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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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West- und Ostpreussen, Salzburg, Tirol, Kärnten, Graubünden und im grössten Teil derOstschweiz.

Allgemeine Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa (in Belgien und Holland nureingeschleppt), Nordafrika, Vorderasien.

Aendert wenig ab: f. typica Beck. Balgkapseln fast glatt. f. verruculösa Beck. Balgkapselnvon zahlreichen Wärzchen rauh. Obere Stengelblätter etwas rauh.

N. arvensis, welche Art bereits im Jahre 820 aus dem Klostergarten zu St. Gallen (Schweiz) erwähntwird, tritt in Mitteleuropa stellenweise als Unkraut in Getreidefeldern und auf Stoppelfeldern (besonders aufschweren Kalk- und Tonböden) auf, zuweilen in Begleitung von Polygonum Convolvulus und aviculare, Calaminthaacinos, Veronica agrestis, Anagaliis arvensis, Camelina microcarpa, Scleranthus annuus, Sonchus oleraceus, Crepistectorum, Myosotis intermedia, Sinapis arvensis, Convolvulus arvensis, Delphinium Consolida (Fig. 487), Melandriumalbum, Papaver Rhoeas, Euphorbia helioscopia, Erodium cicutarium, Vicia hirsuta, Trifolium arvense, Adonisaestivalis etc. In Oberbaden wurde die Pflanze in Gesellschaft der seltenen Crassula rubens, von Erucastrumobtusangulum und Neslea paniculata beobachtet. Zuweilen erscheinen die Samen als Verunreinigung in der Rot-kleesaat. Als Bestäuber kommt fast nur die Honigbiene (seltener auch eine Hummel-Art) in Betracht. Gelegentlichwurden schon Blüten mit petaloid ausgebildeten Carpellen konstatiert.

CCXCII. Isopyrum 1 ) L. Muschelblümchen, Tolldocke.

Die Gattung umfasst ca. 30 Arten der nördlichen gemässigten Zone (mehrere Arten im zentralenAsien, Japan und Nordamerika). In Europa (Mittelmeergebiet, Mitteleuropa) kommt einzig die folgende Art vor.

1069. I. thalictrofdes L. (= I. aquilegioides L., = I. thalictrifölium Gilib., = I. älbumDulac, = Helleborus thalictroides Lam.). Wiesenrautenblättriges Muschelblümchen.

Taf. 113, Fig. 4 und Fig. 645 i.

Ausdauernd, 10 bis 30 cm hoch. Grundachse kriechend, dünn, mit büschelförmigangeordneten, fast wagrechten, fleischigen Seitenwurzeln. Stengel zart, schlank, aufrecht,kahl, im unteren Teile unverzweigt, blattlos, im oberen verzweigt, beblättert, mehrblütig,am Grunde von breiten, scheidenartigen, fast weissen Niederblättern umgeben. Grund-ständige Laubblätter kahl, lang gestielt, doppelt 3-zählig, gefiedert, mit breit-eiförmigen,stumpfen, stumpfgelappten bis handförmig geteilten Abschnitten, blaugrün überlaufen.Stengelblätterden grundständigen Blättern gleichgestaltet, jedoch fast ungestielt, nach oben ein-facher werdend, mit 2 kurzen ohrförmigen Nebenblättern. Blüten einzeln an 1 bis 3 cmlangen, dünnen, blattachselständigen Blütenstielen, 1 bis 2 cm im Durchmesser. Blütenhüll-blätter blumenblattartig, meist (4) 5 (6), länglich-eiförmig, weiss, deutlich geädert, hinfällig.Honigblätter 5, 1 bis 1,5 mm lang, tütenförmig (Taf. 113, Fig. 4a). Staubblätter zahlreich.Fruchtknoten meist 2 (1 bis 3), mit 2-reihig angeordneten Samenanlagen und kurzem Griffel.Balgfrüchte breit-eiförmig, seitlich flach zusammengedrückt, abstehend, mit dem kurzennach einwärts gebogenen Schnabel ca. 10 mm lang, mehrsamig. Samen eiförmig (Fig. 645 i),ca. 3 mm lang, kurzgeschnäbelt. IV, V.

Hie und da in feuchten, humosen Auenwäldern, in lichten, feuchten Laubwäldern,bewaldeten Schluchten, an Bergbächen, unter Gebüsch; nur in der Ebene.

In Deutschland nur im östlichen Ostpreussen (Karalene [ob noch], Vw. Gurdzen im Kreis Stallu-pönen, Rastenburg, Wmdkeimer Gebüsch und Drengfurt im Kreis Rastenburg, Käuxtertal bei Kreuzburg imKreis Preussisch-Eylau, Guttstadt, Glottauer Wald und Knopener Wald am Leimangelsee im Kreis Heilsberg,um Vorwerk bei Pr.-Mark, Liebwalde und Miswalde im Kreis Mohrungen, Buchwalder Forst im Kreis Alien-stein und zwischen Schönkau und Wilmsdorf im Kreis Neidenburg), Westpreussen (mehrfach im Kreis Thornan der Weichsel etc., Marienpark bei Ostrometzko, Prien und Elisenthal im Kreis Kulm, Ossa-Abhang beiRoggenhausen und SchVvetz sowie zwischen Bogdanken und Mendritz im Kreis Graudenz, Trankwitz bei Christ-burg im Kreis Stuhm, Wengern im Kreis Marienburg, Fürstenau im Kreis Elbing und Lubochin im KreisSchwetz), Posen (Orlawald im Kreis Koschmin, Crone a. d. Brahe und Rozanno im Kreis Bromberg, D. Czersk,

') Pflanzenname bei Dioskorid Mat. med. IV 120 und Plinius Hist. nat. XXVII 94; jedenfalls nichtfür unsere Art, sondern eher für eine Fumariacee geltend.