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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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lang. Samen braun, 3,5 bis 4 mm lang, ringsum von + parallelen, abstehenden, braunen,häutigen Schuppen besetzt (Fig. 645f, g). VII, VIII.

Selten in Laubwäldern, Schluchten, in jungen, lichten Schonungen auf humosemBoden, unter Gebüsch, an Abhängen, bewaldeten Felsen; einzig im östlichen Deutsch-land (besonders im Weichsel- und Brahegebiet) und östlichen Oe st erreich.

In Deutschland im östlichen Teil in Posen (Getau im Kreis Inowrazlaw, an der Brahe [Crone] undWeichsel im Kreis Bromberg), in Ostpreussen (mehrfach in den Kreisen Osterode, Mohrungen [Prinzwald], Allenstein,Orteisburg und Neidenburg) und Westpreussen (Löbau, Strasburg, Briesen, Thorn, Kulm [Lunauer Wald],Graudenz, Marienwerder, Rosenberg, Stuhm, Dirschau, Schwetz und Tuchel). In Oesterreich vereinzelt inBöhmen (einzig an der böhmisch-mährischen Grenze bei Hrebecov und M. Tfebovä kürzlich von Th. Noväkentdeckt), in Mähren (Punkwatal bei Blansko, zwischen der Mazocha und Sloup, Josefstal bei Adamstal, Frain[Eisleithen], Thayatal bei Hardegg, Milkow bei Littau) und in Niederösterreich (bloss im MerkersdorferForstrevier bei Hardegg). Fehlt in der Schweiz vollständig. Früher auch angebaut, so bei Jenalöbnitzunweit Jena. Diese Art wird von Wigand in Ostpreussen bereits 1583 genannt.

Allgemeine Verbreitung: Südöstliches Europa (westlich bis Niederösterreich,Mähren, Posen und Westpreussen), Sibirien, Altai, Himalaya, China, Japan.

Cimicifuga foetida ist eine typische pontische Spezies, welche in' Deutschland vor allem in denWeichselniederungen (fast an allen Zuflüssen der Weichsel mit Ausnahme der Radaune) zu Hause ist, woselbstsie besonders in jungen lichten Schonungen auftritt. Durch Vermittlung des Drewenz- und Ossagebietesgelangte sie wie Silene chlorantha (pag. 289) und Anemone silvestris auch nach Ostpreussen (nach Preuss). Die kleinen, weisslichen Blüten duften nach frischem Honig. Die Pflanze ist giftig und besitzt einen unan-genehmen Geruch. In Russland wird sie medizinisch verwendet.

CCXCV. Aquilegia 1 ) L. Akelei.

Ausdauernde, aufrechte Stauden mit kräftigem Wurzelstock. Blüten einzeln oder inarmblütigen Trauben, zwitterig, radiär (Fig. 658h), nickend. Blütenhüllblätter 5, kronblattartig,+ abstehend, hinfällig. Honigblätter 5, mit den Perianthblättern abwechselnd, kapuzenförmig,mit langem, an der Spitze meist gekrümmtem Sporn und breiter, aufrechter Platte. Staub-blätter zahlreich, in mehreren 5-zähligen Kreisen angeordnet, die innersten Kreise (5 oder 10)als breite, krause Staminodien (Parastemonen) entwickelt (Taf. 112, Fig. 3 c). Fruchtknotenin 1 oder in 2 5-zähligen Kreisen, aufrecht, schmal, allmählich in den ebensolangen Griffelverschmälert, vielsamig (Taf. 112, Fig. 5 d). Balgfrüchte aufrecht, quernetzaderig, langzylindrisch, mit kürzerem Schnabel. Samen gross, glatt, glänzend.

Die Gattung umfasst ca. 55 unter sich sehr nahe verwandte Arten, welche über die nördlichegemässigte Zone verbreitet sind (vgl. hierüber besonders Rapaics, R. De genere Aquilegia. Botanikai Közle-menyek VIII. 1909). Mehrere Arten aus der Gruppe Longicornes, bei welcher der Sporn länger als diePlatte ist, werden bei uns neben nr. 1072 als Zierpflanzen (oft als Bastarde oder mit gefüllten Blüten) gehalten,so A. Skin'neri Hook, aus Guatemala, A. chrysäntha A.Gray aus Nordamerika, A. Canadensis L. ausNordamerika etc.

1. Sporn der Honigblätter hakenförmig eingebogen bis eingerollt. Blütenfarbe blau, dunkelviolett,rosa oder weiss. Verbreitet................, A. vulgaris nr. 1072.

1*. Sporn der Honigblätter gerade oder nur schwach gebogen............. 2.

2. Blüten sehr gross (5 bis 8 cm im Durchmesser), intensiv blau. Sporn so lang als die Platte. Endzipfelder Laubblätter mit langen schmalen Lappen. Alpen der Schweiz, von Vorarlberg und Tirol A. alpina nr. 1073.

2*. Blüten kleiner.............................. 3.

3. Laubblätter + behaart, nicht drüsig-klebrig. Blattabschnitte eiförmig bis rundlich. Ostalpen

A. Einseieana nr. 1074.

3*. Laubblätter auf der Ober- und Unterseite drüsig-klebrig. Blattabschnitte lineal-länglich. Selten in

den südlichen Kalkalpen....................A. thalictrif ol i a nr. 1075.

') Die Deutung des Namen steht nicht fest (lat. äquila = Adler?, aqua = Wasser?). Die hl. Hildegard(gest. 1179) nennt unsere Pflanze Acheleia, Agleia.