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Aehnliche Formen wurden in neuerer Zeit als var. pseudolanugindsus Bolle unterschieden. Mittelformensind jene, welche Fries in Schweden für R. silvaticus Thuill. gehalten, aber später (1846) von A.Jordan be-richtigend als R. Frieseänus, später genauer als R. n em ori v agus Jordan neu beschrieben wurde. Eine Formmit deutlich hakenförmigem Schnabel der Teilfrüchte wird als R. vulgätus Jord. (= R. Steveni Freyn) unter-schieden. — R. Steveni zeigt ein eigenartiges disjunktes Verbreitungsareal; einmal erscheint er in Frankreich(hier geradezu gemein), dann wiederum in Osteuropa. In Deutschland, Schweden und im grössten Teil vonOesterreich und der Schweiz ist er, da er meistens in der Nähe von menschlichen Wohnungen vorkommt (zu-weilen auch mit französischer Saat eingeschleppt), kaum als ur-sprünglich zu betrachten (in Böhmen zum erstenmal 1882 bei Knzekkonstatiert). Stellenweise (z. B. bei Königsberg) ist R. Stevenivöllig eingebürgert. Im Süden und Osten seines Verbreitungsgebietesschli essen sich die Parallelarten R. Granatensis Boiss. in Spanienund R. Serbicus Vis. auf dem Balkan an.
1127. Ranunculus adüncus 1 ) Gren. et Godr.Hake n - Hahn enfu ss. Fig. 695.
Ausdauernd, 8 bis 15 (50) cm hoch, mit dicker,langer, wagrechter Grundachse und zahlreichen Seiten-wurzeln. Stengel solid, nur wenig verzweigt und wenig(1- bis 3-) blutig, aufrecht, kurz rauhhaarig. Grund-ständige Laubblätter langgestielt, tief 5-spaltig miteiförmigen, am Grunde keiligen, unregelmässig gesägt-gezähnten, abstehenden Abschnitten. Stengelblätterden grundständigen gleichgestaltet, alle sitzend, dieobersten 3- bis 5-spaltig mit fast linealen Abschnitten.Blüten 2 bis 3 cm im Durchmesser, goldgelb, an un-gefurchten Stielen. Früchte auf behaartem, kugeligemFruchtboden, rundlich eiförmig, kahl, mit hakig ge-krümmtem Schnabel (Fig. 695c, d); letzterer etwas überhalb so lang als die Früchtchen. — VI, VII.
Selten auf Weiden der alpinen Region. Nurin der Schweiz; angeblich in den Kantonen Waadt(Dent de Mordes) und Wallis (St. Bernhard, Hautd'Arbignon, gorges d'Alesse), jedoch nicht im Tessin
Fijr. 695. Ranunculus aduncus Gren. et Godr. Und nicht in Graubünden.
a Habitus ( l J3 natürl. Grösse), h Honigblatt. a 1 l ■ Tri ■ ttt i
c Fruchtköpfchen, d Einzelfrucht. Allgemeine Verbreitung: Westalpen.
1128. Ranunculus montänus Willd. (= R. geraniifölius Pourret, = R. nivalis Crantz).
Berg-Hahnenfuss. Franz.: Renoncule des montagnes; engl.: Mountain crowfort; romanisch
(Oberengadin): flur d'painch, flurs paentg. Taf. 117, Fig. 4 und Fig. 696 a bis g.
Ausdauernd, 5 bis 15 (50) cm hoch, mit kurzem, meist absteigendem, abgebissenem,walzlichem Wurzelstock und mehreren Seitenwurzeln. Stengel aufrecht, kahl oder angedrücktbehaart, meist 1- bis 3- (5-) blutig. Grundständige Laubblätter gestielt, tief 3- bis 5-spaltig(Mittellappen am tiefsten eingeschnitten), mit am Grunde keiligen, am Rande stumpf 3-zähnigen,kahlen Abschnitten. Stengelblätter einfacher gestaltet, tief 3- bis 5-spaltig mit fast linealenZipfeln, sitzend. Blüten 2 bis 3,5 (4) cm im Durchmesser, mit abstehenden, behaarten Perianth-blättern. Honigschuppen kurz (Fig. 696b). Blütenstiele stielrund, nicht gefurcht, angedrücktbehaart oder kahl. Honigblätter verkehrt-eiförmig, satt goldgelb, glänzend, 10 bis 17 mm lang.Früchte auf borstlichem Blütenboden, seitlich flachgedrückt, kahl, 3,5 mm lang, 2,5 mm breit,
') Lat. adüncus = einwärts gebogen; nach dem hakig gekrümmten Fruchtschnabel.