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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Fig. 637. Verbreitungskürtchen der Gattung- Callianthemum in der Alpenkette (z. T.

nach Witasek): C. c oriandr if olium Rchb. (punktiert und Punkte), C. rutifolium Rchb.

(schraffiert) und C. Kernerianum Freyn (Kreuze).

drüse (Fig. 638 c). Staubblätter zahlreich. Fruchtknoten zahlreich, sehr kurz gestielt,

mit einer seitlich an der Bauchnaht befestigten, hängenden und epitropen Samenanlage

(Fig. 638 d). Einsamige

Balgfrucht geschnäbelt

(Fig. 638 e), netzaderig,

selten glatt, nur wenig

länger als dick.

Die systematischeStellung dieser Gattung istetwas unklar und unsicher;sie wird deshalb sowohl zuden Helleboreen wie zu denAnemoneen gestellt. Von derGattung Ranunculus (mit R.glacialis haben die Vertretergrosse habituelle Aehnlich-keit), mit welcher sie die ein-samige Schliessfrucht (Fig.638 e) gemeinsam hat, unter-scheidet sie sich durch diehängende (bei RanunculusSamenanlage grundständig)Samenanlage. Nach den Un-tersuchungen von Johanna

Witasek (Verhandl. der Zoolog.-botan. Gesellschaft Wien XLIX [1899J, pag. 316) umfasst die Gattung9 Arten, welche sich in die beiden Sektionen Rutaefölia (Honigblätter schmal, fast lineal. Grund-ständige Laubblätter den Stengel überragend. Umriss der Blätter dreieckig) und Coriandrif olia (Honig-blätter breit. Grundblätter niedriger als der Stengel. Umriss der Blätter eiförmig bis elliptisch) gliedern. Diemeisten Arten gehören der hochalpinen Region an und steigen bis an den Rand des ewigen Schneeshinan. In Europa finden sich nur die 3 unten näher beschriebenen Arten (Fig. 637); die übrigen Artengehören den Gebirgen von Zentralasien an. In den Alpen sind die 3 Arten sehr ungleich verteilt. Das grössteVerbreitungsareal besitzt C. coriandrifolium, welche Art besonders in den Zentralalpen von Tirol, Kärnten,Salzburg und Steiermark zu Hause ist. C. rutifolium weist ein ziemlich eng begrenztes Gebiet in den nord-östlichen Kalkalpen (Nieder- und Oberösterreich und Steiermark) auf; es zählt ähnlich wie Dorönicum calcareum,Hieracum Neilreichii, Draba stellata, Soldanella Austriaca und Euphorbia Austriaca zu den neu-endemischenTvpen der norischen Gruppe. Noch beschränkter ist das Areal des südalpinen C. Kernerianum, welche Art (?) zuden Endemismen ähnlich wie Melandrium E'lisabethae (pag. 304), Saxifraga Tombeanensis und arachnoidea,Daphne petraea und l'rimula spectabilis der tridentinischen Gruppe angehört. C. rutifolium und coriandri-folium sind mehrfach (auch im wilden Zustande) mit gefüllten Blüten angetroffen worden. Beide Arten eignensich gut für die Kultur in alpinen Anlagen.

1. Honigblätter breit-eiförmig, fast stets weiss. Grundständige Laubblätter sich bereits zur Blütezeitentwickelnd, ihre unteren Fiedern kurz gestielt...........C. coriandrifoliumnr. 1059.

1*. Honigblätter schmal, lineal bis keilförmig, meist rötlich. Grundständige Laubblätter zur Blütezeitnoch unentwickelt.................................2.

2. Pflanze gross (5 bis 22 cm hoch). Blüte 3 bis 3,5 cm im Durchmesser. Frucht netznervig, mitdem Schnabel 4,5 bis 5 mm lang und 2 mm dick. Zerstreut in den nordöstlichen Kalkalpen. C. rutifolium nr. 1057.

2*. Pflanze klein (3 bis 6 cm hoch). Blüte 3,5 cm im Durchmesser. Frucht glatt, mit dem Schnabel3 bis 4 mm lang und 2,5 mm dick. Südtirol (Monte Baldo etc.)......C. Kernerianum nr. 1058-

1057. Callianthemum rutifolium (L.) Rchb. (= var. anemonoides Hooker, = C. ane-monoides Schott, = C. coriandrifölium Willk. nee Rchb., = Ranunculus rutaefolius L. nee All.,= R. anemonoides Zahlbr., = R. nemorösus Rutae folio Parkinson, = R. praecox I Rutaefolio Clusius). Rautenblätterige Schmuckblume. Taf. 110, Fig. 5, 637, 638d, e.Ausdauernd, 5 bis 22 cm hoch, kräftig, 1- oder mehrstengelig. Wurzelstock kurz,faserig. Stengel aufrecht, kahl, unverzweigt, 1- (sehr selten 2- oder 3-) blutig. Grund-