiffner nur massige Dimensionen; die Stammdicke beträgt meistens nur 10 bis20 cm im Durchmesser. In Mitteleuropa hält der Lorbeer im Freien nicht aus; er wird als Kübelpflanzeoft mit grausam zugestutzter Krone gezogen (in Schlesien seit der Zeit Ludwigs XIV.) und schmückt bei ernstenund heiteren Festen unsere Zimmer, Treppenfluren, Wintergärten etc. Daneben finden die Zweige alsLorbeer-kränze" bei weltlichen Festen aller Art Verwendung. Bei den alten Griechen (Daphne" genannt) stand der Lorbeerals Symbol in hohem Ansehen; er war dem Apollo heilig und wurde als Götterbaum bei den apollinischen Heilig-tümern angepflanzt. Auch wird er bereits in der Sage des Orestes und in der Argonautensage angeführt. Da er«inem Gotte geweiht war, so verlieh der Lorbeerstab dem Seher die Kraft das Verborgene zu schauen. Frühzeitigwurde der Lorbeerkranz das Abzeichen der Sänger und Dichter. Die griechischen Ansiedler brachten den Lorbeernach Italien. Theophrast berichtet bereits 300 v. Chr. über den Reichtum der latinischen Ebene an Lorbeer-bäumen. Dioskorides und Galen erwähnen ihn als Seuchenmittel. Im 12. Jahrhundert wird er von derhl. Hildegard medizinisch empfohlen undLaurus" genannt. Im 13. Jahrhundert wird er gegen Nierenleidenangewandt. Wegen seines aromatischen Geschmackes finden die Blätter heute als Gewürz in der Küchereichlich Verwendung. Auch ein Teesurrogat wird daraus bereitet. Das Holz ist zu Drechslerarbeiten beliebt.Von Laurus leitet sich der NameLoretto" ab, den verschiedene Wallfahrtskirchen und Gnadenörter tragen.Frucht und Oel finden in der Medizin Verwendung. Aus den Früchten (Fructus Lauri, Baccae Lauri) wirdein Pulver (Pharm. Germ, et Austr.) bereitet, welches innerlich als gewürzhaftes Stomachicum, Diureticum,äusserlich bei Hämorrhoiden zu Salben, hauptsächlich aber in der Tierheilkunde angewendet wird. Die Drogeenthält bis l°/o ätherisches Oel mit Pinen, Cineol, Laurinsäure usw., 25 bis 30°/o Fett, ca. 0,25 °/o Laurin,Laurinsäure, Zucker, Gummi, Stärke, Bassorin und nicht mehr als4°/o Asche. Lorbeeröl (Oleum Lauri. Pharm.Germ., Austr. et Helv.) ist das hauptsächlich in Italien und Griechenland durch Pressen der zerkleinerten underwärmten Lorbeerfrüchte gewonnene Fett; letzteres ist in den Früchten bis zu 31,5°/o vorhanden. Lorbeerölist ein grünes, salbenartig kristallinisches Gemenge von Fett, Chlorophyll und ätherischem Oel. In der Medizinfindet Lorbeeröl nur selten, äusserlich für sich oder in Form von Salben zu schmerzstillenden Einreibungen, beiGeschwülsten, Rheumatismus, Kolik etc. Anwendung. Dagegen wird es umsomehr in der Liqueur- und Seifen-fabrikation benützt; ausserdem ist es ein ausgezeichnetes Mittel zum Fernhalten von Insekten. Das aus den Blätterndurch Destillation mit Wasserdampf gewonnene ätherische Oel (Oleum Lauri foliorum) ist nur wenig im Handelanzutreffen. Die Oelzellen des Lorbeerblattes werden nach Biermann bereits in der Knospe angelegt und zwar in denfrühesten Stadien. Die Entstehung derselben erfolgt stets zuerst in der Nähe der Leitbündel, um sich von dort ausüber die ganze Blattfiäche zu verteilen. Als Besucher von Laurus nobilis werden die Furchenbiene Halictuscalceätus Scop. var. obovätus, die Ichneumonide Bässus laetatörius, die Honigbiene etc. angegeben.

Die Nymphaeaceae, Ceratophyllaceae und Ranunculaceae gehören zu der Reihe der Ranäles oderPolycärpicae, eine sehr natürliche Gruppe, unter denen sich auch Formen finden, welche sich an die Mono-kolyledonen angliedern lassen (vgl. Bd. I, pag. 164 und Bd. III, pag. 6). Kräuter und Holzgewächse, zuweilenmit Oelzellen. Blüten meist azyklich (seltener teilweise oder ganz zyklisch), in der Regel zwitterig, häufig radiär,

tfMB