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Oberösterreich (selten) und in Südtirol (im Vintschgau aufwärts bis Glurns). In der Schweiz nur Im west-lichen und südlichen Teil in den Kantonen Waadt, Wallis (im Rhonetal aufwärts bis Naters und Brigerberg),im Jura (ausser Solothurn) und im Tessin.
Allgemeine Verbreitung: Süd- und zerstreut in Mitteleuropa (nördlich bisMainz und bayerisches Donaugebiet), Nordafrika.
Aendert wenig ab: var. pubescens Koch. Pflanze flaumig. Blattstiele, Blütenstiele und Kelchabstehend-drüsenhaarig (Selten). — var. Tridenti'na Murr. Stengel vom Grunde an reichlich verzweigt. Aestebogig aufsteigend, seltener vollkommen niederliegend. Laubblätter zahlreich, lang und sehr fein. Verkürzteblühende Aeste die ganzen Stengel bezw. Aeste entlang; die endständigen Cymen locker und oft ausgebreitetmit auffallend ungleichen Aesten (Südtirol: Trient).
Diese äusserst charakteristische AIsine-Art gehört der südeuropäisch-pcntischen oder xerothermenFlora an. Auf den oberelsässischen Kalkvorhügeln erscheint sie nach Issler als Bestandteil der Bromus erectus-Heide oder der Vegetation sonniger Felshänge neben Stipa pennata (Bd. 1, pag. 203), Melica ciliata (Bd. I, pag. 289),Arabis auriculata, Helianthemum Fumana, Potentilla arenaria, Aster Linosyris, Allium sphaerocephalum, Isatistinctoria, Hutchinsia petraea, Linum tenuifolium, Althaea hirsuta, Dictamnus albus, Genista pilosa, Geraniumsanguineum, Trinia glauca, Bupleurum falcatum, Peucedanum Cervaria und P. Alsaticum, Asperula glauca etc.
1004. Alsine mucronäta L. (= A. rostrata Fenzl, = Arenaria rostrata Pers., = A.saxätilis Vill., = Minuärtia mucronäta Schinz et Thellung, = Sabulina mucronäta Rchb.).
Geschnäbelte Miere. Fig. 609p bis^s.
Ausdauernd, 5 bis 15 cm hoch, dichtrasig. Stengel zahlreich, aus aufsteigendemGrunde aufrecht, oberwärts büschelig verzweigt. Laubblätter pfriemlich-borstig, 3-nervig,im unteren Teil des Stengels dichtgedrängt. Blüten] endständig, büschelig-trugdoldig, kurz-gestielt. Blütenstiele kaum länger, meist kürzer als der Kelch. Kelchblätter lanzettlich, sehrspitz, knorpelig, weiss, mit 1 bis 2 grünen Mittelstreifen (Fig. 609 s). Kronblätter weiss,länglich, wenig kürzer als der Kelch. Staubblätter 10. Antheren gelb, seltener bleichrosa.Kapsel länger als der Kelch (Fig. 609 r). Samen nierenförmig, stachelig-rauh. — VII, VIII.
Selten und sehr zerstreut in Felsspalten, an Mauern, auf Schutt der Alpentäler,von 900 bis 2800 m; auf Urgestein.
Fehlt in Deutschland gänzlich. In Oest'erreich einzig in Tirol (Vintschgau: Sonnenberg beiSchlanders [hier mit Ephedra], Gadria bei Laas, Schlandernauntal, Eingang des Martelltales; Castell Camozzibei Stenico). In der Schweiz vereinzelt im Wallis (in den südlichen Seitentälern hauptsächlich von Anniviersbis Binn) und in Graubünden (um Zernez bis 1600 m, von Lavin, Guarda bis Ardez, Tarasp im Unterengadin).
Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Zentralfrankreich, Südalpen (vom Wallisbis Südtirol).
Etwas vom Typus verschieden ist die f. robüsta (Jord.) G. Beck. Blütenstände robuster, aberlockerer. Kelchblätter breiter und weniger spitz, gleichlang. Kronblätter grünlichweiss, breiter, länglich-eiförmig.Staubkolben bleichrosa, nicht gelb (Frankreich, Wallis, Piemont, Lombardei).
Diese wenig auffallende Art ist wie Lychnis Flos Jovis (pag. 297) als ein Produkt der südalpinenTäler anzusehen. Im Engadin (bei Zernez ca. 1600 m) findet sie sich auf den sonnenverbrannten Abhängen(Hornblendeschiefer) neben Tunica saxifraga (pag. 316), Dianthus Silvester (pag. 330), Erysimum Helveticum,Digitalis ambigua, Phleum Boehmeri, Lilium croceum, Laserpitium marginatum, Potentilla argentea, Turritisglabra, Plantago serpentina, Festuca Vallesiaca, Koeleria gracilis, Leontodon hispidus var. pseudocrispus, Sem-pervivum tomentosum, Lathyrus Silvester, Saponaria ocymoides (pag. 345) etc.
1005. Alsine setäcea Mert. et Koch (= Minuärtia setacea Hayek, = Arenaria saxätilisL., — A. setacea Thuill., = A. heterömalla Pers., = A. saxätilis Loisel., = Sabulina setacea
Rchb.). Borsten-Miere. Fig. 611a bis d.Ausdauernd, bis 15 cm hoch, ausgebreitet-rasig. Grundachse fruchtbare undunfruchtbare Sprosse treibend. Stengel zahlreich, aufsteigend, sehr schlank, unten schwachkurzhaarig, oben kahl. Laubblätter pfriemlich-borstig, spitz, schwach 3-nervig, nach derBasis zu gewimpert, oft etwas zurückgekrümmt, die untern und die der unfruchtbarengedrungen, die obern entfernt. Blüten in endständigen, lockeren, 3- bis 6-blütigen Trug-