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Die Gattung umfasst ca. 20 Arten, die in Europa und im gemässigten Asien zu hause sind. Zu der"Sektion Adönia DC. (Einjährige Kräuter mit aufrechtem oder aufstrebendem, stehenbleibendem Griffel undhängender Samenanlage; Fig.717d) gehören ca. 10 einander sehr nahestehende Arten, die besonders im Mittelmeer-gebiet vorkommen (z. B. A. autumnalis). Die zweite Sektion Consiligo DC. (Ausdauernde Pflanzen mit behaartenFrüchtchen, hakenförmig gekrümmtem, stehenbleibendem Griffel und mit schiefer oder aufrechter Samenanlage;Fig. 7'7n) ist in Mitteleuropa einzig durch A. vernalis vertreten. Weitere Arten finden sich in den Pyrenäen•(A. Pvrenäica DC.), im südöstlichen Europa (A. Wolgensis Stev., geht westlich bis Siebenbürgen) oder im Himalaja.(z. B. A. chrysocälyx Hook, et Thoms.). Von den mitteleuropäischen Arten ist nur das pontische A. vernalis alswirklich ursprünglich zu betrachten, die andern in den Getreidefeldern vorkommenden Arten sind wohl nureingeschleppt. Alle Arten sind als proterogyne Pollenblumen zu bezeichnen, die sich periodisch öffnen und«chliesen. Die brennendroten oder gelben Kronblätter dienen als wirksames Anlockungsmittel. BesondereHonigblätter, ebenso Honiggruben fehlen wie bei der Gattung Thalictrum vollständig. Hinsichtlich des Blatt-typus wiederholt die Gattung die fiederblätterige Form vieler Pulsatillen. Mehrere Arten sind bei uns seitlangem beliebte Zierpflanzen, welche wenig Pflege erfordern. Für Felspartien eignen sich A. Pyrenaica DC.und A. Amurensis aus der Mandschurei. In den Wurzeln von A. aestivalis kommt ca. 0,45°/o Manganoxydvor. Durch die Spectralanalyse wurde ferner die Anwesenheit von Lithium festgestellt. — Die Adonisartengelten allgemein als giftig oder doch als giftverdächtig. A. mi er oeärp a DC. aus Südeuropa ist für Tirol undVorarlberg eine sehr zweifelhafte Adventivpflanze.
1. Pflanze ausdauernd. Blütendurchmesser 3 bis 7 cm. Kronblätter 12 bis 20, schmalkeilförmig,•stets gelb. Früchte behaart, mit hakigem Schnabel (Fig. 717 1. nr).......A. vernalis nr. 1153.
1*. Pflanze einjährig. Blütendurchmesser 2 bis 3 cm. Kronblätter 5 bis 8, rot oder seltener gelb.Früchte kahl, mit + geradem Schnabel......................... 2.
2. Kelchblätter behaart (später kahl). Kronblätter ausgebreitet. Schnabel der Früchte an derSpitze schwarz..........................A. flamm eus nr, 1154.
2*. Kelchblätter stets kahl. Fruchtschnabel gleichfarbig ..............-2.
3. Kelchblätter der Krone anliegend. Kronblätter ausgebreitet, flach. Früchte am Rücken mit 1.vorn mit 2 Zähnen (Fig. 717k)....................A. aestivalis nr. 1155.
3*. Kelchblätter abstehend bis zurückgeschlagen. Kronblätter halbkugelig zusammenneigend, hohl.Früchte an der Längskante zahnlos (Fig. 717h).......... . . . A. autumnalis nr. 1156.
1153. Adonis vernalis L. (=A. Helleborus Crantz, = A. Apennina Jacq.). Frühlings-Adonisröschen. Franz.: Adonide de Printemps, Grand oeil de boeuf. Taf. 121,
Fig. 5, Fig. 716 und Fig. 7171 bis n.
Ausdauernd, 10 bis 30 (60) cm hoch mit kräftigem, schwarzbraunem, langfaserigemWurzel stock; letzterer fertile und sterile Sprosse treibend. Stengel aufrecht, einfach oderverzweigt, kahl, nur zuerst schwach behaart, unten beschuppt, mit Längsriefen. Laublättersämtlich stengelständig, + sitzend, 2- bis 4-fach gefiedert mit schmal-linealen Zipfeln,gedrängt stehend, kahl oder zerstreut behaart. Blüten einzeln, endständig, aufrecht, 3 bis7 cm im Durchmesser, gelb. Kelchblätter breit-eiförmig, weichhaarig, den Kronblätternangedrückt. Kronblätter 10 bis 20, schmal-keilförmig, ganzrandig oder gezähnelt, 20 bis40 mm lang, hellgelb. Staubblätter zahlreich, gelb. Früchte dicht gedrängt (Fig. 7171),4 bis 5 mm lang, bauchig gewölbt, fast kugelig-verkehrt-eiförmig, runzelig-netznervig, behaart,gegen den Grund verschmälert, gekielt, mit seitlichem, hakenförmigem Schnabel (Fig. 717m).— IV, V (selten nochmals im Herbst blühend: var. serötinus Wahr.).
Stellenweise auf sonnigen, dürren Hügeln, felsigen Stellen, Felsköpfen, buschigen Ab-hängen, auf Heidewiesen, in Kiefernwäldern der Ebene. Mit Vorliebe auf Kalk und Gips, dochauch auf Sandboden. Selten adventiv (z. B. Kaibahnhof Königsberg).
In Deutschland selten im Elsass (Hardtwald bei Heiteren unweit Neu-Breisach), in Bayern(Garchingerheide bei München, Külsheim bei Windsheim, Grettstadt bei Schweinfurt, Hammelburg und im Keuper-gebiet bei Ansbach, Aschfeld, Ober- und Untereschenbach, Sulzheim, Gerolzhofen, Königshofen und Laub,Pilster bei Römershag (?), Schifferstadt in der Pfalz; für Straubing und Regensburg sehr fraglich), im Rhein-gebiet von Dürkheim bis Bingen (besonders im Mainzer Sandgebiet; bei Offenbach, Worms, bei Kreuznach [auf•dem Rosenheimer Berg längst ausgerottet), mehrfach in Thüringen und Kyffhäuser, Südharz, um Halle, Magdeburg