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970. Cerastium cerastofdes (L.) Britton (= C. trigynum Vill., = C. stellarioidesHartm., = C. Lappönicum Crantz, = C. refräctum All., = Stellaria cerastoides L. neeSm., = Dichodon cerastoides Rchb.). Dreigrif feiiges Hornkraut. Fig. 600a bis d.
Ausdauernd, 5 bis 15 cm hoch, lockerrasig, kurzkriechende, zuweilen wurzelnde,am Grunde oft verholzende Stämmchen treibend. Stengel aus niederliegendem Grundeaufrecht, fast kahl (meist nur am obersten Stengelglied mit einer Haarreihe, selten ringsumbehaart). Laubblätter freudiggrün, dicklich, krautig, kahl, länglich-lanzettlich oder lineal-lanzettlich, die obersten fast eirund, 6 bis 9 mm lang, kahl oder am Grunde gewimpert,die unteren einander genähert, die oberen entfernter. Blüten in endständiger, lockerer,1- bis 3-blütiger Trugdolde. Tragblätter krautig, eilanzettlich, kahl. Blütenstiele schwachdrüsenhaarig-flaumig, nach dem Verblühen herabgeschlagen. Geöffnete Blüte 12 bis 18 mmim Durchmesser. Kelchblätter eilanzettlich, stumpf, 5 bis 6 mm lang, kahl, grün, mit durch-sichtigem Hautrand (Fig. 600 c, d). Kronblätter tief 2-spaltig, bis doppelt so lang als derKelch. Griffel in der Regel 3 (Fig. 600b), selten 4 oder 5. Kapsel fast zylindrisch, zuletzt bisdoppelt so lang als der Kelch, mit 6 stumpfen Zähnen sich öffnend (Fig. 600 d, 603h). Samenrundlich, körnig-runzelig, 0,7 bis 0,8 mm breit. — VII, VIII.
Zerstreut an feuchten, steinigen Orten, auf moorigen Stellen, in feuchten Runsen,auf kahlem, tonigem Lehmboden der Alpen, von ca. 1700 bis 3000 m, vereinzelt auchtiefer (Sellrain im Inntal in Tirol 1170 m). Besonders auf Urgestein.
Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Alpen, Karpaten, Apennin, Nordwest-Balkan, Kaukasus, östliche und westliche Arktis, Altai, Himalaya, Nordamerika.
Dieses arktisch-alpine Horn-kraut erscheint in den Alpen vorallem auf Urgestein, und zwar mitVorliebe in den Schneetälchen(hier mit Cardamine alpina, Salixherbacea, Meum Mutellina, Luzulaspadicea, Soldanella pusilla, Chry-santhemum alpinum, Arenariabiflora, Alchimilla pentaphyllea,Veronica alpina, Arabis caerulea,Gnaphalium supinum, Sibbaldiaprocumbens, Sedum alpestre, Poly-gonum viviparum [pag. 196], Po-lytrichum sexangulare) oder anfeuchten, quelligen Stellen, in Tüm-peln und kleinen Sümpfen, meistvergesellschaftet mit Epilobiumanagallidifolium und alsinifolium,Stellaria uliginosa (pag. 357), Saxi-fraga stellaris und aizoides, Erio-phorum Scheuchzeri, Carex Goo-
denowii, stellulata und lagopina, Juncus filiformis und triglumis, Gentiana Bavarica, Trichophorum caespitosum etc.
(vgl. auch Bd. II, pag. 20). — Die homogamen, in der Zahl der Fruchtblätter etwas schwankenden Blüten werden
nach Herrn. Müller in den Alpen von Fliegen besucht.
Fig.600. Cerastium ceras tö id es (L.) Britton. a Habitus ( 2 /r, natürl. Grösse), h Frucht-knoten mit Griffeln, c Junge Fruchtkapsel im Kelch, d Reife Fruchtkapsel. — C ano-malum Waldst. et Kit. e,f Habitus der blühenden und der fruktifizierenden Pflanze( 2 /5 natürl. Grösse), g Fruchtknoten mit Griffeln, h Reife Fruchtkapsel. i Samen.h, l Papillen desselben von oben und von der Seite.
971. Cerastium anömalum Waldst. et Kit. (= Stelläria viseida Bieb., = S. anomalaRchb., = S. dubia Bast., = S. sabulosa Fisch., = C. Mauritanicum Pomel, = Dichodon anö-malum Rchb., = Holösteum dichötomum C. Koch). Klebriges Hornkraut. Fig. 600f bis 1.
Einjährig, (3) 6 bis 30 cm hoch, nicht rasenbildend. Wurzel spindelförmig-faserig.Stengel aufrecht oder aufstrebend, meist einfach und nur oberwärts gabelästig (seltener