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12*. Laubblätter dauernd stark zottig behaart, einfach gefiedert mit fiederschnittigen Blättchen. Seltenin Steiermark und im Wallis......................A. Hallerinr. 1102.
13. Blütenhüllblätter stets glockig zusammengebogen, vorn auswärts gerollt, nur wenig längerals die Staubblätter........................ A _ prat ensis nr. 1106.
13*. Blütenhüllblätter nur zuerst glockig zusammengebogen, später sternförmig ausgebreitet meistohne zurückgerollte Zipfel, doppelt so lang als die Staubblätter........A. montan a nr. 1105.
1093. Anemone ranunculoides x ) L. (= A. flava Gilib., = A. lutea Lam., = A. nemorösa-lutea Crantz, = Pulsatilla ranunculoides Schrank). Gelbes Windröschen. Franz.:Anemone fausse renoncule, sylvie jaune; engl.: Ranunculus-windflower. Taf. 116, Fig. 2.
Die Art wird von Anemone nemorosa gewöhnlich durch den Zusatz „gelb" unterschieden: gelOsterblom (Lübeck), geele Oegschen (Pommern), gelwe Guggerblume (Aargau).
Ausdauernd, 7 bis 20 (30) cm hoch. Grundachse wagrecht, unterirdisch kriechend,braun, mit Schuppenblättern besetzt. Stengel aufrecht, zerstreut behaart. GrundständigeLaubblätter 0 oder 1 (im letzteren Falle lang gestielt, 3-zählig mit kurz gestielten Teil-blättchen, das mittlere 3-spaltig, die seitlichen 2-teilig, mit tief eingeschnittenen, gesägtenAbschnitten). Hochblätter laubblattartig, fingerförmig vierteilig, kurz gestielt, von derBlüte entfernt, fast wagrecht ausgebreitet, 3-zählig. Blättchen 3-teilig, kahl; Abschnittelänglich-lanzettlich, eingeschnitten gesägt, die äusseren zuweilen fast zweispaltig. Blüteneinzeln oder zu 2 (selten 3 bis 5), + lang gestielt, aufrecht mit meist 5 breit eiförmigen,dotter- oder schwefelgelben, 6 bis 8 cm langen, rückwärts schwach flaumigen Blütenhüll-blättern und viel kürzeren gelben Staubblättern. Früchte 4 bis 5 mm lang, kurz behaart(Taf. 116, Fig. 2b) mit kurzem gebogenem Schnabel. — III bis V.
Ziemlich verbreitet, aber nicht überall (an ähnlichen Orten wie A. nemorosa), infeuchten, lichten Obstgärten, Gebüschen, Hecken, Hainen, an Waldrändern, in beschattetenWiesen, Flussufern, Heiden, Auen; von der Ebene bis in die Alpentäler (vereinzelt bisca. 1500 m). Hie und da in Parkanlagen verschleppt. Besonders auf Kalk- und Lehmboden,selten auf Urgestein.
Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (fehlt aber in England [neuer-dings zwar eingeschleppt], der französischen Westküste, im nördlichen Belgien und Nor-wegen, im grössten Teil von Schweden, Finnland und Lappland, in Mittel- und Unteritalien,Griechenland, am Schwarzen und Kaspischen Meere), Kaukasus, Taurusgebirge, Sibirien (amoberen Jenissei); Tibet?
Diese Art ist in der Ausbildung der vegetativen Teile sehr formenreich, hieher: 1. subsp. typicaUlbrich var. genuina Ulbrich. .Hüllblätter mit meist 5, massig bis tief gespaltenen, im Umriss länglich-eiförmigen bis lanzettlichen Abschnitten (Häufig). — var. latifölia Ulbrich. Hüllblätter mit 3 bis 5, massig bistief gespaltenen, im Umriss eiförmigen, sich mit ihren Rändern etwas deckenden Abschnitten. Zähne der Blatt-abschnitte meist stumpflich, nur sehr selten scharf zugespitzt (f. acutilöba Ulbrich). Nicht selten. __ var.
latisecta Schur (= var. subintegra Wiesbaur). Hüllblätter mit nur 3, wenig bis fast ungeteilten, länglicheiförmigen bis fast breit-linealisch, nach der Spitze hin oft nur wenig verjüngten grossen bis sehr grossen Ab-schnitten (Zerstreut). — var. gräcilis Ulbrich. Hüllblätter mit drei wenig- bis ungeteilten, oft vollständigganzrandigen, kleinen, schmalen Abschnitten (Fehlt westlich der Weichsel; in Deutschland nur in Ostpreussen).— 2. subsp. Wockeäna 2 ) Aschers, et Graebner. Pflanze in allen Teilen kleiner, kurzkriechend, daher dichteRasen bildend. Hüllblätter mit schmalen, sehr scharf gezähnten Abschnitten. Griffel von der verkehrt-eiförmigenFrucht scharf abgesetzt. Selten auf sonnigen Wiesen: um Berlin (Rudower Wiesen, Rüdersdorf), Schlesien,(Obernigk bei Breslau, Hinzenberg) und Westpreussen (Stadtvorwerk Liebental bei Marienwerder). DieseUnterart erweist sich im Gegensatz den Varietäten der subsp. typica (auch in der Kultur) sehr konstant. Unterder von Petermann beschriebenen var. biflöra ist nichts anderes zu verstehen als ein 2-blütiges Exemplar,was bei dieser Art sehr häufig, ja fast Regel ist. Gelegentlich ist die Zahl der Hüll- oder Perianthblätter (Blüte
') Hahnenfussähnlich; mit Rücksicht auf die gelbe Farbe der Blütenhülle.
2 ) Benannt nach Erich Wocke, geb. 11. Sept. 1863, früher Obergärtner des Botan. Gartens inZürich, z. Z. kgl. Schlossgarten-Inspektor in Oliva bei Danzig.