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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (im Süden nur im Gebirge;nördlich bis Norwegen, bis zum 71°), Kaukasus, arktisches Nordamerika.

Aendert etwas ab: var. typicus Beck (= var. vulgaris Roepert, = var. alti'ssimus DC, = var.genm'nus Huth). Stengel kräftig, 1- bis 3-blütig, 30 bis 50 cm hoch. Blütenhüllblätter kugelig zusammen-schliessend, zahlreich, zitronengelb, alle rundlich und stumpf oder die äusseren an der Spitze gezähnelt, meist 2bis 2,7 cm lang (Häufig). Hieher gehört ferner: f. latisectus Beck. Blattzipfel bis zur Mitte 3-spaltig,weniger tief gezähnt. f. medius (Wenderoth) Rchb. (= var. napelliförmis Hegetschw., = T. napelliföliusRoepert, = var. multifidus Willk.). Blätter bis zum Grunde tief 3-spaltig, mit tief einschneidenden Abschnittenund schmäleren, tiefer gesägten Zipfeln. var. involucrätus Beck (= var. viridis [Mielichhof] Maly, = T.viridifldrus Schur, = T. chloränthus Hausm.). Aeussere Blütenhüllblätter aussen grün, innen gelb, dreizähnig.Zähne gesägt, sonst wie vorige Form (Selten). var. hümilis (Crantz) DC. (= var. humilior Koch, = T.minimus Wender.). Stengel 1-blutig, 10 bis 15 cm hoch. Aeussere Blütenhüllblätter stumpflich, aussen grün,innen gelb, 10 bis 13 mm lang, weniger zusammenschliessend. Das oberste Stengelblatt der Blüte oft genähert(Gebirgsform). var. tomoglössus Rchb. Der Normalform sehr ähnlich, jedoch grösser und sehr gross-blütig. Zunge der Honigblätter am Ende quer abgeschnitten. Staubbeutel linealisch, kürzer als die Staubfäden(Schweiz: bei Bex).

Die grossen, hellgelben, schwach duftenden Blüten sind homogam und stellen einen wirksamen Schau-apparat dar. Da die Perianthblätter nach innen zusammenschliessen (sie schützen die Staubblätter vor Regen),gelangen besuchende Insekten (Dipteren, Hymenopteren, Coleopteren) zuerst in die Mitte der Blumen, d. h.auf die Narben und bewirken daselbst ziemlich regelmässig Fremdbestäubung. Immerhin ist spontane Selbst-bestäubung bei ausbleibendem Insektenbesuch unvermeidlich, weil die äusseren Staubblätter die Narben über-ragen. Als Bestäuber kommen Bienen, Hummeln, Fliegen und kleine Käfer in Betracht. Gelegentlich sind dieHonigblätter oder auch die Staubblätter zu grossen, den Perianthblättern gleichen Gebilden umgeformt, die Blütenalsodoppelt". Ausserdem wurde unter der Blüte am Blütenstiel schon ein petaloid gefärbtes, einfach elliptischesBlattgebilde konstatiert. Wie die meisten Hahnenfussarten mit scharfem Safte ist auch Trollius giftverdächtig. Die Art ist bogenvag. Sie ist besonders für die Berggegenden charakteristisch, während sie imTiefland stellenweise (Rheinebene, Odenwald, nordwestdeutsche Tiefebene [bereits im Flachland vonHannover fehlend], dagegen im östlichen Mecklenburg und im nordwestlichen Schleswig) gänzlich fehlt. In denAlpen erscheint Trollius häufig als Bestandteil der mesophilen, oft gedüngten Bergwiesen mit Ranunculusaconitifolius und montanus, Melandrium rubrum, Poa alpina, Phleum alpinum, Deschampsia caespitosa. Carexferruginea, Veratrum album, Crocus albiflorus, Polygonum viviparum, Rumex arifolius, Potentilla aurea, Lotuscorniculatus, Anthyllis, Geranium silvaticum, Thesium alpinum, Silene venosa, Geum montanum, Alchemillaalpestris, Primula elatior, Gentiana verna und Bavarica, Veronica serpyllifolia, Crepis aurea, Homogyne alpina,Cirsium spinosissimum, Aquilegia atrata, Anemone alpina, Euphrasia Salisburgensis und minima, Trifoliumnivale, Meum Mutellina, Campanula Scheuchzeri, Leontodon hispidus etc. Andrerseits wird Trollius auch aufden Mooren (Parvocaricetum, Schoenetum, Trichophoretum) der Hochebene angetroffen, hier gern in Begleitungvon Primula farinosa, Pinguicula vulgaris, Parnassia, Succisa pratensis, Cirsium rivulare, Thalictrum aquilegi-folium, Pimpinella magna, Sanguisorba officinalis, Scorzonera humilis, Crepis paludosa, Gentiana asclepiadea,Sesleria caerulea, Tofieldia calyculata, Spiraea filipendula etc. In einzelnen Hochmooren von West- und Ost-preussen (z. B. im Kreis Tuchel) kommen als Begleitpflanzen von Trollius in Betracht: Cnidium venosum, Pedi-cularis Sceptrum Carolinum, Orchis maculatus, latifolius und incarnatus, Listera ovata, Piatanthera bifolia,Thalictrum aquilegifolium, Crepis praemorsa, Inula salicina, Radiola linoides, Pirola rotundifolia, Calamagrostisneglecta, Carex flacca, Salix livida (pag. 40), repens und aurita, Betula humilis etc.

CCLXXXVIII. CalHänthemum 1 ) Meyer. Schmuckblume, Jägerkraut.

Ausdauernde, meist niedrige Kräuter mit kurzem, kräftigem Wurzelstock, 1- odermehrstengelig. Stengel kahl, grün bis rot, 1- bis 3-blütig, meist einfach mit 1 bis 2 stengel-ständigen, mehrfach fiederförmig zusammengesetzten Laubblättern, am Grunde von den haar-förmigen Resten der Blattscheiden und -stiele umgeben. Grundständige Laubblätter blau-grün, langgestielt, mehrfach fiederförmig zusammengesetzt. Blüten weiss oder rosa. Peri-anthblätter 5 (10), fast kelchartig, j+ breit - eiförmig, hinfällig, bedeutend kürzer als dieHonigblätter; die letzteren 5 bis 20, lineal bis eiförmig, am Grunde goldgelb, mit nackter Honig-

') Gr. y.a/.ög [kalös] = schön und uvdf-ßov [anthemon] = Blume.