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Laubblättern (A. Pulsatilla, patens, pratensis, montana, silvestris, Hallen). Mehrere Arten gehören der Frühlings -flora an und entwickeln ihre Blüten vor dem eigentlichen Laubausbruch, die Heidepflanzen (A. Pulsatilla, patens,pratensis) vor der Wiesenmahd. A. vernalis gehört in den Zentralalpen zu den ersten Boten des alpinen Frühlings!
Pflanzengeographisch sind A. nemorosa, ranuncu-loides und Hepatica der mitteleuropäischen Wald-flora zuzuzählen, während A. patens, pratensis undsilvestris Glieder der pontischen Steppenflora sind.Arktisch-alpin sind A. alpina, narcissiflora, ver-nalis undBaldensis, endemisch-alpin sind A.trifolia(allerdings auch in Amerika) und A. Halleri (näheresbei den einzelnen Arten). — Mehrere Arten sindbei uns beliebte Zierpflanzen und Schnittblumen,so besonders: A. Japönica (Thunb.) Sieb, et Zucc.(Fig. 669 b). Heimat: Japan, China. Pflanze etwasweichhaarig. Stengel aufrecht, 50 bis 100 cmhoch. Laubblätter stets gedreit, gelappt. Blüten-stiele verlängert. Blüten gross, weiss, rosapurpurnoder fleischfarben. Perigonblätter aussen seiden-haarig. VIÜ bis X. Oft auf Friedhöfen gepflanzt.— A.coronäria L. (Fig. 669a). Heimat: Mittel-meergebiet, Kleinasien, Vorderasien (bis Tian-shan^und Alai'-tag). Ausdauernd, 25 bis 35 cmhoch. Laub- und Hüllblätter fein zerteilt, frisch-grün. Stengel 1-blütig. Perianthblätter 6 oder 8(häufig gefüllt), breit, oval, bunt, sehr verschieden-artig gefärbt. III, IV. Diese Art wird bei uns imFrühjahr als Schnittblume auf den Markt ge-bracht. — A. fülgens Gay (= A. pavom'naLam.) aus dem Mittelmeergebiet (Südwestfrank-reich bis Bithynien). Hüllblätter ganz oder nurwenig ausgeschnitten. Blüten einzeln, endständig.Perianthblätter 10 bis 12 (oder mehr), verkehrt-lanzettförmig, vorn breiter, am Grunde verschmälert,feurig-scharlachrot. — A. hortensis L. Stern-Anemone. Franz.: Anemone Oeil-de Paon et etoilee; ital.;Fiore-stellata. Hüllblätter fast oder ganz ungeteilt. Blüten einzeln, endständig. Perianthblätter 10 oder mehr,schmal-lanzettlich, spitz, zur Blütezeit sternförmig ausgebreitet, meist rosarot, violett oder weiss. A. hortensiskam früher (noch 1840) auch im Kanton Waadt (Mühle bei Roche und Chillon) vor, wurde aber von Gärtnernganz ausgerottet. — A. Apennina L. aus dem Mittelmeergebiet (von den Pyrenäen bis Mazedonien undBulgarien, jedoch nicht in Griechenland. Wird hier durch die nahe verwandte A. blanda ersetzt). Ausdauernd,15 bis 29 cm hoch, etwas behaart. Laubblätter lang gestielt, doppelt dreischnittig. Hüllblätter deutlich gestielt,einfacher geteilt. BlütenhüUblätter 12 bis 18 (selten weniger), lineal-länglich, hellazurblau (selten weiss), fastkahl, 13 bis 20 mm. III bis V. In Mitteleuropa an einigen Stellen aus der Gartenkultur verwildert und ganzeingebürgert, so in Niederösterreich (in Obst- und Grasgärten am Krähenbühel bei Gresten), um Hamburg(bei Billwärder an der Bille), auf Bornholm, mehrfach in Belgien, Holland und England. — Mehr gelegentlichwerden angetroffen: A. palmäta L. aus dem westlichen Mittelmeergebiet. Laubblätter etwas lederartig,nierenförmig, fast kreisrund, 3- bis 5-lappig, gezähnt. Blütenhüllblätter goldgelb. — A. rivuläris Hamiltonaus dem Himalaya, Vorderindien und Ceylon. Blüten schön weiss. — A. vitifölia Hamilton aus dem Himalaya.— A. VirginiänaL. aus Nordamerika. — A. decap et ala L. aus dem Steppengebiet der südlichen VereinigtenStaaten von Nordamerika. — A. Mexicäna Humb., Bonpland et Kth. aus Südmexiko. — A. silvestris(pag. 525). — A. Transsilvanica (Fuss) Heuffel aus Siebenbürgen und den angrenzenden Teilen von Ungarnund Rumänien. Das „Siebenbürgische Leberblümchen« ist im Habitus dem gewöhnlichen Leberblümchen(A. Hepatica) sehr ähnlich, aber bedeutend robuster und eignet sich vorzüglich als Schattenpflanze.
Die Anemonen sind als homogame oder schwach proterogyne bezw. schwach proterandrische Pollen-blumen oder aber Honigblumen (Pulsatilla) mit verborgenem Honig zu bezeichnen. Die verschieden gefärbtenPerianthblätter dienen der Anlockung. Einzelne Arten (z. B. A. Richardsönii Hook, in Grönland) sind auchwindblütig. Ausser Zwitterblüten kommen bei manchen Arten (A. Pulsatilla, vernalis, montana, pratensis)andromonoecische und androdioecische, gynomonoecische und gynodioecische Blüten vor. Die Früchte zahl-
Fipr. 669. a Anemone coronaria L. Blütenstengel (1/3 natürl.Grösse). — JA. Japönica L. Blütenspross (»/3 natürl. Grösse). — c Dia-gramm von A. nemorosa (nach Eichler).