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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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Saurach (hauptsächlich Büchername!), Surbeeri, -blatt, -blettli, -laub (Schweiz, Elsass), Essig-flaschl (Westböhmen), Essigscharl (Niederösterreich), Essigbearl, -birl (bayerisch-österreichisch),Weinscharl, -scharling (Oesterreich), Wai (n)s ch alala (Böhmerwald), Weinzäp f er ch en (Schmal-kalden), Beissl-, Boasslbeer [wegen des sauren, beissenden Geschmacks] (bayerisch, österreichisch),Spitzbeeri, Rispitzbeeri (Schweiz), Fässlistruch, -chrut (Schweiz: Thurgau), Zizerl (Oesterreich),Bube(n)schenkel (Württemberg: Biberach). Die Blätter (und Früchte) werden von Kindern gekaut, sonstüberlässt man die Pflanze dem Kuckuck und Hasen (vgl. Oxalis Acetosella) oder derGeiss: Buebe(n)laub(Elsass), Buebebeeri, -bletter (Thurgau), Guggerchrut, -beeri, -brod, -laub (Schweiz), Hasen-brot (Elsass); Geis e suram pf er (Elsass), Gitzibeer (St. Gallen), Geisse(n)laub (Schweiz). Nicht selten(besonders im Alemannischen!) finden sich Entstellungen (bezw. Anlehnungen anErbse") des latein.berberis",die oft geradezu grotesk sind: Berbesbeer (Gotha), Erbsei, Irb sele (schwäbisch), Erbsenseele (Elsass),Erbsele, Oerbsele, Uerbsele (Schweiz). Im romanischen Graubünden heisst der Strauch bezw. dessenFrucht: pergauggle, arschügler, arsüglas, spinatsch, vignatscha (Engadin), spin gialt [= gelberDorn], spin da krus (Puschlav) und truspin (Bergün).

Bis 3 m hoher Strauch mit glatter, hellgrüner Rinde. Laubblätter der Langtriebezu 1 bis 2 cm langen, einfachen oder bis 7-teiligen Dornen umgewandelt, in deren Achseln dieKurztriebe stehen; letztere tragen einen Büschel von kurzgestielten, länglich-eiförmigen, amRande scharf dornig-gewimperten, derben Laubblättern. Blüten in einfachen, hängenden,vielblütigen Trauben, ebenfalls aus den Kurztrieben entspringend, mit intensivem Geruch,gelb. Kelchblätter meist 6, in 2 Kreisen angeordnet, goldgelb. Kronblätter 6 (Fig. 7191), in2 Kreisen angeordnet, 5 bis 7 mm lang, eiförmig, hohl, halbkugelig zusammenneigend, amGrunde mit 2 Drüsenhöckern (Tai 122, Fig. lb, lc, ld). Staubblätter 6, in 2 Kreisen stehend,reizbar, d. h. nach Berührung auf der Innenseite sich an den Fruchtknoten legend, mitbreiten Filamenten und 2-fächerigen, introrsen Antheren; letztere sich mit einer von untennach oben zurückrollenden Klappe öffnend (Tai 122, Fig. le, lf, lg). Fruchtknoten 1,kurz, oberständig, mit breiter Narbe (Fig. 719f) und 2 Samenanlagen (Fig. 719k); letzteremit 2 ungleich grossen Integumenten. Beeren länglich, bis 10 mm lang, scharlachrot, sauer-schmeckend. Samen 2 (selten 3), 4 bis 6 (10) mm lang, mit geradem, fast ebenso langemKeimling im reichlichen Endosperm (Fig. 719g bis k). IV bis VI.

Verbreitet (doch stellenweise selten) an sonnigen Stellen, trockenen, steinigen Hügeln,in Gebüschen, Vorhölzern, Flussauen, Hecken; von der Ebene bis in die Voralpen undAlpen (Bernina 2310 m). Gern auf Kalk und Grauwacke. Ausserdem in Gärten undParken, auch zu Hecken gepflanzt und dann einzeln verwildert.

Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (fehlt im nördlichen Skandinavien,in Nord-Russland, Griechenland und in der Türkei), Kaukasus (jedoch nicht in Asien).

Aendert ab: var. alpestris Rikli.Blütenstand kurz, gedrungen, + steif auf-recht, dichtblütig, nur 1,2 bis 2,5 cm lang. \^Kelch aussen öfters rot angelaufen. Laub-blätter derber, kleiner, schärfer und reichlicherstachelig bezahnt. Dornen kräftiger, oft solang oder selbst länger als das Laubblatt. - wAn heissen, dürren Abhängen der Alpentäler(Wallis) mit trockenheitliebender Begleitflora.f. oocärpa Wilczek. Früchte grösser als beimTypus, 8 bis 10 mm lang und 4 bis 5 mm dick. ,/Z s ^\;

Ausserdem befinden sich verschiedene Garten- 4 .'([ ^0 jl'J *formen in Kultur, u. a. eine solche mit dunkel- ' &

rotem Laub, eine andere mit gelben Beeren etc.Dieser sehr widerstandsfähige Strauch,der auf dem dürrsten Boden zu gedeihen vermag,erscheint namentlich in den Alpentälern nicht Fi %- 719 - Berberis vulgaris L. a bis d Entwicklung der Dornen , ,. , (nach A. P. de Cando 11 e). <r Keimpflanze. / Fruchtknoten mit Narbe.

Selten m grosserer Zahl. Hier kann man ihn bis k Same mit Samenanlagen. I Diagramm (nach Eichler;.