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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Fehlt in Deutschland (bayer. Alpen) vollständig. In O esterreich sehr zerstreut in Tirol (Ross-kogel, Horntalerjoch, Villergrube, Rosenjoch, Vennatal, Kraxentrager am Brenner, Eisjöchel zwischenPfossental und Lazins, am grossen Gurglergletscher, Spronsertal, Wildseejoch, Hühnerspiel, Nevis und Göge inLappach, Pfaffenlücke in Taufers, Krimmlertauern, Virgenerjöchl, Umbaltal, Venediger, Prägraten, Rottenkogel,Grossglockner, Schleinitz, Zirknitz und Trelevvitsch bei Lienz), Salzburg (Hafnereckgebiet) und Oberkärnten(Urgebirge). In derSchweiz mit Sicherheit einzig im Unterengadin (Val Zeznina nahe den Macunseen, ca.2600m;

hier 1897 durch Ed. Fischer entdeckt)^vielleicht auch am Wormserjoch.

Allgemeine Ver-breitung: Zentralalpen, west-liche Karpaten, nördliches Skandi-navien, arktisches Europa, Sibirienund Amerika, Rocky Mountains(bis gegen den 55° nördlicherBreite).

Dieser kleine, unscheinbareHahnenfuss, welcher systematisch demR, sceleratus am nächsten steht, ist einecht arktisch-alpiner Typus, welcher inden Alpen nur wenige Standorte in denSalzburger-, Kärntner-, Pinzgauer- undTiroler- (westlich bis ins Unterengadin)Alpen aufweist. In den Alpen wurdeR. pygmaeus erst 1847 durch Hofgarten-Inspektor H.Wendland in Herrenhausen

_. ,. ,, . ., , , , t~ bei Hannover entdeckt und zwar in den

Flg. 689. Verbreitungsareal von Ranunculus pygmaeus L. m Europa

(nach Marret). Krimmler Tauern in Tirol.

1119. Ranunculus arvensis L. (= R. echinätus Crantz). Acker-H ahn enfuss. Franz.:Renoncule des champs; engl.: Hard-iron; ital.: Ranuncolo dei campi, signorine salvatiche.

Taf. 119, Fig. 4.

Auf die gelbe Blütenfarbe gehen: Gleis (Schwäbische Alb), Seh m irgel (Nordböhmen), Fu(r)digl,Hu(r)digl, Fu(r)dluaga [vgl. Adonis aestivalis] (Schwäbische Alb), auf die mit Häckchen besetzten, sich an-hängenden Früchte Düwelslüs (Göttingen), Sackkleiba [kleiben" = kleben] (Schwäbische Alb). AndereBenennungen sind ferner Reinel,Howald (Nordböhmen), Chnüle (n), Chnule (Schweiz), Chlöpf-Bolle (n)[für den Fruchtstand] (Schweiz), Pf i s t ernägeli (Solothurn).

Pflanze einjährig, 20 bis 60 cm hoch, mit faserigem Wurzelstock. Stengel aufrecht,am Grunde nicht verdickt, behaart bis fast kahl, ästig, vielblütig. Grundständige Laub-blätter gestielt, am Grunde bescheidet, die untersten einfach, spateiförmig, oben grob ge-zähnt, die folgenden 3-teilig mit schmal-keilförmigen, oben 2- bis 5-spitzigen oder 2- bis3-teiligen Abschnitten; untere Stengelblätter gestielt, die oberen sitzend, doppelt 3-teilig mitschmal-lanzettlichen, ganzrandigen oder + eingeschnittenen Zipfeln, die obersten einfacher,kahl oder besonders die oberen angedrückt behaart. Blütenstiele dünn behaart, stielrund.Blüten 4 bis 10 (15) mm im Durchmesser, zitronengelb. Perianthblätter 5 (selten 4), blassgelbgrün, eiförmig, locker anliegend bis abstehend. Honigblätter verkehrt-eiförmig, amGrunde mit breiter Honigtasche (Taf. 119, Fig. 4a). Staubblätter meist 10 bis 13. Früchtemeist 4 bis 8, eiförmig, beidseitig flach, 6 bis 8 mm lang, mit ca. 3 mm langem, nur schwachgekrümmtem Schnabel, in der Regel auf den Flächen körnig-stachelig, an den Rändernmit seitlich abstehenden, 2 bis 3 mm langen Stacheln besetzt (Taf. 119, Fig. 4b, c), V bis VII.

Zerstreut auf Feldern, Aeckern, Brachen, unter der Saat, auf Schuttplätzen;vor allem in der Ebene, vereinzelt bis in die Voralpen (bis 1550 m). Mit Vorliebe auflehmigem Boden.