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ebenfalls dicht bronzegoldig behaarten Blütenhüllblättern. Staubblätter zahlreich, grüngelb(Taf. 115, Fig. 3a). Fruchtköpfchen auf sehr verlängertem Stiele aufrecht. Früchte zottig,länglich, nebst dem verlängerten (bis 40 mm lang) Griffel gelblich behaart (Haare 3 bis 5 mmlang). — IV bis VI.
Ziemlich selten und stellenweise ganz fehlend auf Bergwiesen, trockenen Matten,steinigen Abhängen, in lichten, sandigen Föhrenwäldern, auf Heidewiesen; in den Alpenbis 3600 m. Auf allen Gesteinsarten.
In Deutschland sehr selten in Bayern (Höfats im Algäu, bei Wolfratshausen, zerstreut in derunteren Hochebene, im Jura, bei Bodenwöhr und Schwandorf und selten in der Pfalz) ; in Elsass-Lothringen(Bitsch, Fischbach, Saargemünd, Obersteinbach), zerstreut in Thüringen (Ohrdruf), bei Dessau, in Hannover(zwischen Gartow und Trebel, bei Dannenberg), Schlesien, Sachsen (um Niessky, Dresdener Heide, bei Lausa,Pulsnitz, zwischen Sprottau und Grünau bei Eilenburg) und zerstreut in Norddeutschland (nordwestlich bis Cal-vörde—Dannenburg—Ludwigsburg—Rostock; östlich der Weichsel selten); fehlt in Baden, Württemberg, inder Rheinprovinz, im nordwestlichen Flachland und in Schleswig-Holstein gänzlich. In Oesterreich stellen-weise in den Alpen von Vorarlberg, Tirol (bis 2400 m), Salzburg (Lungau: Moserkopf, 1800 m), Kärnten undSteiermark (selten in den westlichen Niedertauern und im Stangalpenzug); ausserdem vereinzelt in Böhmen(Riesengebirge, Neuhaus, Lomnic, Pilsen, Weisswasser, Jungbunzlau), Mähren (Grosser Kessel im Hochgesenke)und in Niederösterreich (bei Schönau und Reichenbach nächst Litschau). In der Schweiz nur in den Alpen.
Allgemeine Verbreitung: Zerstreut in Europa und im angrenzenden Sibirien(siehe unten!).
A. vernalis zeigt eine höchst eigenartige Verbreitung (Fig. 676). Einmal erscheint sie als Pflanze derAlpen, Voralpen und der Mittelgebirge (so in den Gebirgen von Spanien, Plomb du Cantal, Mont Mezenc, Alpenvon der Dauphine bis Algäu, Nordtirol, Lungau und Steiermark), Riesengebirge, Gesenke, Karpaten und Sieben-bürgen (Butsets), während sie andererseits als Pflanze der Ebene und Niederungen von dem HauptzentrumSkandinavien nach Jütland, Nord- und Mitteldeutschland (vereinzelt bis in die Pfalz, ins Elsass, Thüringen,bayer. Donaugebiet), durch Finnland und Nordrussland nördlich bis Archangelsk, östlich bis zum Ural undsüdlich bis zu den Kirgisen-Steppen und dem Gouv. Stawropol vordringt (Fig. 676)- Sie ist also als subarktisch-alpine Art zu bezeichnen, welche ähnlich der A. narcissiflora gegen klimatische und edaphische Einflüsse,Höhenlage etc. sehr wenig empfindlich zu sein scheint. In den Alpen bewohnt diese humusliebende Pflanzemit Vorliebe ungedüngte Wiesen und Matten, wo sie einen reizenden Frühlingsboten des alpinen Rasens —zuweilen begleitet von Soldanella alpina und Crocus albiflorus — darstellt, während sie in einzelnen Gegenden vonNorddeutschland auf sandigem Boden in dürren, lichten Kieferwäldern oder auf trockenen Heiden erscheint(vgl. pag. 313). In der Moselgegend (bei Saargemünd) kommt die Art auf Sandboden neben Nardus stricta,Weingaertneria canescens, Peucedanum Oreoselinum, Pirola minor, Scleranthus annuus (pag. 434), Dianthusdeltoides, Viscaria vulgaris, Galeopsis ochroleuca, Brassica Cheiranthus, Arabis arenosa, Hypericum pulchrum,Helichrvsum arenarium etc. vor. Vom Bezirksamt Wolfratshausen (Oberbayern) ist das Pflücken dieser Artgänzlich verboten. — Die schwach proterogynen bis homogamen Blüten sind bald honiglos, bald mit Nektarien(umgebildete Staubblätter) ausgestattet. Beim Schliessen der Blüten erfolgt Selbstbestäubung. Als Bestäuberkommen 6 Hautflügler, 12 Fliegen, 4 Falter und 2 Käfer in Betracht. Wie bei anderen Anemonen könnenauch hier die Hüllblätter blumenblattartig ausgebildet werden.
1101. Anemone alpfna L. (= Pulsatilla alpina Schrank). Alpen- Windrö sehen.
Taf. 115, Fig. 1 und 2, Fig. 678 und 679.
Die (zum Teil sehr drastischen) Benennungen dieser Art gehen alle auf den auffälligen, haarschopf-ähnlichen Fruchtstand: Bergmännli, Altmannä, Schaudermann (Schweiz), Wilder J ager (Kärnten).Teufelsbart (Riesengebirge, Algäu), Tüfelsbart (Schweiz), Peterbart (Tirol), Bocksbart, Bocker(Schweiz), Strüblhahn (Vorarlberg), Bären-Tatzen (Kärnten), Bäre(n)-P lumpe(n) [=-pfote] (Grau-bünden), Räuchling,Räucherlen [zu „rauh"] (Kärnten), Rugei, Rugerl, Rugaiblüh [zu „rauh" ??] (Tirol),Hexenbesen, Sidahuat (Schweiz), H a a r i m A . . . . (Niederösterreich), Fotzabäsa (St. Gallen). Nach derfrüheren Blütezeit wird die Pflanze in Tirol Schneerosen genannt; ebenda führt sie auch die BezeichnungNogen [zu bayer. Nok'n = widerwärtige, grantige Person?J. Im Harz heisst sie Brockenblume (vgl.auch Empetruml).
Ausdauernd, 10 bis 30 (40) cm hoch, mit starker, schwarzer, senkrechter Grund-achse und mit aufrechtem, zottigbehaartem, einfachem Stengel. Grundständige Laubblätter