Druckschrift 
3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
Entstehung
Seite
454
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

454

11. Honigblätter stets vorhanden....................... 12.

11*. Honigblätter fehlend.......................... 17.

12. Hochblätter seidigzottig. Griffel zur Fruchtzeit verlängert und behaart Anemone (z. T.) CCXCVIII.12*. Hochblätter und Griffel kahl....................... 13.

13. Laubblätter in schmallineale Zipfel geteilt. Früchtchen ganz oder doch unten verwachsen.Einjährige Kräuter........................... Nigella CCXCI.

13*. Laubblattzipfel nicht schmallineal. Früchtchen frei............... 14.

14. Laubblätter doppelt zusammengesetzt. Blüten weiss....... Isopyrum CCXCII.

14*. Laubblätter hand- oder fussförmig geteilt oder nur eingeschnitten......... 15.

15. Honigblätter löffelförmig (Taf. lll,Fig.3a). Perianthblätter gelb, 10 bis 15. Früchtchen zahlreich.

Trollius CCLXXXVII.15*. Honigblätter röhrig-trichterförmig oder becherförmig (Taf. 111, Fig. 2a, 3a, 4b) . . . . 16.

16. Perianthblätter gelb, hinfällig, 5 bis 8. Stengel 1-blütig....... Eranthis CCXC.

16*. Perianthblätter grün, weiss oder rosa, 5 oder 4, bleibend . . . Helleborus CCLXXXIX.17- Laubblätter ungeteilt, herzförmig-kreisrund bis nierenförmig, gekerbt . Caltha CCLXXXV1.17*. Laubblätter zusammengesetzt oder in schmallineale Zipfel geteilt.........,18.

18. Laubblätter zusammengesetzt. Früchte wenig zahlreich (2 bis 5) . . . Paeonia CCLXXXV.18*. Laubblattzipfel schmallineal. Früchte zahlreich, eine Aehre bildend . . . Adonis CCCIII.

19. Hinteres (oberes) Perianthblatt helmförmig, zwei lange, kapuzenförmige Honigblätter einschliessend.

Aconitum CCXCVII.19*. Hinteres (oberes) Perianthblatt gespornt........... Delphinium CCXCVI.

CCLXXXV. PaeÖnia 1 ) L. Pfingstrose. Franz.: Pivoine; engl.: Paeony;

ital.: Peonia.Ausdauernde, meist stattliche Kräuter mit krautartigem oder verholzendem Stengel.Grundachse knollig-verdickt (Fig. 635 c). Laubblätter mehrfach geteilt. Blüten zwitterig,strahlig, einzeln endständig. Kelchblätter meist 5, bleibend grün oder in die Kronblätter über-gehend; letztere 5 bis 8, rot oder weiss, selten gelb, grösser als der Kelch. Staubblättergelb, zahlreich, am Grunde in einen die Fruchtknoten + einschliessenden Drüsenring ver-einigt. Fruchtknoten wenig zahlreich, kahl oder behaart, mit sehr kurzem Griffel undfast sitzender, breiter Narbe, dickwandig. Frucht eine derbe, ungeschnäbelte mehrsamigeBalgfrucht. Samen gross, zahlreich, in 2 Reihen zu beiden Seiten der Bauchnaht ange-ordnet (Fig. 633g), anfangs oft rot, später tief dunkelblau, glänzend, mit 2 Integumenten(das äussere das innere etwas überragend, vgl. Fig. 635 e).

Der Name Pfingstrose, in'/Tirol auch Pf ingstpappe I , in Oberösterreich Pf ingst Iocken undin der Schweiz (Thurgau) Pf ingstblu m en , bezieht sich auf die Blütezeit. Da die Blüten am Fron-leichnamstag (Antlass, Prangertag") als Schmuckfür die kirchliche Feier (Umgang") finden, heissensie Antlassrosen, Prangerrosen (Altbayern).Ablissrosi [die Ablasswoche beginnt am Fron-leichnamsfeste] (Schweiz), Kirchenro se (Eifel).Kirchenblume (Nassau),Chilcharosa, Chil-che(n) -Blume (Schweiz), Unserherrgotts-rose (Vorarlberg), Heerabluama, Pfaffa-rosa (St. Gallen). Auf die grosse, runde Blütedieser in Bauerngärten häufigen Pflanze deutenhin Fustros (nordwestl. Deutschland), BaHe-ros« (Nahegebiet), Knopfrosen [Knospen-gestalt !j (Kärnten)), Pumpelruse (Nordböhmen,Niederösterreich), Pumprose (Gotha), Buer-rose (nordwestl. Deutschland), Kaurose (nord-westl. Deutschland), Perdsros (Luxemburg),Buebarose (Schweiz). Die Balgfrücht werden

dieser soll mit der bei Theophrast genannten Pflanze

Fig. 634. Gefüllte Pfingstros

Phot, V. Zünd. München.

) Nach Paeon, dem Gott der Heilkunde;naicovia Pluto geheilt haben.