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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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d(e)r Heck (Elsass), Gretl in der Huk (Baden), Gretli im Hegli (Aargau), Greatli im Strus(St. Gallen), Jumfer in't Grön, in Hären (Nordwest!. Deutschland), Brut [= Braut] im Grüana(St. Gallen). Die schweizerischen Benennungen Spinnbluma, Spillmugge [= Spinne] gehen auf einenVergleich der Hochblätter mit der Spinne. Heimat: Mittelmeerländer und Kleinasien (ausserdem hie und daverwildert). Pflanze einjährig, 20 bis 45 cm hoch. Stengel aufrecht, ästig, kahl. Laubblätter mehrfach fieder-teilig, mit pfriemlichen, sehr schmalen, spitzen Zipfeln. Blüte von einem Kranz überragender, den Stengel-blättern gleichgestalteter Hochblätter umgeben. Blütenhüllblätter hellblau bis weiss, mit kurzem Nagel(letzterer kürzer als die Platte). Unterlippe des Honigblattes + ganzrandig, gewimpert, ohne Fortsätze; Ober-lippe flach, blattartig. Staubblätter ohne Konnektiv-Fortsatz. Fruchtknoten völlig verwachsen, mit fastwagrecht abstehenden Narben. Frucht kahl, blasig aufgetrieben (Fig. 644 c, d). Samen schwarz, querrunzelig(Fig. 644e). Nigella Damascena wird in mehreren Sorten (einfachbläulich, einfach weiss, gefüllt bläulich,gefüllt weiss, niedrig [20 bis 25 cm hoch] und stark verzweigt) gezogen und ist besonders als Schnittblumefür Bouquets beliebt. Mehrfach ist N. Damascena als vorübergehender Gartenflüchtling beobachtet worden.Nicht allzu selten kommen vergrünte Blüten (Perianth- und Honigblätter nehmen dabei die Gestalt der geschlitztenLaub- und Honigblätter an) vor, Vermehrung der Carpelle (bis 7), Umwandlung einzelner Staubblätter in Car-pelle etc. 2. N. Hispänica L. ( = N. amcena Salisb.), aus dem südlichen Spanien. Blütenhülle lilablau bispurpurn, grösser als bei N. Damascena. Honigblätter mit drüsigen Spitzen. 3. Nigella sativa L.(= N. Indica Roxb., = N. truncäta Viv.). Schwarzkümmel. Wird zum Unterschied vom echten Kümmelals Kookäem, Kookämel (Nordwestl. Deutschland), Schwarzkümmel, schwarzer Kreuzkümmelbezeichnet. Franz.: Toute epice. Fig. 644 f bis i. Heimat: Südeuropa oder Westasien. Stengel bis 40 cm hoch,einfach oder verzweigt, + behaart. Laubblätter mehrfachfiederspaltig, mit lanzettlichen bis linealen Abschnitten,die obersten von der Blüte entfernt. Blütenhüllblätter milchweiss, an der Spitze grünlich oder bläulich, in einennur kurzen Nagel zusammengezogen. Unterlippe der Honigblätter 2-lappig, jeder Lappen in einen stumpfenHöcker endigend; Oberlippe pfriemlich (Fig. 644g). Staubblätter ohne Konnektivfortsatz. Fruchtknoten bis zurSpitze verwachsen, mit gleichlangen, aufrechten Griffeln, warzig. Samen kantig, querrunzelig. Die Samenvon N. sativa waren früher offizinell (Semina Nigellae seu Melanthü oder Semina Cumini), weshalb die Pflanzeangebaut (heute noch auf Feldern bei Erfurt und Söflingen bei Ulm) wurde. Sie enthalten ein aetherisches (0,60 °/o)und ein fettes (32%) Oel. Besonders wurden sie bei Verschleimungen des Darmkanals und der Lungen, dochauch gegen Würmer und Gelbsucht angewendet. Die Pflanze wird bereits im Kapitulare Karls des GrossenalsGit K genannt. Im 16. Jahrhundert heisst der SchwarzkümmelSchwarzer Koriander". Die Samen, welchebeim Zerreiben gewürzig riechen, werden in Südeuropa dem Brot beigemischt. In Griechenland werden siemit Sesamkörnern auf Brot gestreut. Die alte BezeichnungBrotwurz" weist auch auf diesen Brauch hin(nach Fischer-Benzon).

1068. Nigella arvönsis L. (= N. latifölia MilL, = N. tenuifiora Gilib., = N. glaücaSchkur, = N. unguiculäta Stokes). Acker-Schwarzkümmel. Franz.: Nielle bätarde,

poivrette commune. Taf. 112, Fig. 2.

Einjährig, 7 bis 40 cm hoch. Stengel aufrecht, meist verzweigt, kahl. Laubblätterstengelständig, 2- bis 3-fach fiederspaltig mit sehr schmallinealen Zipfeln. Blüten einzeln,endständig, aufrecht, von den obersten Laubblättern entfernt, 2 bis 3 cm im Durchmesser.Blütenhüllblätter 5, 10 bis 15 cm lang, sehr breit eiförmig bis rundlich, mit kurzer Spitze,plötzlich in den ebensolangen Nagel verschmälert, hellblau mit grünen Adern, gegen dieSpitze zumeist grünlich. Kronblätter sehr klein, benagelt, 2-lippig, zu Honigblättern um-gewandelt. Unterlippe breit-eiförmig, grün mit blauen Querstreifen, behaart, in 2 an derSpitze verdickte Abschnitte auslaufend; Oberlippe schmal, lang zugespitzt, kürzer (Taf. 112,Fig. 2 a). Staubblätter zahlreich (bis 48), grüngelb, mit spitzem Konnektiv (Taf. 112,Fig. 2 d). Fruchtblätter 3 bis 5, bis zur Mitte verwachsen, mehrsamig, mit langem Griffel.Balgfrüchte glatt oder + rauh, 14 bis 15 mm lang, mit 10 bis 12 mm langen, gedrehtenSchnäbeln. Samen zahlreich, ca. 2 mm lang, fast schwarz, feingekörnelt (Taf. 112, Fig. 2c). VII bis IX.

Zerstreut auf Aeckern, Brachäckern, an Wegen, auf Schuttplätzen der Ebene(Schwäbische Alp bis 700 m); stellenweise ganz fehlend oder nur eingeschleppt und vorüber-gehend, so im nordwestdeutschen Flachlande, in Schleswig-Holstein, Mecklenburg, Pommern,

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