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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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an trockenen Abhängen nicht selten beobachten neben Hippophaes rhamnoides, Juniperus, Sedum maximumund album, Stachys rectus, Digitalis ambigua, Verbascum thapsiforme, Vincetoxicum officinale, Medicagofalcata, Dorycnium Germanicum (selten), Cirsium lanceolatum, Buphthalmum salicifolium, Artemisia vulgaris,

Helianthemum vulgare, Globularia cordifolia, Asperulacynanchica, Melandriutn album, Anthericum ramosum,Allium fallax etc. Am Ost- und Südrande des Alpen-landes (z. B. in Niederösterrefch und Steiermark)gehört der Strauch demPontischen Buschgehölz" anund ist hier vergesellschaftet mit Quercus pubescensund Cerris, Prunus Mahaleb, Ulmus glabra, Cotone-aster integerrima, Colutea arborescens, Euonymusverrucosus und vulgaris, Acer campestre, Rhamnuscathartica, Cornus mas und sanguinea, Clematisrecta, Adonis vernalis (Bd. III, pag. 59/), Hesperis tristis,Cytisus nigricans und hirsutus, Geranium sangui-neum, Dictamnus albus, Teucrium chamaedrys, Salvianemorosa, Origanum vulgare, Veronica Austriaca,Asperula tinctoria, Inula ensifolia und hirta, Arte-misia Pontica und Austriaca, Centaurea Rhenana,Scorzonera Austriaca, Lactuca quercina etc.

Die homogamen Blüten mit halbverborgenemHonig (ebenso diejenigen von Berberis Aquifolium)haben wegen ihrermechanisch-reizbaren" Staub-blätter schon lange das Interesse der Blütenbiologenin Anspruch genommen. Allerdings deutete manfrüher (z.B. Sprengel) diese Einrichtung irrtümlichals Mittel zur Sicherung der Selbstbestäubung. ErstHermann Müller erklärte diese Auffassung als un-richtig und deutete die Blüteneinrichtung auf Fremd-bestäubung. Die Blüten stehen wagrecht oder schrägnach abwärts, wodurch sie gegen das Eindringen desRegens + geschützt sind. Dieser Schutz wird durchdie konkaven Blütenhüllblätter, welche die Staubblätter im ungereizten Zustande völlig in sich aufnehmen und dieStaubbeutel mit ihren Spitzen zudecken, wesentlich erhöht. Die Nektardrüsen liegen als 2 dicke, fleischige, orange-farbene Körper an der Basis der Kronblätter und zwar so dicht aneinander, dass sie sich berühren. Wenn honig-saugende Insekten den Nektar aufsuchen, kommen sie mit dem verbreiterten, reizbaren Grunde der Staubfäden inBerührung und veranlassen dadurch ein plötzliches Einwärtsbiegen des Staubblattes nach dem Stempel hin, wobei derRüssel oder der Kopf des Insektes von der geöffneten Anthere seitlich getroffen wird. In diesem Zustande verlassendie Insekten meistens die betreffende Blüte, um eine andere aufzusuchen und dadurch Fremdbestäubung zu vollziehen.Als Narbe fungiert der klebrige Rand der auf dem Fruchtknoten sitzenden Scheibe (Fig. 719 f). Bei ausbleibendemInsektenbesuch tritt beim Verwelken der Blüte spontane Selbstbestäubung ein, indem die Antheren von selbstmit der Narbe in Berührung kommen. Als Besucher kommen Dipteren, Hymenopteren (namentlich Bienen undHummeln) sowie verschiedene Käfer in Betracht. Zur Verbreitung des Strauches tragen wohl Vögel wesentlichbei; die scharlachroten Beeren heben sich im Spätsommer von dem grünen Laub deutlich ab (Kontrastfarbe!).Die jungen Blätter zeigen eine ausgesprochene Rotfärbung (wohl Schutz des Chlorophylls vor zu starkem Licht).Die Blattbüschel stellen Kurztriebe dar, welche in der ersten Vegetationsperiode terminale Blütenstände ent-wickeln, im nächsten Frühjahr neue Kurztriebe erzeugen; sie werden gewöhnlich 3 Jahre alt. Einzelne wachsenauch zu Langtrieben aus; diese sind mit Dornen besetzt, in deren Achseln sich wiederum Kurztriebe entwickeln.Die Dornen sind bei Berberis aus Blättern hervorgegangen, stellen also reduzierte Blätter (Blattdornen) dar.Schon die allerersten auf die beiden einfachen Kotyledonen folgenden Blätter tragen am Rande Dornen; diefolgenden lassen alle Uebergänge von den dornentragenden Blättern bis zu den dreiteiligen oder ungeteilten Dornenverfolgen (Fig. 719 a bis d). Wegen der starken Bewehrung wird der Strauch vom Weidevieh verschont. Dieim reifen Zustande erfrischend schmeckenden Beeren werden vielerorts mit Zucker eingemacht oder zu Konfitürenverwendet. Die Beeren besitzen einen grossen Gehalt an Apfelsäure; aus dem Saft, der ausserdem Zitronen-und Weinsäure enthält, kann Limonade bereitet werden. Das Berberitzenholz ist sehr hart, regelmässigund fein gebaut, schön gelb und ist ein wertvolles Nutzholz für eingelegte Arbeiten; ebenso für den Drechsler.Auch Zahnstocher werden aus dem gelben Holz geschnitten. Aus Holz, Rinde und Wurzel kann ein schön

Fig. 720. Becherrost, a Berberitzenzweig mit Aecidien. b Aeci-dium vergrössert. c Querschnitt durch das Blatt; unten dieAecidien (a), oben im Pallisadenparenchym Spermogonien (p).

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