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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Tirol. Für die Schweiz noch unsicher (im Osten eventuell noch aufzufinden). Ausserdem selten angepflanzt,so in Steiermark (durch Hölzl in den Erlafsee bei Mariazeil) und angeblich um Nürnberg (Dutzendteich).

Allgemeine Verbreitung: Skandinavien (nördlich bis 67° 58' nördliche Breite),Norddeutschland, Mitteleuropa (westlich bis Elsass-Lothringen, südlich bis Steiermark undTirol), Sibirien (östlich bis Irkutsk).

Diese Art ändert in der Ausbildung der Früchte folgendermassen ab:

I. rar. oocärpa (Caspary) Conard. Frucht eiförmig, länger als breit. Hieher gehört 1. subvar.aperta Con. mit geöffneten Blüten und mit gelber (f. xanthosti'gma Con.) und roter Narbe (f. erythro-stigmaCon.), Letztere Form tritt mit roter (subf. erythro cärp a Con.) und grüner Frucht auf (subf. chloro-cärpa Con.). 2. subvar. semiaperta Con. (= Nymphaea biradiäta Somm., = N. semiaperta Klinggr.,= N. neglecta Hausleutner). Blüten nur halb geöffnet, glockenförmig. Dieselbe kommt mit roter (subf.rubella Schuster [= subf. erythrocärpa Con.]) und grüner (subf. virescens Schuster [= subf. chlorocärpaCon.]) Frucht vor.

II. var. sphaeroides Con. Frucht kugelig, breiter als hoch. Hieher gehört 3. subvar. pätulaSchuster (= subvar. aperta Con.). Blüten geöffnet mit roten (subf. purpuräscens Schuster [= subf.erythrocärpa Con.]) und grünen (subf. oliväcea Schuster [= subvar. chlorocärpa Con.]) Früchten. 4. subvar.campanuläta Schuster (= subvar. semiaperta Con). Blüten nur halb geöffnet, glockenförmig, mit roten(subf. ämans Schuster [= subf. erythrocärpa Con.]) und grünen (subf. sperans Schuster [= subf. chloro-cärpa Con.]) Früchten.

Nach Schuster sind die beiden Arten durchkeine Uebergangsformen nichthybriden Charakters, sondernnur durch Bastarde verbunden. N. alba L. X N. 'Candida Presl (= N.boreälis Camus) wurde mehrfach inOstpreussen (Komin- und Stobainsee bei Schvvuben, kl. Torfsee bei Helga, See von Hochwalde, Rentienen,Leimangelsee, Skandasee) und Westpreussen (See von Mlewiec, Krummer See bei Grubno, Borownosee) beobachtet.

CCLXXXIII. Nüphar 1 ) Smith (= Nympheea L. em. Salisb.). Teichrose, Mummel.Wasserpflanzen mit kriechendem Rhizom und auf der Wasseroberfläche schwimmendenBlättern. Laubblätter grün, sehr selten rotbraun gefärbt, ohne Nebenblätter. Seitennervender Schwimmblätter dreimal gabelig verzweigt (Fig. 630a). Kelchblätter 5, selten dahinter noch4 bis 7 (im ganzem also bis 12), gelb, bleibend. Kronblätter zahlreich, mehrmals kürzer als dieKelchblätter, spateiförmig, am Rücken-mit einer Honigdrüse. Staubblätter zahlreich, obengestutzt, mit zurückgeschlagenen Antheren (Fig. 626 p), unterständig. Fruchtknoten undFrucht flaschenförmig, 10- bis 16-fächerig, beerenartig, unregelmässig aufspringend. Narbeschildförmig, 10- bis 16-strahlig. Samen zahlreich, gross, ohne Arillus (Taf. 109, Fig. 2b).Keimling mit deutlichen Keimblättern.

Die Gattung ist mit 12 Arten in der gemässigten, arktischen und wärmeren Zone der nördlichenHalbkugel verbreitet. In Europa kommen nur die beiden nachbenannten Arten vor; in Nordamerika N. advenaAit. (in Europa in botanischen Gärten kultiviert), N. minimum Sm. (= N. Kalmiänum Ait. und N. poly-s ep alum Engelm. Die Blätter der beiden Gattungen Nymphaea und Nuphar lassen sich leicht aus der Nervaturerkennen. Bei Nymphaea zweigen die Seitennerven gegen den Rand hin rechtwinkelig ab und anastomosieren.bei Nuphar gabelt sich ziemlich regelmässig jeder Seitennerv in zwei Seitennerven zweiter Ordnung, welchesich ihrerseits wieder in zwei Seitennerven dritter Ordnung teilen, um sich dann kurz vor dem Rande nochmals zugabeln (Fig. 630). Auf Grund der Nervatur lassen sich auch fossile Blattreste leicht erkennen. So stellt nachSchuster die als Nymp hüte s Rhoen ensi s Fr. Kurtz beschriebene Art aus dem unteren Miocaen von Sieblosin der Rhön ein typisches Nymphaeablatt dar. Samen von Nuphar luteum (vielleicht auch von N. pumilum)sind in den Pfahlbauten der Schweiz nachgewiesen worden, praeglaciale kennt man aus dem Cromer Forestbed.

Während N. luteum ein ganz analoges Verbreitungsgebiet wie Nymphaea alba aufweist und bereitszur Tertiärzeit in Mitteleuropa vorhanden war, gehört N. pumilum ursprünglich der skandinavischen Flora an.Von hier aus erfolgte die Einwanderung nach Mitteleuropa wahrscheinlich während der Eiszeit. Dafür sprichtdas heutige isolierte Vorkommen der Art in Mitteleuropa (wie andereReliktpflanzen" vorzüglich in denMoränenlandschaften und in der montanen Region), ferner der Umstand, dass N. pumilum in den Juraseen, vonFrankreich seine Westgrenze findet, sowie die Leitpflanzen der nordisch-skandinavischen Facies (Betula humilis,Carex microglochin). In Mitteleuropa (pag. 447) erscheint N. pumilum vor allem in den Moränengebieten des nörd-lichen Deutschlands, dann im Mittelgebirge, zerstreut am Nordfusse der Alpen und ganz vereinzelt in der Alpenkette.

: ) Der Ursprung des Namens steht nicht fest.