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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Fig. 671.

Anemone nemorosa L. im Laubwald.Phot. f Berghart, München.

Ausdauernd, 6 bis 20 (30) cm hoch. Wurzelstock wagrecht im Boden kriechend,gelb- bis dunkelbraun, rundlich. Stengel aufrecht, kahl, oder zerstreut behaart, meistmit einem kürzeren, langgestielten, dreiteiligen Laubblatt mit gestielten Abschnitten, derenmittlerer 3-spaltigund deren äussere 2-spaltigsind, mit keilförmigem Grunde und + ein-geschnitten-gesägten Lappen. Stengelstän-dige Laubblätter 3, ohne Achselknospen(im Gegensatz zu A. trifolia), rosettenförmigausgebreitet, in der oberen Hälfte desBlütenstengels stehend, lang gestielt (Stiel1 bis 2 cm lang), 3-teilig, mit + tief 3-lappig,eingeschnitten-gesägten mittleren und 2-spal-tigen, tief eingeschnitten-gesägten äusserenAbschnitten. Blüten in der Regel einzelnauf + langem Stiele, weiss bis rötlich-violett(besonders an der Aussenseite), 1,5 bis4 cm im Durchmesser, während der Blütefast aufrecht, mit 6 bis 8 (12) länglich-eiförmigen, fganzrandigen Blütenhüllblättern,zahlreichen gelben, mehrmals kürzeren Staub-blättern und 10 bis 20 länglichen, 4 bis4,5 mm langen flaumhaarigen Fruchtknotenmit kurzem gebogenem Schnabel (Taf. 116,Fig. 3 c). Fruchtköpfchen nickend. III bis V.

Häufig und meist gesellig an humosen Stellen in feuchten Gebüschen, Erlenbrüchen,an Waldrändern, unter Hecken, in Baumgärten, Auen, auf kurzrasigen Wiesen und Heiden,in Dünentälern; von der Ebene bis in die Voralpen und Alpen (Kärnten: Osternig undPaludnig bis 1800 m). Auf allen Bodenarten.

AllgemeineVerbreitung: Europa (südlich bis Mittelspanien, Balearen, Mittelitalien,Mazedonien,Thessalien bis zurWestküste des Schwarzen Meeres; fehlt auf Sizilien, Sardinien so-wie in Griechenland [ebenso im Kaukasus] vollständig; östlich bis Kasan an der mittleren Wolga,nördlich bis Nordfinnland und durch das südlichste russische Lappland bis Nord-Schweden), Ost-asien (vom Amurgebiet südlich bis Nordkorea, südöstlich bis Japan und nördlich bis Kamt-schatka), Nordamerika (nördlich bis Neubraunschweig, Quebec, Ontario, Maniboba bis zum süd-östlichen Alaska, südlich bis Südkolorado, Nordarizona und Kalifornien bis zu 33 ° nördl. Breite).

A. nemorosa ist im Habitus, in der Blattgestalt, Behaarung und Blütenfärbung sehr variabel. Wahr-scheinlich ist der rötliche oder gelegentlich bläuliche Anflug der Perianthblätter auf die Einwirkung vonTemperatureinflüssen zurückzuführen. Kulturversuche haben ergeben, dass die rotblütigen Formen nichtsamenbeständig sind. Von wichtigeren Formen der subsp. Eur op ia TJlbrich mögen genannt sein: f. tvpicaBeck. Blütenhüllblätter weiss, höchstens aussen etwas rötlich überlaufen (Gewöhnliche Form). var. pur-pürea DC. (= f. rösea Peterm., = f. rubra Pritzel). Blüten beiderseits hell- oder gesättigt-dunkellila (Nichtselten). f. vi'ridans Beck. Blütenhüllblätter weiss mit grünen Streifen oder Flecken, schmäler als bei der Art(Niederösterreich: Kritzendorf). f. caerulea DC. (= var. Robinsoniäna Regel). Blütenhüllblätter gelb bisintensiv blau (Mehrfach beobachtet). Vgl. hierüber Verhandl. des Botan. Vereins der Provinz Brandenburg,Bd. XXXII pag. 232 und XXXIII pag. 17. f. hirsüta A. Schwarz. Sehr zierliche, kleine Form mit bis zur Basisreichender abstehenderBehaarung des Stengels, breiten Stengelblättern, die kaum länger sind als ihr Stiel, und breitenWeissen Blütenhüllblättern (Um Nürnberg; in Ungarn, Norditalien, Spanien). f. subfntegra J. Schmidt.Abschnitte der Hüllblätter fast oder völlig ganzrandig. f. latilöba Kichx. Pflanze robuster. Blätter gross, dunklergrün. Lappen breit rhombisch, beinahe so breit als lang, alle drei fiederteilig. Blüten bis 3>/a cm breit. Perianth-blätter 8 bis 10 mm breit, sich deutlich überdeckend, ausgerandet (Mittelböhmen, Belgien). Ausführliche Be-schreibungen dieser und weiterer Formen finden sich bei Scholz, Joseph, B., Deutsche Botan. Monatsschrift,