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verwendet. Es wird sogar behauptet, dass Kühe, welche sich auf die Pflanzen legen, am Euter „böse Striche" be-kommen. __ Die proterogynen Blüten werden wegen ihrer Auffälligkeit von zahlreichen Insekten aufgesucht.
Besucher sind in erster Linie die lebhaften Farben nachgehenden und auch den halbverborgenen Honig leichtauffindenden pollenliebenden Schwebfliegen (Syrphiden) und kleine Bienen (Halictus-Arten), daneben auch Co-leopteren, Dipteren und Lepidopteren. Von teratologischen Fällen sind gefüllte Blüten (meist durch Petalisationder Staubblätter seltener der Honigblätter hervorgebracht), Blütendurchwachsung, Verlaubung der Petalen und +tief eingeschnittene Honigblätter zu erwähnen; letztere zeigen zuweilen eine regelmässige Anordnung, so dasspseudozygomorphe Gebilde entstehen. Velenovsky (Oesterr.-botan. Zeitschrift Bd. L, 244) beschreibt auchgynodioecische Blüten, bei denen der ganze Stock auffallend kleine (2 bis 3 mal kleiner als bei Normal-pflanzen), mehr keilförmige Honigblätter trägt. Die Antheren sind ganz unansehnlich als Höcker unter denFrüchtchen versteckt. — In milden Wintern (z.B. 1902/1903) können gelegentlich vom Dezember bis Märzblühende Exemplare beobachtet werden, ähnlich wie von Bellis perennis, Stellaria media, Lamium maculatum,Poa annua, Cornus sanguinea, Primula acaulis, Senecio vulgaris etc. Früchtchen konnten von Brockmann-Jerosch in der diluvialen Ablagerung von Kaltbrunn (Schweiz), von Neu w eile r in der römischen Nieder-lassung Vindonissa (Kanton Aargau) nachgewiesen werden.
Hieher gehört als Unterart R. Steveni 1 ) Andrz. (= R. Frieseanus Jord.). Fig. 694.
Aehnlich nr. 1126, aber meist reichlicher behaart,ausdauernd, 40 bis 75 (100) cm hoch, mit oft kriechendem,langem, fleischigem, walzlichem, wagrechtem, von ver-trockneten Scheiden umgebenem Wurzelstock und mit ver-dickten Seitenwurzeln. Stengel aufrecht, meist reich-verzweigt, am Grunde hohl, angedrückt behaart. Grund-ständige Laubblätter sehr lang (bis 35 cm) gestielt, tiefhandförmig 5- bis /-teilig mit sehr breiten, eiförmigenoder rautenförmigen, ungleichmässig grob gesägt-gezähnten, spitzen, anliegend behaarten Zipfeln. Stengel-blätter den grundständigen gleichgestaltet, die oberensitzend und einfacher. Blüten 2 bis 3 cm im Durch-messer, an ungefurchten Blütenstielen. Perianthblätterabstehend seidig-behaart, kürzer als die 8 bis 24 mmlangen, verkehrt-eiförmigen Honigblätter (Fig. 694b).Früchte auf kahlem Fruchtboden rundlich, seitlichbauchig, ringsum + deutlich gekielt, mit breitem, an derSpitze geradem oder hakenförmig gekrümmtem Schnabel(Fig. 694 c), 2 bis 3 mm lang. — V bis VII (IX).
Sehr selten auf Wiesen und Grasplätzen; ur-sprünglich wohl nur in Niederösterreich, Mähren undin der Westschweiz; ausserdem an vielen Orten adventiv,mit französischen Grassamen eingeschleppt.
Allgemeine Verbreitung: Frankreich (ge-mein) und südöstliches Europa (Ostungarn, Ostgalizien, Siebenbürgen, Rumänien, Volhynien).In Deutschland und in der Schweiz zum grössten Teil adventiv.
Diese sehr veränderliche und durch Uebergänge mit dem Typus verbundene Unterart ist ausgezeichnetdurch den langen, fleischigen, ästigen Wurzelstock, der von den Blattscheiden oder deren zerfaserten Resten be-deckt ist, durch die schimmernd behaarten Laubblätter und die fast regelmässig (doch nicht immer) vor-handene reichlichere Behaarung. In der Blattform gibt es alle erdenklichen Abänderungen. Das äusserste Extremnach der einen Richtung hin bilden die Formen mit in breit-verkehrteiförmige Abschnitte geteilten Laubblätter,welche dem R. Constantinopolitänus der Siebenbürger Botaniker (aber nicht jenem d'Urville's) nahekommen.
Kanunculus Steveni Andrz.a Habitus (1/4 natürl. Grösse), b Honigblatt.c Früchtchen.
') Benannt nach dem russischen Staatsrat Christian Steven, geb. 1781, gest. 1863 in Simferopol,einem besonders um die Flora der Krim verdienten Botaniker.