Druckschrift 
3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
Entstehung
Seite
365
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

365

s au f V 3 zweispaltig, am Grunde grünlich und verdickt. Staubblätter 4 (selten 8 oder 10),halb so lang als die Krone. Griffel 4, selten 3 oder 5 (Fig. 601c). Kapsel länger als derKelch, 8-zähnig (Fig. 601 d). Samen warzig-punktiert. III bis VI.

Selten auf Dünen, in Tälern und sandigen Weiden des nordwestlichen Deutschlands.

Nach Junge (Verhandl. des naturw. Vereins Hamburg. 1909. Bd. XVII) einzig auf Helgoland sowieau f den nordfriesischen Inseln und Umgebung: Eiderstedt (Dünen von St. Peter), Amrum (verbreitet in deniJunen) und Sylt (Dünen von Hörnum und List). Wahrscheinlich auch auf Rom und vielleicht am sandigenFestlandstrande nördlich von Hoyer bei Tondern, jedoch kaum auf Föhr.

Allgemeine Verbreitung: Westliches Europa (von Spanien durch das westlicheFrankreich, Belgien, Holland bis westliches Norwegen, Grossbritannien, Faer-Oer), Korsika,Sardinien, Capraja.

C. tetrandrum ist eine unscheinbare westeuropäisch-atlantische Küstenpflanze, welche in der Zahlihrer Blütenteile stark wechselt. Nach Knuth (Blütenbiologie) sind einzelne Blütenblattkreise 4-zählig, anderedagegen 5-zählig und zwar sind Kelch und Krone meist 4-zählig, Staubblätter sind meist 5 vorhanden, währendgewöhnlich wieder 4 (seltener 3) Fruchtblätter vorkommen. Die Blüten sind homogam. Selbstbestäubung istoffenbar von Erfolg begleitet, da die Blüten ausserordentlich selten von Insekten besucht werden, aber gleich-wohl sämtliche Blüten Früchte ansetzen. Aehnlich wie Cochlearia Danica wird auch C. tetrandrum gelegentlichv on Schwebfliegen (Syritta pipiens L. und Eristalis sp.) besucht.

975. Cerastium semädecändrum 1 ) L. (= C. breviflorum Gilib., = C. pentdndrumKrock., = C. viscidum Link, = C. pellücidum Chaub., = C. rotundatum Schur, = StellariasemidecandraLink, = CentünculussemidecandrusScop.). S and- FI orn kraut. Fig. 601ebisp.

Ein- oder zweijährig, 1 bis 15 (30) cm hoch, meist hellgelbgrün (je nach demStandort aber auch trübgrün), in der Tracht von Holosteum umbellatum (pag. 377), kurz-, fastflaumhaarig, stets und meist reichdrüsig, 1- bis mehrstengelig, aufrecht oder niederliegend,nur blühende (keine un-fruchtbaren), niemals wur-zelnde Sprosse treibend.Laubblätter eiförmig odereiförmig - länglich, meiststumpf, behaart, die unternkurz gestielt und bald ver-trocknend. Blütenstand dol-denartig oder mit wenigendoldenartig verzweigtenAesten. Blütenstiele drüsigund kurzhaarig, nach demVerblühen zurückgeschla-gen. Tragblätter insgesamtbreithautrandig, an derSpitze mindestens auf l ji derLänge hautrandig (Fig. 601 i,k). Offene Blüte ca. 5 mmbreit (Fig. 601 f). Kelch-blätter eiförmig, spitz, 3 mmlang, breit hautrandig, kurz-haarig und drüsig, am Randeund an der Spitze kahl

halb

') semiStaubblätter.

Fig.601. Cerastium tetrandrum Curt. a Habitus ( 2 /s natürl. Grösse), b Blüte, c Frucht-knoten mit Griffeln, d Fruchtkapsel mit Kelch. C. se m idecan dr um L. «Habitus( s |5 natürl. Grösse). / Blüte, g Kronblatt, h Fruchtknoten mit Griffeln, i, k Tragblätter/ Fruchtkapsel mit Kelch, m,n, o,p Verschiedene Haarformen. C. pumilum Curt.q Habitus (natürl. Grösse), r Blüte, s Tragblatt. / Fruchtkapsel mit Kelch.

exa [deka] = zehn und dvijQ [aner] == Mann; 5-männig nach der Zahl der