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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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reicher Arten sind in besonderer Weise der Verbreitung durch den Wind angepasst. Bei den Pulsatillen istder Griffel zur Fruchtzeit stark verlängert, während bei A. silvestris (Fig. 672 f, g) und A. Baldensis (Fig. 672 d)die Früchtchen mit Wollhaaren ausgestattet sind. Bei A. naicissiflora sind die kahlen, elliptisch-discoiden, flach-gedrückten Früchtchen mit einem 1 cm breiten Flügel versehen (Taf. 115, Fig. 4f). Einige Arten (A. Hepaticaund nemorosa) gehören zu den Myrmekochoren. Wie verschiedene andere Frühlingspflanzen mit kurzer Ent-wicklungsperiode (z. B. Paris quadrifolius, Erythronium Dens canis, Ranunculns Ficaria) zeigen auch einigeAnemonen unvollkommene Keimlinge. Bei einzelnen Arten fehlen äusserlich sichtbare Kotyledonen vollständigund ein kugeliger, ungegliederter Zellkörper stellt den Embryo dar, so bei A. nemorosa, ranunculoides undHepatica. Die Pulsatillen dagegen besitzen einen kleinen dikotylen Embryo und normale Keimblätter (Fig. 681d, e),welche über die Erde treten. Die Keimung erfolgt erst im Jahre nach der Samenbildung. Bei noch anderenArten (A. narcissiflora, Apennina) sind die Stiele der beiden Keimblätter der Länge nach miteinander ver-wachsen, so dass man diese drehrunde Bildung für die Achse des Keimlings halten könnte.

Alle Anemonen besitzen im frischen Zustande giftige und blasenziehende Eigenschaften. Der scharfeGeschmack rührt nach Esser von dem Anemonen- oder Pulsatillakampfer her, welcher von selbst schon inder Pflanze in Anemoninsäure und Anemonin (Cio Hs O4) einen sehr giftigen, narkotisch wirkenden, weissen,geruchlosen, in langen Nadeln kristallisierenden Stoff zerfällt, welcher als Aldehyd mit den Eigenschaften einesSäureanhydrid anzusehen ist. Das Anemonin wirkt zunächst auf das Rückenmark, später auf das Gehirn unterähnlichen Vergiftungserscheinungen wie das Akonitin (pag. 493). Das getrocknete Kraut ist weit wenigergiftig als das fiische. Die grünen Pflanzen veranlassen beim Vieh Blutharnen. Rückenblut, Ruhr, Magen- undDarmentzündungen.

1. Früchte mit nur kurzem, meist etwas gekrümmtem Schnabel (Fig. 6/0 d).......2.

1*. Früchte zur Fruchtzeit mit bis zu 5 cm verlängertem, behaartem Schnabel (Pulsatilla) . . 8.

2. Blüten weiss bis hellviolett oder gelb. Hochblatthülle von der Blüte + entfernt, niemals ganz-randig, den grundständigen Blättern ähnlich (Anemone)................... 3.

2*. Blüten blau, seltener rosa oder weiss. Hochblatthülle direkt unter der Blüte, aus 3 eiförmigen,ganzrandigen, kelchartigen Hochblättern gebildet. Laubblätter überwinternd, 3-lappig-herzförmig (Hepatica)

A. Hepatica nr. 1099.

3. Blüten einzeln (höchstens 2)....................... 4.

3*. Blüten in 3- bis 8-blütiger, lockerer, endst'ändiger Dolde. Grundständige Laubblätter zahlreich.

handförnüg geteilt oder eingeschnitten. Alpen, Mittelgebirge....... A. narcissiflora nr. 1098,

4. Blutenhüllblätter gelb, unterseits behaart.........A. ranunculoides nr. 1093.

4*. Blütenhüllblätter weiss bis hellviolett.................... 5.

5. Blütenhüllblätter unterseits kahl, meist 6. Laubblätter 3-teilig. Grundständige Laubblätter 1oder fehlend.................................. 6.

5*. Blütenhüllblätter unterseits weissfilzig behaart. Grundständige Laubblätter + zahlreich . . 7.

6. Rhizom weisslich. Blattabschnitte ganz, gleichmässig oder fast gleichmässig gesägt. In der Achsel derältesten der 3 Laubblätter eine rudimentäre Knospe (Fig. 670 c). Staubbeutel weiss. Südalpen. A. trifolia nr. 1094.

6*. Rhizom gelb bis dunkelbraun. Blattabschnitte 2- bis 3-spaltig, mit ungleich eingeschnitten-gesägten Zipfeln. Staubbeutel gelb..................A. nemorosa nr. 1095.

7. Pflanze 15 bis 50 cm hoch. Blütenhüllblätter meist 5. Laubblätter hand- bis fussförmig 5-teiligmit 2 bis 3-spaltigen Abschnitten. Blüte bis 6 cm im Durchmesser......A. silvestris nr. 1097.

7*. Pflanze 5 bis 15 cm hoch. Blütenhüllblätter meist 8 bis 10. Laubblätter doppelt 3-zählig mit3- bis 5-teiligen Abschnitten. Blüte bis 4 cm im Durchmesser. Alpen.....A. B aldensis nr. 1096.

8. Blätter der Hochblatthülle den grundständigen gleichgestaltet, doppelt 3-teilig mit eingeschnittenenZipfeln. Blüten weiss mit blauer bis violetter Unterseite (auf Kalk) oder gelb (auf Urgestein) A. alpina nr. 1101.

8*. Blätter der Hochblatthülle in schmal-lineale, ± stark behaarte Zipfel gespalten, aufrecht . 9.

9. Grundständige Laubblätter handförmig 3- bis 7-teilig. Blüten hellviolett, sternförmig ausgebreitet

A. patens nr. 1103.9*. Grundständige Laubblätter unpaarig gefiedert................. 10.

10. Laubblätter überwinternd, einfach gefiedert. Fiedern 3-spaltig. Pflanze dicht bronzegelb behaart.Blüten gelblichweiss, aussen violett...................A. vernalis nr. 1100.

10*. Laubblätter nach der Blüte erscheinend und im Herbst absterbend, meist doppelt- bis 3-fachgefiedert. Blüten violett..............................11.

11. Blüten aufrecht............................ 12.

11*. Blüten nickend............................ 13.

12. Laubbätter nur anfangs stark behaart, später verkahlend, doppelt bis 3-fach gefiedert

A. Pulsatilla nr. 1104.