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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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gelber Farbstoff (Berberin) gewonnen werden, der zum Gelbfärben von Wolle und Leder benützt wird. In demRindenparenchym der Stengel und Wurzeln (doch nicht in den Blättern) einer grösseren Zahl von Berberis-Arten,ebenso in dem Wurzelstock von Hydrastis Canadensis, im Stengel von Coptis trifolia und Xantorrhiza apiifolia(drei Ranunculaceen) ist das giftige, gelbe Alkaloid Berberin von der Formel C20 Hio NOs vorhanden (Nachweismit der Gordin'schen Azetonreaktion). Ein Derivat des Berberins ist das wegen seiner roten Farbe so genannteBerberrubin (C19 His NO4). Es entsteht nach Frerichs durch Einwirkung einer hohen Temperatur auf Berberin,wenn man Berberinhydrochlorid und Harnstoff einige Zeit auf ca. 200° erhitzt. In der Nähe von Getreide-feldern sollte de Strauch nicht geduldet werden, da er die Ueberwinterungsform des Getreiderostes (Puccmiagraminis), das Aecfdium Berberidis, beherbergt. Im Sommer kann man auf Blättern des Sauerdornes{besonders auf der Unterseite) oft eine Menge von orangegelben Flecken oder Pusteln erkennen (Becherrost").Ein solches Aecidium ist mit einer Hülle umgeben und enthält im Innern eine grössere Zahl von in parallelenReihen angeordneten Sporen (genauer Chlamydosporen), welche oben abgeschnürt werden, abfallen und wennsie auf Grasblätter übertragen werden, sogleich keimen können (Fig. 720). Neben der Aecidienform treten aufder Oberseite des Berberitzenblattes gelegentlich kleinere, krugförmige Behälter auf; es sind dies die Spermogonien,über deren Bedeutung für die Fortpflanzung des Pilzes man nicht näher unterrichtet ist. In einzelnen Gegenden(stellenweise ganz fehlend) wird auf den Wurzeln Orobanche lucorum A. Br. angetroffen, ein ziemlichspezialisierter Parasit; ausser auf Berberis wird er vereinzelt auf Rubus caesius beobachtet.

CCCV. Epimedium x ) L. Sockenblume.

Zu der Gattung gehören ca. 18 Arten (Stauden)der gemässigten und subtropischen Zone mit 3-zähligen odermehrfach zusammengesetzten Laubblättern. Ausser nr. 1158werden gelegentlich in Gärten als Schattenpflanzen kulti-viert: E. Youngiänum Fisch. (= E. Musschiänum), E.macränthum Morr. et Descn. aus Japan, E. pinnätumFisch, aus Persien etc.

1158. Epimedium alpinum L. Alpen-Sockenblume, Bischofsmütze. Franz.: Epi-mede des alpes; engl.: Alpin Barrenwort. Fig.721und 722.

Ausdauernd, 20 bis 30 (40) cm hoch, mitkriechender, ungegliedert-ästiger Grundachse;letztere einige Niederblätter tragend. Stengel auf-recht, kahl, stumpfkantig, unten von einigenNiederblättern gestützt. Stengelständiges Laub-blatt 1, den Blütenstand überragend, gestielt,doppelt 3-zählig, mit ziemlich langgestielten, 4 biso cm langen, herzförmigen, zugespitzten, wimperig-gesägten, oben dunkel-, unten hellergrünen, zuerstbewimperten, später verkahlenden Blättchen mitdeutlich erhabenem Adernetz. Blüten in aufrechteroder überhängender, sehr lockerblütiger, ästiger, l((j%drüsig-bewimperter Rispe, + 1 cm im Durch- ^ \\vtmesser, doppelt 2-zählig (Fig. 721 i). Kelch- ^~

blätter 4, grünlichrot, + 5 mm lang, halbsolangals die Kronblätter, bereits vor dem Aufblühenabfallend (Fig. 721b, c). Kronblätter sternförmigausgebreitet, vor den Kelchblättern stehend, blut-

>) Name einer blattlosen Pflanze mit epheuähnlichen Blättern bei Dioskorides (Mat. med. IV, 19) undPlinius (Hist. nat. XXXVII, 76).

Fig 721 Epimedium alpinum L. a Habitus ('/s naturl.

Grösse), b Blüte mit, c ohne Kelchblätter, d Honigblatt.

c, f Staubblatt, g Fruchtknoten, h Aufgesprungene

Fruchtkapsel, i Diagramm (nach Eichler).