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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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ganz krautig, laubblattartig und die obern dann schmal, hautrandig oder fehlend. Blüten-stiele ungefähr so lang als die Blüte, dicht abstehend kurzhaarig und meist zerstreut drüsig,nach dem Verblühen wagrecht abstehend. Offene Blüte 14 bis 20 mm breit. Kelchblättereilanzettlich, spitz, 7 bis 8 mm lang, zottig behaart, breit trockenhäutig berandet. Kron-blätter tief herzförmig ausgerandet, reinweiss, fast doppelt so lang als der Kelch. Kapsellänglich, vorn etwas gekrümmt, ungefähr l /t bis doppelt so lang als der Kelch (Fig. 602 k).Samen 1,2 mm breit, undeutlich nierenförmig, flachgedrückt, braun, auf den Flachseitenziegelartig beschuppt. VII bis IX.

Zerstreut an Felsen, auf steinigen Triften, im Gerolle der Alpen, von ca. 1900 bis2800 m, vereinzelt auch tiefer (bis 1400 m); besonders auf Urgestein oder auf kalkarmer Unter-lage (fehlt in Niederösterreich gänzlich). Oft übersehen oder mit anderen Arten verwechselt!

Ausser der Alpenkette ganz vereinzelt auf einzelnen Mooren der oberbayerischen Hochebene (Haspelmoor[ob noch?], Strassbergmoor bei Augsburg, Wertachleite bei Strassberg, zwischen Dachau und Lochhausen).

Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Alpen, Karpaten, Balkan, arktische Zone,Schottland, Ural, Altai, Nordamerika.

Aendert ab: f. glanduh'ferum Koch. Stengel oberwärts nebst den Blütenstielen drüsig-behaart(Selten). f. lanätum auct. (= C. villösum Baumg., = C. eriöphorum Kit., = C. lanuginösum Willd., = C.bombycinum Schur). Pflanze dicht lang und kraushaarig, die Blattrosetten in krause weisse Wolle eingehüllt,aus der Ferne daher grau erscheinend. Stengel meist 2- bis 3-blütig (Selten). f. glutinösum Koch.Stengel oberwärts nebst den Blattstielen von Drüsen stark klebrig. f. gläbrum Willd. (= C. glabratumHartm., = C. glaberrimum Lapeyr., = C. petrösum Schur). Pflanze ganz kahl (Selten). f. PilatenseSiegfried. Pflanze dicht drüsig, daneben struppig haarig, nach unten kahler, gelbgrün. Laubblätter schmäler,spitz (Schweiz). f. aträtum (Lapeyr.) Rouy et Fouc. (= C. viscosissimum Schur, = C. Soleirölii Ser.,var. glutinöso-lanätum Facchini). Ausser dem gewöhnlichen Haarkleid sind noch ausserordentlich lange, feine,wollüockige, gebogene und drüsige Haare vorhanden (z. B. Fassa in Südtirol).

986. Cerastium arvense L. (= C. mutäbile arvense Gren., = Centünculus arvensis

Scop., Myosotis linearis Moench). Acker-Hornkraut. Engl.: Field chickweed.

Taf. 105, Fig. 3 und 4, Fig. 605 e, f und 606.

Nach der weissen Blütenfarbe nennt man unsere Pflanze wohl mit anderen ähnlichen AlsineenKeesblom (Untere Weser); weisse Glöckel (Böhmerwald); weisses Ge wit terblü mel [vgl. Veronica](Riesengebirge).

Ausdauernd, 5 bis 30 cm hoch, lockerrasig. Grundachse kriechend, ästig, zer-brechlich, niederliegende am Grunde wurzelnde, nichtblühende und aufsteigende Blüten-stengel treibend. Blühende Stengel aus liegendem Grunde aufsteigend oder aufrecht, kurz-haarig oder + flaumig, oberwärts in der Regel + drüsig, seltener dichtdrüsig oder Drüsenganz fehlend. Laubblätter lineal-lanzettlich oder länglich-lanzettlich (selten die obersteneiförmig), 12 bis 25 mm lang und 1 bis 4 (9) mm breit, spitz oder stumpflich, + anliegendbehaart bis grauflaumig, in den Achseln meist Blattknospen oder kurze beblätterte Aestetragend. Blüten zu einer 5- bis 15-blütigen, 'ziemlich gedrungenen Tnigdolde vereinigt.Tragblätter behaart, eilanzettlich, stumpf, ziemlich breit hautrandig. Blütenstiele drüsig-flaumig, nach dem Verblühen abstehend und an der Spitze umgebogen. Offene Blütetrichterförmig-glockig, 12 bis 20 mm breit. Kelchblätter eiförmig, 8 mm lang, häutigberandet, am Rücken spärlich drüsenhaarig. Kronblätter weiss, doppelt solang oder bei reinweiblichen Exemplaren so lang als der Kelch, bis auf 1 /i zweispaltig. Kapsel 1 bis 2 malso lang als der Kelch. Fruchtstiele aufrecht, 2 bis 4 mal so lang als der oft nickende Kelch.Samen braun, 0,8 bis 1 mm breit, grobwarzig, nach dem Rande hin fast stachelig-warzig. IV bis IX.

Ziemlich häufig auf trockenen Wiesen, an Rainen, Bahndämmen, Acker- und Weg-rändern, Mauern, Stoppelfeldern, steinigen Abhängen, Felsen, auf Dämmen, Brachfeldern,