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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Fig. 678.

Anemone alpina L. suhsp. eu-alpina Hegi, in denHochvogesen. Phot. Dr. G. Hegi.

lang gestielt, 3-zählig, doppelt fiederschnittig mit gesägt-gezähnten Zipfeln, + behaart. Hoch-blatthülle aus meist 3 den grundständigen gleichgestalteten Blättern gebildet. Blüten einzeln,

endständig, langgestielt, fast aufrecht,2,5 bis 6 cm im Durchmesser. Blütenhüll-blätter meist 6, 15 bis 30 mm lang, ei-förmig, innen weiss, aussen violett bisrot überlaufen und zottig behaart, oderaber schwefelgelb, flach ausgebreitet.Staubblätter gelb, zahlreich, mehrmalskürzer als das Perigon. Früchte zahl-reich auf dem schwach behaarten, halb-kugeligen, nun völlig aufrechten Blüten-boden (Taf. 115, Fig. 1 b), länglich, be-haart, durch den bis 5 cm sich ver-längernden abstehend-behaarten Griffelgeschwänzt (Taf. 115, Fig. la). (V)VI, VII (bis IX).

Häufig auf Matten und Triften derAlpen, zwischen Krummholz, auf Felsen,steinigem Boden, zwischen Gebüsch, inKarfluren der subalpinen und alpinenZone, von ca. 1500 bis 2730 m; seltener auch tiefer (Steiermark: Weizklamm 600 m, Nord-tirol: Alpe Moosen im Unterautal 979 m; Wallis: Orsieres 1090 m).

Ausser der Alpenkette als subsp. eu-alpina im südlichen Schweizer Jura, in den Hochvogesen ronca. 1000 m an (Sulzer Belchen, Hohneck, Rainkopf etc.; nördlich der Schlucht vereinzelt: Tanneckfelsen, obdem Weissen und Schwarzen See), Harz (Brocken), Riesengebirge und Isergebirge (Buchberg).

AllgemeineVerbreitung: Gebirge von Spanien, Pyrenäen, Cevennen, Auvergne,Alpenkette, Apennin, Corsica, Balkan, Karpaten, Kaukasus, Rocky Mountains und nord-amerikanische Gebirge zwischen Californien und Britisch Columbia (als A. Occiden-tal is S. Watson).

Nach der Blütenfarbe, der Grösse und der Gestalt der Laub- und Keimblätter lässt sich diese Artfolgendermassen gliedern: a) subsp. eu-alpina Hegi. Blüten stets weiss, aussen zuweilen bläulich oder rötlichangelaufen. Früchtchen ca. 5 mm lang, auf dem Rücken meist gewölbt. Keimblätter schmal, spitz (Taf. 115,Fig. 1 c). Allgemein verbreitet in den Kalkalpen sowie auf kalkreicher Unterlage in den Urgebirgsketten;ausserdem im Schweizer Jura und in den deutschen Mittelgebirgen. Hieher ferner: var. myrrhidifö a(Vill.) Rouy et Fouc. (= A.| Burseriäna Scop., = A. alpina Lam., = A. alpina L. var. mai'or DC., = A.grandiflöra Hoppe, = Pulsatilla alba Beck). Stattliche,} bis 40 cm hohe Staude. Endabschnitte der Laub-blätter + tief, aber nicht bis zur Mittelrippe eingeschnitten. Blüten im Durchmesser 4 bis 6 cm breit (Ver-breitet in den Alpen; besonders im Knieholz). var. alpicola Rouy et Fouc. (== var. micräntha DC.,= var. alba Koch, = A. alba Kerner, = A. Baldensis Lam., = Pulsatilla micräntha Sweet). Pflanze meistkleiner. Endabschnitte der Laubblätter bis zur Mittelrippe geteilt. Blättchen kleiner. Blüten nur 2,5 bis 4,5 cmim Durchmesser (Alpen, Jura, Vogesen, Riesengebirge). b) subsp. sulphürea (L.) DC. (= A. apiifölia Scop.,= Pulsatilla apiifölia Sweet). Taf. 115, Fig. 2. Habitus der Art.^, Blüten satt schwefelgelb, gelegentlich reinmännlich. Früchtchen etwas kleiner als bei der subsp. eu-alpina, durchschnittlich 3.9 mm lang. Keimblätterbreiter, kürzer und stumpfer (Taf. 115, Fig. 2a). Verbreitet auf Urgestein. Hieher auch f. flavescens DC.Blüten weniger sattgelb. Blütenhüllblätter elliptisch, nicht oval. Laubblätter vor der Blüte erscheinend (Jura:Chasseron). f. glabrescens (Willk.) Gurke. Pflanze verkahlend. Selten.

Die beiden oben näher beschriebenen Unterarten bilden ein gutes Beispiel fürvikariierende Formen"{vgl. pag. 369), welche einander in ihrem Verbreitungsareal ausschliessen. Die weissblühende eu-alpina ist alskalkholde Pflanze zu bezeichnen, welche aber, sofern ihr durch die gelbblühende keine Konkurrenz gemachtwird, auch auf kalkarmer Unterlage gedeihen kann. In der Tat findet sich in den Vogesen, in der Auvergne, imHarz und in den Sudeten ausschliesslich die eu-alpina und nicht, wie zu erwarten wäre, die sulphürea. Letztere ist