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in der südwestlichen und ganz wenig in der mittleren schwäbischen Alb (Ehingen, Margrethausen, Mess-stetten, Pfeffingen, Streichen, Tieringen, Truchtelfingen, Zillhausen im Oberamt Balingen, Erpfingen und Will-madingen im Oberamt Reutlingen, Oeschingen im Oberamt Rottenburg, Böttingen, Denkingen, Gosheim,Spaichingen und Wehingen im Oberamt Spaichingen, Tuttlingen, Fridingen, Irrendorf und Wurmlingen imOberamt Tuttlingen, Bisingen, Thanheim und Zimmern im Oberamt Hechingen), im Riesengebirge (in denSchneegruben, am kleinen Teiche, Aupagrunde, Teufelsgärtchen, Kesselkoppe, Krkonosch, Rehhorn) und imHochgesenke (Altvater, Peterstein, Kessel, Brünnelheide).
Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Gebirge von Cantabrien und Zentral-spanien, Alpen, Jura, Mittelgebirge, Karpaten, Balkan, Rhodopegebirge, Kleinasien, Ural,Kaukasus, Persien, Turkestan, Hindukusch, Pamir, Altai, Mongolei, nordöstliches Asienbis Japan, Sachalin, Kamtschatka und zur Tschuktschen Halbinsel, Nordamerika (vonAlaska bis in die Rocky Mountains und bis Colorado).
A. narcissiflora bildet, wie es bei einer sowohl horizontal wie vertikal so weit verbreiteten und dem-nach unter den verschiedensten klimatischen Verhältnissen lebenden Art nicht anders zu erwarten ist, eine Reihevon Standorts formen, von denen jedoch für Europa nur wenige in Betracht kommen. Am formenreichsten istsie in den zentralasiatischen Gebirgen (daselbst auch mit gelben, rosaroten und fast blauen Blüten), wo sichauch das Zentrum der ganzen Artengruppe befindet. Von einheimischen Formen mögen genannt sein: var. typicaBeck. Gewöhnliche Form mit kräftigem Stengel und weissen oder aussen etwas rötlich oder bläulich über-laufenen Blütenhüllblättern. — var. oligäntha Huter (? = var. monäntha DO, = A. dubia Bellardi). Pflanzeniedrig (meist nur 10 cm hoch), wenig- und kleinblütig (oft 1- bis 2-blütig), fast kahl (Hochgebirgsform; nachHuter eine Form kalter, nordwärts gelegener, schotteriger, felsiger Stellen). — var. fasciculäta DC.Aehnlich der var. typica, jedoch Blüten sehr kurz gestielt, köpfchenartig genähert (Zerstreut durch dasganze Gebiet).
A. narcissiflora erscheint in den Alpen mit Vorliebe auf üppigen Wiesen neben Phleum alpinum(Bd. I, pag. 213), Hedysarum obscurum, Campanula thyrsoidea und Scheuchzeri, Leontodon hispidus, Hypochoerisuniflora, Plantago alpina, Meum Mutellina, Ranunculus montanus, Scabiosa lucida, Lotus corniculatus, Anthyllisetc. Andrerseits tritt sie dann allerdings mehr vereinzelt ■— auch im Krummholzgürtel — auf, hier anfelsigen Stellen gelegentlich mit Primula Auricula. Sehr auffallend ist das mehrfach konstatierte tiefe Vor-kommen dieser jedenfalls sehr anpassungsfähigen Art; sie gedeiht auch in der Kultur sehr gut. In Vorarlbergkommt sie auf den Wiesen beim Dorf Gurtes ca. 1000 m hoch nach Murr neben zahlreichen anderen alpinenSpezies vor, wie Alchimilla alpina, Sorbus chamaemespilus, Willemetia apargioides, Crepis aurea, palustris undblattarioides, Gentiana lutea, Bartschia alpina, Veronica aphylla, Pedicularis foliosa, Primula Auricula, Androsacechamaejasme, Orchis globosus, Carex ferruginea etc. Mehrfach (Rauhe Alb, Vogesen, bei Mittenwald) istA. narcissiflora in Begleitung von Pedicularis foliosa, mit welcher Art sie vielerorts das Verbreitungsareal teilt, be-obachtet worden, ohne dass jedoch dabei an eine biologische Abhängigkeit zu denken wäre. Denn nach Volkart(Parasitismus der Pedicularis-Arten) zeigt P. foliosa keine Bevorzugung irgend einer Wirtpflanze. — Die apfel-ähnlichen Blüten sind proterandrisch und entbehren des Honigs. Sie ^werden von pollenfressenden Fliegenbesucht, können sich aber am Schluss der Blütenperiode auch selbst bestäuben. Die Narben sind zum Teilschwarzbraun und funktionslos. In Baden ist das „Berghähnlein", wie die Pflanze in einzelnen Gegenden derAlb genannt wird, in den Bezirksämtern Engen und Donaueschingen unter staatlichen Schutz gestellt worden.
1099. Anemone Hepatica 1 ) L. (= A. triloba Stokes, = A. praecox Salisb., = Hepatica
triloba Gilib., == H. nöbilis Mill., = H. Hepatica Karst., = H. anemonoides Vest).
Leberblümchen. Franz.: Hepatique, la fille avant la mere, herbe de la Trinite; engl.:
Liver leaf Hepatica; ital.: erba trinitä. Taf. 116, Fig. 1.
Der Name Leberblümchen geht auf die Gestalt des Blattes: Leberblaume (Nördl. Braun-schweig), Leberb lattel Steiermark), Leb er-Blüemli, -Chrut (Schweiz^. Zu den folgenden Namenvgl. die von Anemone nemorosa pag. 522: Him melssterndl (Oberösterreich), Himmelsstern (Südtirol),blaue S chlüsselblume (Oberösterreich), Vijölchen [= Veilchen] (Westfalen), Vor witz(er)chen (Rhein-lande, Westfalen), Schneekaderl (Niederösterreich), Märzblom (Schleswig), Märzenblimmerchen(Thüringen), Märzblümle (Schwäbische Alb), Merze(n)-Blüemli (Schweiz), Josefiblümel [Josefi= 19. März] (Steiermark), Fastenblume (Oberösterreich), Fa stenbl iemle (Schweiz: Waldstätten),
') Gr. fjnag [haepar] = Leber; nach der früheren Verwendung gegen Leberleiden und wegen deran eine Leber erinnernden Blattform.