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die Hälfte des Jahrringes einnehmen. Dagegen ist das englumige Stützgewebe nur wenig ausgebildet. Die Wurzel-stöcke, welche stets ein höheres Alter als die negativ geotropischen, aufstrebenden Sprosse erreichen, können bis41 Jahrringe aufweisen. Ueberreste von Holz sind in den Pfahlbauten (Steckborn, Mörigen, HallstatterSalzberg, Castione) nachgewiesen worden. Aus dem zähen Bast wurden nach Neuweiler wahrscheinlichStricke hergestellt. — Die zahlreichen, ziemlich kleinen Blüten besitzen als Anlockungsmittel einen weissdorn-ähnlichen (von Trimethylamin herrührend) Duft und wurden früher als Teesurrogat verwendet. Als Besucherkommen pollensammelnde Bienen und pollenfressende Fliegen in Betracht. Gelegentlich sind die Laubblätterin 3-zähligen Quirlen (statt opponiert) angeordnet. Ebenso können zuweilen petaloide Staubblätter beobachtetwerden. — Eine besonders interessante 436 Quadratmeter grosse Waldfläche (Fichtenwald) in Davos-Buhaul beiIlanzimbündneriscchenOberland,welche mit selten grossen und üppigenWaldreben überwachsen ist, ist kürzlich durchKauf in den Besitz der Schweizer Naturschutzkommission übergegangen. Ein zweites staatliches Pflanzenschutzgebietder Waldrebe liegt in den Rheinauen bei Sondernheim in der Rheinpfalz. Von der mundartlichen Bezeichnung„Liele" und „Niele" leiten sich nach Brandstetter eine Reihe schweizer. Orts- und Flurnamen ab, so Liele(Dorf im Kanton Luzern), Liele (Dorf im Kanton Aargau), Nielenstock im Muotatal etc., ebenso nach Jaccardvon dem französischen Patois-Namen „vuable" zwei Wälder in der französischen Schweiz vuabley und vaubloz.Knaben verwenden die Clematis-Sprosse gern beim Errichten von Laubhütten. Der mittlere gelbe Teil derRinde wird in Luzern gesotten und dient dann zu den sogenannten „Vollenschübeln", d. h. zum Zusammen-binden der Grasbündel (wohl Nardus), welche zum Seihen der Milch in die Holztrichter gelegt werden.
1089. Clematis Flämmula 1 ) L. Franz.: Clematite fiammele, C. brülante, C. odorante;
ital.: Fiammola, viticcio. Fig. 665.
Ausdauernd, mit vielköpfigem Wurzelstock. Stengel kletternd, höchstens am Grundeverholzend, sonst krautig, gerillt. Laubblätter einfach- oder meist 2-fach gefiedert, gegen-ständig. Fiedern langgestielt, meist aus 3 (4) eiförmigen, rundlichen bis linealen ganz-randigen oder 2- bis 3-gelappten Fiederchen bestehend. Blüten wohlriechend (nachMandeln duftend), in ziemlich reichblütigen Trugdolden, die zu grossen end- oder blatt-winkelständigen Rispen vereinigt sind. Blütenhüllblätter 4 bis 10 mm lang, weiss, schmal,kahl, stumpf, aussen mitschmalem weissfilzigemRan-de, abstehend bis zurückge-schlagen. Staubblätter gelb,zahlreich, kürzer als dieBlütenhüllblätter. Früchtebraun, schmal-eiförmig, ohneRandwulst, feinseidig be-haart bis kahl, mit bis 2 cmlangem, abstehend behaar-tem Schweif (Fig. 665c).— VI bis VIII.
Sehr selten in Ge-büschen und an Bäumen, anfelsigen Abhängen, anWein-gartenrändern; nur im süd-lichen Oesterreich.
Fehlt in Deutsch-land und in der Schweiz gänz-lich. Eingeschleppt (ob noch?)am Bahndamm bei Sablon süd-lich von Metz. In Oesterreicheinzig in Untersteiermark (an der
Fig. 665. Clematis Flammula L. a Habitus ('/s natürl. Grösse), b Fruchtstand
c Teilfrucht.
') Wohl nach dem brennenden Geschmack der Pflanze von lat. flämma = Flamme.