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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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sehr kurzen, etwas gekrümmten Schnabel gerundet-verschmälert. Blätter klein, höchstens 7 cm breit, vorngekerbt, an den Oehrchen gekerbt-gezähnt. Blütenhüllblätter 10 bis 12 mm lang (Besonders in den Zentralalpen).Die grossen, dottergelben Blüten, welche sich im Sonnenschein zu einer Fläche von 4 cm Durch-messer ausbreiten, sind homogam. Der Nektar wird von 2 flachen Vertiefungen zu beiden Seiten des Frucht-knotens und zwar in reichlichem Masse abgesondert, so dass die Tröpfchen der benachbarten Vertiefungenzusammenfliessen. Die Blüten werden von Dipteren, Hymenopteren, Neuropteren und Coleopteren häufigbesucht. Die Samen vermögen auf dem Wasser zu schwimmen. Die Pflanze schmeckt scharf und ist gift-verdächtig (ein Alkaloid ist nachgewiesen, aber noch nicht rein dargestellt worden), weshalb sie vom Viehnicht berührt wird und den Landwirten als Unkraut verhasst ist. Gelegentlich werden Blütenknospen in Essigeingemacht und finden als Surrogat statt Kappern Verwendung. In verschiedenen Städten werden die jungenPflanzen als erstes Geschenk des Frühjahrs von der Jugend feilgeboten. Gefüllte Exemplare werden ab und zuin Gärten kultiviert. Verlaubung der Perianthblätter, petaloide Staubblätter und durchwachsene Blüten könnenab und zu beobachtet werden.

CCLXXXVII. TrÖllillS 1 ) L. Trollblume.

Die Gattung umfasst za. 12, im gemässigten und arktischen Europa, in Zentral- und Ostasien, impazifischen und atlantischen Nordamerika verbreitete Arten. Ausser nr. 1056 wird gelegentlich der dunkel-orangeblütige Trollius Asiäticus L. (östliches Russland, Nordasien) in Gärten angetroffen.

1056. Trollius Europäeus L. (= T. altissimus Crantz, = T. globösus Lam., = T.montänus Salisb., = T. rotundiflorus Stokes). Franz.: Trolle cTEurope, boule d'or; engl.:Mountain globe flower; ital.: Luparia, paparia, vulparia, Taf. 110, Fig. 8 und 638 f.

Nach den runden Blütenköpfen heisst die Pflanze in der Schweiz: Rolla (auch in Württemberg),Troldara, Alp-, Berg-, Riet-, Gänse-, Bach-, Moos-, Rigi-, Einsiedler-, Bure-, GoldroIIa,Schwaberolle, Rolleblueme: Toni [zu Tonne?] (Schweiz), Golden Knoopkes (untere Weser),Blasenkropf (Böhmerwald), Kappala (Schwab. Alb), Kopple (bayer. Schwaben), Kugeis chmerchelvgl. Caltha pag. 457] (Riesengebirge), Glotz- Klotzblume [zuglotzen"!] (Nassau, Thüringen). Auf diegelbe Blütenfarbe gehen Butterrosen, Butterblume, Butterkogel (bayerisch-österreichisch), Butter-bällel, Ankenbälleli (Schweiz). Schmalzpullen, -blumen (Tirol), Eierblom, -dötter (Schleswig),Eierquatsch (Erzgebirg), Runkeln, Krunkeln (Weichseldelta), Rugala (St. Gallen) gehören jedenfallszu Ranunculus'. Im romanischen Graubünden heisst die Art bots S. Cuncrest (Bergün).

Ausdauernd, 10 bis 60 cm hoch, aufrecht. Grundachse kurz, reichfaserig. Stengelmeist unverzweigt mit einer einzigen aufrechten, endständigen Blüte (selten 2- bis 3-blütig),kahl. Laubblätter handförmig geteilt, polygonal, oberseits dunkelgrün, unterseits heller,kahl, mit + tief lappig-gesägten Zipfeln; die grundständigen lang gestielt, die stengel-ständigen sitzend und meist 3-zählig. Blüten bis 3 cm im Durchmesser, zitronengelb.Blütenhüllblätter + 10 (5 bis 15), goldgelb bis grüngelb, seltener grün, bis 2,7 cm lang,fast kreisrund, ganzrandig, kugelförmig zusammenneigend. Honigblätter 5 bis 10, sehrschmal, schwach keulenförmig, an der Spitze löffelartig verbreitert, so lang als die Staub-blätter, im untern Teil gelenkförmig gebogen, mit freier Honigdrüse, hellgelb (Taf. 110,Fig. 3a; Fig. 638f). Staubblätter und Fruchtknoten zahlreich, letztere langgestreckt undvöllig frei. Balgfrüchte + 12 mm lang, queraderig, durch den ca. 3 mm langen Griffelrestgeschnäbelt, mehrsamig (Taf. 110, Fig. 3b, c). Samen schwarz glänzend, 1,5 mm lang, eiförmig(Taf. 110, Fig. 3d). V. VI (vereinzelt nochmals im Herbst).

Zerstreut auf feuchten, moorigen Wiesen, Mooren, auf Waldwiesen, an Waldrändern,unter Gebüschen, in Karfluren, meist gesellig. Besonders in der Bergregion, vereinzelt bis in dieAlpen (2800 m). Fehlt im nordwestdeutschen Flachland vollständig, jedoch wieder in Schleswigund in Mecklenburg.

l ) Anscheinend aus dem Deutschen genommenes latinisiertes Wort (lat. trülleusmit dem Begriffe des Runden, Kugeligen (vgl. oben die deutschen Namen).

rundes Gefäss)

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