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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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1009. Alsine tenuifölia Crantz (= Minuärtia tenuifolia Hiern, = Arenaria tenuifolia L,= A. dichötoma Moench, = A. aristäta Raf., = Sabulina tenuifolia Rchb.). Fein-blätterige Miere. Fig. 611 f bis h.

Einjährig, 5 bis 15 (20) cm hoch, normal kahl, nicht drüsenhaarig. Grundständigeunfruchtbare, dichtbeblätterte Sprosse fehlend. Stengel 1 bis viele, zart, ziemlich steifaufrecht, vom Grunde an lockerästig, meist kahl, ziemlich entfernt beblättert, oft violettüberlaufen. Laubblätter priemlich-lineal, fast borstenförmig, spitz, 3-nervig, etwas abstehend,zuweilen ± zurückgekrümmt, oberseits flach, unterseits konvex, am Grunde etwas bauchigerweitert, in den untern Blattachseln kleine Blattbüschel treibend. Blüten in lockeren, rispen-artigen Trugdolden, einzeln, gabel- und endständig. Blütenstiele fadenförmig, ziemlichlang, die unteren 4 bis 6 mal so lang als der Kelch. Kelchblätter eiförmig-lanzettlich,sehr spitz, 3 bis 4 mm lang, grün, schmal, weisshautrandig, 3-nervig, kahl. Kronblätteretwa halb so lang als der Kelch, elliptisch oder lanzettlich, stumpf, nach dem Grunde zuverschmälert, weiss. Kapsel länger als der Kelch (Fig. 612 h). Samen klein (0,4 bis 0,5 mmbreit), fein runzelig. V bis VII.

Zerstreut, aber stellenweise ganz fehlend (z. B. in Nieder- und Oberösterreich, Kärnten,Böhmen, Mähren, Ost- und Westpreussen, Norddeutschland [einzig bei Oslebshausen beiBremen seit ca. 1860 eingebürgert] etc.) auf Sandfeldern, Strassenmauern, Bahndämmen,sandigen Aeckern, in Hohlwegen, in der Ebene (selten höher, im Wallis bis 1560 m).Ausserdem zuweilen (besonders in Bahnhöfen) verschleppt.

Allgemeine Verbreitung: Europa (nördlich bis Südschweden, Nordafrika,Westasien, Sibirien.

Aendert wenig ab: var. läxa (Jordan) Willk. Kelchblätter feiner zugespitzt. Früchte schlanker.Aeste feiner und mehr abstehend. Südliche Form, auch im Wallis. var. hybrida (Vill.). Willk. Dervorigen Varietät entsprechend, aber drüsenhaarig (Westschweiz). Eine ähnlich zarte, dicht verästelte und hell-grüne Form mit langdrüsigen Kelchen (also gegen Alsine viscosa neigend 1) wurde von Murr in Südtirolbeobachtet.

1010. Alsine viscosa Schreber (= A. brevifolia Gilib., = A. tenuifolia Crantz var. viscosaMert. et Koch, = var. tenella Fenzl, = var. viscida Gren. et Godr., = Arenaria pentändraDufour, = Alsinella viscosa Hartm., = Minuärtia viscosa Schinz et Thellung, = Sabulina

viscosa Rchb.). Klebrige Miere. Taf. 106, Fig. 8.

Einjährig, 2,5 bis 10 cm hoch, im Habitus der vorigen Art, jedoch in der Regelwenigstens oberwärts drüsig behaart, ausnahmsweise kahl (var. gläbra Marsson). Grund-ständige sterile Sprosse gleichfalls fehlend. Stengel vom Grunde an dicht aufrecht-ästig,dicht wagrecht-abstehend, drüsenhaarig-klebrig (oft mit Sandkörnchen besetzt), nur derunterste Teil zuweilen kahl, meist violett überlaufen. Laubblätter pfriemlich - lineal, amGrunde nicht stark bauchig erweitert. Blüten durchschnittlich etwas kleiner. Kelch-blätter schmal lanzettlich, 2 bis 2,5 mm lang, 3-nervig, feiner zugespitzt und schmäler alsbei A. tenuifolia, so lang oder länger als die Kapsel (Taf. 106, Fig. 8 b), wie die Trag-blätter dicht drüsig, grün, schmal hautrandig. Kronblätter weiss, halb so lang als derKelch. Kapsel so lang oder kürzer als der Kelch. Samen 0,3 mm breit, radiär gerillt,am Rand furchig. V bis VII.

Zerstreut stellenweise ganz fehlend (z. B. in Nordwestdeutschland [vereinzelt nochbei Kiel, Segeberg, Plön], Alpenländer, Kärnten), auf sonnigen, trockenen Grasplätzen, anWeinbergrändern, in Kiefernwäldern (pag. 291), auf Kiesboden, Brach- und Saatfeldern, aufsandigen oder sandig-lehmigen Aeckern der Ebene.

Allgemeine Verbreitung: Zerstreut in Süd- und Mitteleuropa (nördlich bisSüdschweden), Kleinasien, Syrien.