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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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weiss. Blüten etwas kleiner als beim Typus. Selten in den Südalpen, so in Kärnten (Obir), Südtirol (um Bozenbei Stenico, Denno, Rovereto, am Monte Baldo etc ), in der Schweiz (Brusio im Puschlav), Oberitalien usw.(Vgl. Gremli,,Neue Beiträge zur Flora der Schweiz. Heft V [1890], pag. 71).

4. subsp. rigidum Vitm. (= C. ciliätum Waldst. et Kit., = C. laricifölium Vill., = C. arvense L.var. valde hirsütum Hausm.) Fig. 605 e, f. Pflanze dichtrasig, starr, bis 20 cm hoch. Stengel 1- bis 3-blütig,fein borstig-zottig behaart. Laubblätter steif, lineal, stumpf, am Rande (ganz oder nur am Grunde) borstigbewimpert (Fig. 605 f), in den Blattachseln kurze Blattsprosse erzeugend. Blütenstiele dicht abstehend oderetwas zurückgekrümmt, fein borstig-zottig (niemals kurz-drüsig), stets aufrecht bleibend. Tragblätter breit-hautrandig bis fast vollständig trockenhäutig. Südliche Alpen (von der Dauphinee bis Obersteiermark undKroatien), Apennin; anscheinend nur auf Kalk. Hieher gehört auch C. Beckiänum Handel-Mazzetti etStadimann (Oesterr. Botan. Zeitschr. 1905 pag. 433) Aehnlich, aber Stengel oberwärts sowie die Blütenstieleund die Kelchblätter dicht kurzdrüsig-behaart. Blütenstand 1- bis 9-blütig. In Bosnien konstatiert, dochvielleicht auch in den südlichen Kalkalpen aufzufinden.

Die proterandrischen, gynodioezischen Blüten werden reichlich von Insekten (besonders Dipteren undHymenopteren) besucht. Gelegentlich können auch tetramere Blüten beobachtet werden. C. arvense scheintstellenweise zu wandern, wenigstens wurde es in Ostpreussen bei Insterburg und Lyck erst neuerdings beob-achtet (nach Abromeit). Ebenso kannte Linne innerhalb Schweden nur einen einzigen Fundort (in Schonen);heute aber ist die Pflanze auch im Norden (Dalekarlien, Nordland) von ca. 70 Stellen bekannt.

987. Cerastium tomentösum L. (= C. repens L., = Stelläria repens Scop., = S.tomentösa Link). Filziges Hornkraut. Ital.: Erba lattaria. Fig. 605 g bis k.

Ausdauernd, 15 bis 30 cm hoch, rasenbildend, in der Tracht von C. arvense subsp.arvum, aber dicht weissfilzig behaart (Fig. 605 h). Grundachse kriechend, zahlreiche ver-zweigte, aufrecht blühende und nichtblühende Sprosse erzeugend. Laubblätter etwasentfernt, lineal-lanzettlich oder lineal, in den Achseln meist Blattsprosse tragend, wie dieStengel, Blütenstiele, Trag- und Kelchblätter von weissen, schlängelig-krausen Haaren(Fig. 605 k, 1, m) wollig-filzig. Trugdolde 7- bis 15-blütig. Blütenstiele aufrecht. Trag-blätter breit-hautrandig. Offene Blüte 12 bis 18 mm im Durchmesser. Kelchblätter haut-randig (Fig. 605 i). Kronblätter doppelt so lang als der Kelch, auf 1 /z zweispaltig. Kapsel-zahne vorgestreckt oder zurückgekrümmt. V bis VII.

Diese aus dem östlichen Südeuropa und aus dem Kaukasus stammende Art wird bei uns häufig inGärten (zu Einfassungen) oder auf Friedhöfen (im Allgäu ähnlich wie Achillea Ptarmica und Atropa Bella-donna) als Zietpflanze gezogen und deshalb nicht selten in oder in der Nähe von Ortschaften auf Mauern,steinigen Orten etc. verwildert angetroffen. Wirklich eingebürgert hat sie sich aber nirgends. Angeblich wild sollnr. 98/ in den Karawanken (Alpe Loibl) (vgl. Handel-Mazzetti, Zoolog.-botan. Gesellschaft Wien, 1908, pag. 204)vorkommen. Das alte C. tomentösum im Sinne Linne's besteht nach Correns (Oesterr. Botan. Zeitschrift Bd. LIX[19091. pag. 169) aus zwei sehr verschiedenen Arten, dem eigentlichen auf Italien beschränkten, echten C. tom en-tosum L. emend. und dem auf Griechenland beschränkten C. can didi ss imum Correns, welche zweiFormen sich vor allem in der Haarbildung und Kapsel unterscheiden. C. tomentösum besitzt einfache, nichtsternförmig-verzweigte Haare (Fig. 605k) und eine zartwandige Kapsel, deren Zähne deutlich nach aussenumgebogene Seitenränder aufweisen. Bei C. candidissimum dagegen wird der Filz aus ästigen, fast sternförmigenHaaren gebildet (Fig. 605 1. m). Die Kapsel ist derber, die Zähne sind fast oder vollkommen flachrandig unddeutlich bis zu einem Halbkreis zurückgekrümmt. In den Gärten wird fast ausschliesslich C. tomentösumkultiviert und zwar bereits seit dem 16. Jahrhundert.

Von Bastarden werden aus Mitteleuropa genannt: 1. Cerastium caespitosum Gilib. X C.glomeratum Thuill. (= C. sterile Hausskn.). Thüringen. 2. C. glutinosum Fr. X C. semi-decandrum L. Trient in Südtirol (vgl. Murr in Allgem. Botan. Zeitschr. 1905, pag. 5). 3. C. alpinum L.bezw. f lanatum X C.arvense L. subsp. strictum Gaud. (= C. Brüggerianum Dalla Torre et Sarnthein).Graubünden (Piz Padella, Albula) und Tirol (Niedertal bei Vent, Scarlpass ob Taufers, Hühnerspiel). 4. C.Carinthiacum Vest X C. latifolium L. (= C. mixtum Huter). Angeblich in Tirol (Pustertal).Unsicher ist ferner C. pseudoalpinum Murr vom Brennergebiet in Tirol (vielleicht ein C. striatum x fontanum.Vgl. hierüber Dalla Torre et Sarnthein. Die Farn- und Blütenpflanzen von Tirol, Vorarlberg und Liechten-stein. H.Teil [1909], p. 146).