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ganz krautig, laubblattartig und die obern dann schmal, hautrandig oder fehlend. Blüten-stiele ungefähr so lang als die Blüte, dicht abstehend kurzhaarig und meist zerstreut drüsig,nach dem Verblühen wagrecht abstehend. Offene Blüte 14 bis 20 mm breit. Kelchblättereilanzettlich, spitz, 7 bis 8 mm lang, zottig behaart, breit trockenhäutig berandet. Kron-blätter tief herzförmig ausgerandet, reinweiss, fast doppelt so lang als der Kelch. Kapsellänglich, vorn etwas gekrümmt, ungefähr l /t bis doppelt so lang als der Kelch (Fig. 602 k).Samen 1,2 mm breit, undeutlich nierenförmig, flachgedrückt, braun, auf den Flachseitenziegelartig beschuppt. — VII bis IX.
Zerstreut an Felsen, auf steinigen Triften, im Gerolle der Alpen, von ca. 1900 bis2800 m, vereinzelt auch tiefer (bis 1400 m); besonders auf Urgestein oder auf kalkarmer Unter-lage (fehlt in Niederösterreich gänzlich). Oft übersehen oder mit anderen Arten verwechselt!
Ausser der Alpenkette ganz vereinzelt auf einzelnen Mooren der oberbayerischen Hochebene (Haspelmoor[ob noch?], Strassbergmoor bei Augsburg, Wertachleite bei Strassberg, zwischen Dachau und Lochhausen).
Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Alpen, Karpaten, Balkan, arktische Zone,Schottland, Ural, Altai, Nordamerika.
Aendert ab: f. glanduh'ferum Koch. Stengel oberwärts nebst den Blütenstielen drüsig-behaart(Selten). — f. lanätum auct. (= C. villösum Baumg., = C. eriöphorum Kit., = C. lanuginösum Willd., = C.bombycinum Schur). Pflanze dicht lang und kraushaarig, die Blattrosetten in krause weisse Wolle eingehüllt,aus der Ferne daher grau erscheinend. Stengel meist 2- bis 3-blütig (Selten). — f. glutinösum Koch.Stengel oberwärts nebst den Blattstielen von Drüsen stark klebrig. — f. gläbrum Willd. (= C. glabratumHartm., = C. glaberrimum Lapeyr., = C. petrösum Schur). Pflanze ganz kahl (Selten). — f. PilatenseSiegfried. Pflanze dicht drüsig, daneben struppig haarig, nach unten kahler, gelbgrün. Laubblätter schmäler,spitz (Schweiz). — f. aträtum (Lapeyr.) Rouy et Fouc. (= C. viscosissimum Schur, = C. Soleirölii Ser.,var. glutinöso-lanätum Facchini). Ausser dem gewöhnlichen Haarkleid sind noch ausserordentlich lange, feine,wollüockige, gebogene und drüsige Haare vorhanden (z. B. Fassa in Südtirol).
986. Cerastium arvense L. (= C. mutäbile arvense Gren., = Centünculus arvensis
Scop., — Myosotis linearis Moench). Acker-Hornkraut. Engl.: Field chickweed.
Taf. 105, Fig. 3 und 4, Fig. 605 e, f und 606.
Nach der weissen Blütenfarbe nennt man unsere Pflanze wohl mit anderen ähnlichen AlsineenKeesblom (Untere Weser); weisse Glöckel (Böhmerwald); weisses Ge wit terblü mel [vgl. Veronica](Riesengebirge).
Ausdauernd, 5 bis 30 cm hoch, lockerrasig. Grundachse kriechend, ästig, zer-brechlich, niederliegende am Grunde wurzelnde, nichtblühende und aufsteigende Blüten-stengel treibend. Blühende Stengel aus liegendem Grunde aufsteigend oder aufrecht, kurz-haarig oder + flaumig, oberwärts in der Regel + drüsig, seltener dichtdrüsig oder Drüsenganz fehlend. Laubblätter lineal-lanzettlich oder länglich-lanzettlich (selten die obersteneiförmig), 12 bis 25 mm lang und 1 bis 4 (9) mm breit, spitz oder stumpflich, + anliegendbehaart bis grauflaumig, in den Achseln meist Blattknospen oder kurze beblätterte Aestetragend. Blüten zu einer 5- bis 15-blütigen, 'ziemlich gedrungenen Tnigdolde vereinigt.Tragblätter behaart, eilanzettlich, stumpf, ziemlich breit hautrandig. Blütenstiele drüsig-flaumig, nach dem Verblühen abstehend und an der Spitze umgebogen. Offene Blütetrichterförmig-glockig, 12 bis 20 mm breit. Kelchblätter eiförmig, 8 mm lang, häutigberandet, am Rücken spärlich drüsenhaarig. Kronblätter weiss, doppelt solang oder bei reinweiblichen Exemplaren so lang als der Kelch, bis auf 1 /i zweispaltig. Kapsel 1 bis 2 malso lang als der Kelch. Fruchtstiele aufrecht, 2 bis 4 mal so lang als der oft nickende Kelch.Samen braun, 0,8 bis 1 mm breit, grobwarzig, nach dem Rande hin fast stachelig-warzig.— IV bis IX.
Ziemlich häufig auf trockenen Wiesen, an Rainen, Bahndämmen, Acker- und Weg-rändern, Mauern, Stoppelfeldern, steinigen Abhängen, Felsen, auf Dämmen, Brachfeldern,