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Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (fehlt nur im hohen Norden),Nordasien.
Diese sehr vielgestaltige Art, von der nicht weniger als 210 Synonyme bekannt sind, lässt sichfolgendermassen gliedern: I. subsp. minus (L.) Schinz et Keller. Laubblätter am Stengel ziemlich gleich-massig verteilt, oberwärts meist allmählich kleinerwerdend. Nerven der Blattunterseite wenig starkhervortretend. — Hieher gehört 1. var. collinumWallr. Stengel aufrecht, 20 bis 45 cm hoch. Laub-blättchen klein, kaum 1 cm lang, + zart, dünnlaubig,am Grunde + keilig oder abgerundet, nicht herzförmig.Endblättchen oft mehr als 3-zähnig (Verbreitet aufBergwiesen der Alpentäler in der Schweiz). — 2. var.röridum Wallr. (= T. montanum var. roridum Wallr.,= var. glaücum Neilr., = var. pruinösum Rchb.).Stengel niederliegend, aufsteigend, 20 bis 30 cm hoch,vom Grunde an buschig verzweigt. Wurzelstock kurz,abgebissen. Stengel und Blattrückseite seegrün (Felsen-pflanze). — Hiezu: var. silv äticum (Koch). Wurzel-stock kriechend, Ausläufer treibend. Stengel bis80 cm hoch. Blättchen grösser, dünnlaubig (SchattigeWälder). — 3. var. virens Wallr. (= T. monticolumJord), Wurzelstock kurz. Stengel gerillt, hin und her-gebogen. Blättchen grün (Selten). — 4. var. glandu-16sum Koch. Aehnlich T. foetidum. Kleine, drüsige,zartblätterige Alpenform. Stengel jedoch kantig ge-furcht (Auf Felsen und Moränenschutt der Alpen). —5. var. Jacquiniänum Koch. Stengel aufrecht, 40 bis"0 cm hoch. Laubblättchen 1 bis 2 cm lang. Blüten-rispe verlängert, wenig beblättert, mehr ausgebreitet(An felsig-buschigen Abhängen). — 6. var. flexu-osum Bernhardi. Aehnlich voriger var., aber Stengelschlank, linienartig hin- und hergebogen (Uferge-büsche). — 7. var. orei'tes (Jordan) Briquet (=Th. nütans DC.). 40 bis 60 cm hoch, kriechend, kahl.Laubblätter unregelmässig verteilt mit wenig her-vortretender Nervatur. Blättchen breit verkehrt-eiförmig, 3-Iappig, mit stumpfen und feinbespitztenLappen. Blütenstand 10 bis 15 cm breit und ebensolang, mit zarten, ausgebreiteten Stielen (Wallis). —8. var. elätum Koch. Stengel kräftig, fast vomGrunde aus beblättert. Blättchen 1,5 bis 3 cm lang,aus keiligem Grunde 1- bis 5-lappig, abgerundet,bespitzt. Tragblätter langgestielt und oft fast grannig-spitzig. Blüten klein. Blütenrispe oft zusammen-gezogen, wenigblütig. — 9. var maius Jacq. Pflanze hoch, schlank, mit dünnen zarten Blütenstielen. Blättchen3 bis 4,5 cm lang, meist dünnlaubig, schwachnervig, oft auffallend breit, mit mehr abgerundeten Lappen.Antheren so lang wie die Filamente. Früchte 6 bis 7 mm lang (In schattigen, feuchten Wäldern, unter Gebüsch,in Vorhölzern, an Felswänden), — 10. var. capilläre Rchb. Aehnlich der var. maius. Blütenstiele jedochstark verlängert, fast haarförmig dünn. Staubfäden doppelt so lang als die Antheren.
II, subsp. saxatile (DC.) Schinz et Keller (Fig. 712c bis f). Stengel steif, oft zickzackartig hin- undhergebogen, am Grunde oder gegen die Mitte des Stengels beblättert. Blättchen derb, mit unterseits vorspringendenNerven. Blütenrispe offen, mit + abstehenden Rispenästen, fast blattlos. — Hiehergehört: var. pub es c ens Schleich.(=T. montanum var. glandulösum Wallr.). Stengel, Blätter und Blütenstiele dicht drüsig-behaart. — var. alpestreGaud. Pflanze 15 bis 30 cm hoch, steiflich, aufsteigend. Blättchen kleiner, am Grunde dichtgedrängt. Blüten-stand wenigblütig, geschlossener (Alpen, fast stets über 1800 m).
Die Blüten dieser Art nehmen nach Knuth eine Mittelstellung zwischen Wind- und Insektenblütigkeitein. Aus den honiglosen Blüten ragen die am Grunde verdünnten Staubfäden schlaff heraus, so dass sie vonjedem Luftzug leicht in Bewegung gesetzt werden. Anderseits werden die Blüten durch die schwefelgelbe
Fig. 712. Thalictrum minus L. a Blütenspross. b Kinzelblüte(vergrössert). — Th. minus L. subsp. saxatile (DC.) Schinzet Keller, c Habitus (73 natürl. Grösse), d Blattfieder. e Frucht-stand, f Früchtchen.