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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Farbe der Staubblätter recht auffällig gemacht, so dass sich auch hie und da Insekten einfinden. Die letzterenbewirken ebensoleicht Fremd- als Selbstbestäubung. Infolge der ausgeprägten Proterogynie ist auch bei derBestäubung durch den Wind Fremdbestäubung gesichert.

1149. Thalictrum Bauhini 1 ) Crantz (= Th. angustifolium L. nee Jacq.). Bauhin's

Wiesenraute. Fig. 713.

Ausdauernd, 30 bis 100 cm hoch. Grundachse walzlich, kriechend. Stengel aufrecht,einfach oder oberwärts verzweigt, kantig gerillt, kahl, reichlich beblättert. Laubblätter kahl,sitzend, doppeltgefiedert, mit keilig-lanzettlichen Blättchen, letztere entschieden länger alsbreit, 1 bis 6 mm breit, an den mittleren Blättern 3-spaltig, an den oberen ungeteilt, amRande zurückgerollt, oberseits dunkel-, unterseits blassgrau. Blütenstand rispig, + zusammen-gezogen. Blüten nickend, + entfernt. Perigonblätter grünlichgelb, eiförmig, ca. 3 mm lang.Staubblätter überhängend, ausnahmsweise violettrot. Staubfäden nickend (Fig. 713b). Staub-beutel bespitzt (Fig. 713d). Früchte eiförmig, 2 mm lang, gerade, kantig-gerillt, durch diepfeilförmige Narbe bespitzt (Fig. 713e). VI, VII.

Zerstreut und selten auf trockenen, steinigen Stellen, auf Mager-, Heide- und Sumpf-wiesen, in Auen, in Sümpfen (die var. simplex auch in lichten Laubwäldern) des Tief-landes ; im Alpengebiet vereinzelt in den Tälern(in Nordtirol bei Seefeld bis 1400 m, im Wallisbis 2000 m). Fehlt im nordwestlichen Deutsch-land vollständig.

Allgemein e Verb r eitung: Süd-undMitteleuropa (nördlich vereinzelt bis Südskandi-navien; fehlt in Belgien, Holland, Spanien, Gross-britannien), Kaukasus, Sibirien.

Innerhalb dieser Art lässt sich von breitblätterigenbis zu den Formen mit schmallinealen Blättern eine voll-ständig kontinuierliche Reihe aufstellen. In Nord- und Nord-westdeutschland kommt wohl nur Th. Simplex in Betracht'welche Unterart, sofern sie an sehr sonnigen und trockenenStandorten wächst, der var. galioides sich sehr nähert-Ueberhaupt ist es fast unmöglich die 3 Arten Th. minus,Bauhini und augustifolium streng von einander zu trennen,was auch aus der sehr verwickelten Nomenklatur hervor-geht. Nach Rikli sind die extremen Glieder von Th. Bau-hini : var. 1 a t i f 6 1 i u m Rikli. Blattabschnitte breit-lanzettlich+ abgerundet (wie bei Th. flavum), jedoch Blütenstand sehrlocker. Blüten klein, Staubfäden nickend und Staubbeutelbespitzt. var. Simplex (L.) Rikli. Blattabschnitte lineal-lanzettlich bis fast lineal (In Norddeutschland wohl nur dieseForm). Hieher auch f. alpicolum Jord. Alpine Form dervar. simplex. Laubblätter breit-lanzettlich. Stengelglieder ge-staucht. Blütenstand gedrängter (im Wallis bis 2000 ni).var. galiof des Nestl. Fig.713c bis e. Blattabschnitte lineal-fadenförmig. Verbreitung der var. galioides : In Deutsch-land zerstreut im südlichen Teil, in Bayern (vereinzelt aufder Hochebene, selten im Maingebiet [Schopfig bei Grett- Fig. 713- Thalictrum Bauhini Crantz, a, <n Habitusstadtl und in der Vorderpfalz), in Württemberg (Ludwigstal ('/» "atürl. Grösse), b Teilstück des Blutenstandes (ver-

ov H grossert). var. galioides Nestl. c, ci Habitus ('/s natfirl.

im Oberamt Tuttlingen, Achalm, Dürrenwaldstetten Grösse), d Staubblatt, e Früchtchen.

l ) Die Gebrüder Johann und Kaspar Bauhin machten sich beide um die Botanik verdient. Dererstere starb 1613 als Leibarzt Herzog Ulrichs von Württemberg, der letztere 1620 als Professor der Arznei-kunde in Basel.