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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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überhaupt viel lokalisierter und spezialisierter. Sie ist als mitteleurasiatisch-alpin zu bezeichnen und ist auf diePyrenäen, die Alpen und den Kaukasus beschränkt, während die eu-alpina auch in den Gebirgen von Nordamerikavorkommt. Während die eu-alpina auf beiderlei Böden gleichzeitig gedeihen kann, vermag die sulphurea fast nurauf kalkarmer Unterlage fortzukommen. In der Tatwird sie nur sehr selten (Wallis [Galenalp im Binn-tal], Puschlav, Berner-Oberland) auf kalkhaltigemBoden konstatiert. Für die bayerischen Kalkalpenkonnte sulphurea erst kürzlich auf Kalkhornstein imAlgäu (Ochsenalpe im Bärgündele) nachgewiesenwerden. Angeblich sollen auch durch Kreuzung ent-standene Uebergänge zwischen den beiden Unter-arten vorkommen (pag. 540). Die weissblühendeForm erscheint in den Alpen auf kalkhaltiger Unter-lage oft in grosser Zahl auf ungedüngten Matten undauf Magerwiesen in Begleitung von Carex semper-virens, Sesleria caerulea, Phleum Michelii, An-thyllis, Hedysarum obscurum, Biscutella, Trollius,Thesium alpinum, Polygonum viviparum, Asteralpinus, Bellidiastrum Michelii, Carduus defloratus,Pedicularis verticillata, Campanula Scheuchzeri,Bartsia alpina, Primula farinosa, Androsacechamaeiasme, Galium anisophyllum etc., A. sul-phurea auf Urgestein dagegen in Gesellschaft vonNardus stricta, Anthoxanthum odoratum, Festucaviolacea, Avena versicolor, Leontodon hispidus undPyrenaicus, Meum mutellina, Plantago alpinaund montana, Geum montanum, Campanula bar-bata, Soldanella alpina, Arnica montana, Crepisaurea, Hypochoeris uniflora, Nigritella angustifolia,Juncus Jacquini, Luzula spadicea und spicata,Oxytropis campestris, Gentiana campestris und

excisa, Veronica bellidioides, Cirsium spinosissimum etc. Auf den Hochweiden der Hochvogesen (Fig. 678) nimmtA. alpina anteil an der Borstgrasmatte neben Deschampsia flexuosa, Anthoxanthum, Genista pilosa, AngelicaPyrenaea, Meum athamanticum, Viola lutea, Galium saxatile, Arnica, Leontodon Pyrenaicus, Gymnadenia albida,Luzula multiflora, Juncus squarrosus, Carex pilulifera, Lycopodium clavatum, Vaccinium uliginosum und VitisIdaea, Calluna, Cetraria Islandica, Cladonia rangiferina etc. In Oberbayern und Schwaben-Neuburg figuriert dieArt auf der Liste der geschützten Pflanzen. Beide Unterarten sind als proterogyne Pollenblumen zu bezeichnen,welche von 6 Bienen, 12 Fliegen und 2 Käfern bestäubt werden. Neben zweigeschlechtigen Blüten gibt esauch rein männliche (in den Alpen 80 bis 95°/o) r und rein weibliche Exemplare sowie alle Uebergänge. Ge-legentlich kommen auch gefüllte Blüten (petaloide Ausbildung der Staubblätter) vor wie auch petaloide Involu-kralblätter und + vergrünte Blütenhüllblätter.

1102. Anemone HalleVi l ) All. (= A. glacialis Clairv., = A. pinnatifida Dulac, = Pulsa-tilla Hallen Willd.). Haller's Küchenschelle. Fig. 680a bis d und 677.

Ausdauernd, bis 30 cm hoch, mit mehrköpfigem Wurzelstock. Grundständige Laub-blätter erst nach der Blüte erscheinend, lang gestielt, länglich dreieckig, dreischnittig, mitlanggestieltem Endabschnitte, handförmig eingeschnittenen Abschnitten erster, mit sehrbreiten Abschnitten zweiter Ordnung, in der Jugend reichlich, im Alter spärlicher wollig-zottig, wenig seidig glänzend. Blütenstiel aufrecht, dicht wagrecht abstehend zottig-behaart, mit einer bis 3 cm langen, aufrechten, in lineale Zipfel zerschlitzten Hochblatthülle.Blüten einzeln, aufrecht, wie der ganze Stiel sehr lang und dicht zottigbehaart. Blütenhüll-blätter meist 6, 3 bis 4 cm lang, länglich-eiförmig, spitz, trüb-violett, sehr selten weiss(f. albiflöra Freyn), aussen behaart, zuerst glockenförmig zusammenneigend, später aus-

Fig. 679. Anemona alpina L. subsp. sulphurea (L.) DCPhot. J.Ostermaicr, Dresden.

') Nach dem bekannten schweizer. Naturforscher, Arzt und Dichter Albrecht v o n H a 11 e r (1708 bis 1777)-