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weibliche gyndioecisehe oder gynomonoecische Stöcke vor. Ebenso werden 4-zählige Gipfelblüten (Griffelaber 3) erwähnt. An den vorjährigen, scheinbar abgestorbenen unterirdischen Trieben entwickeln sich imFrühjahr in den Blattachseln zahlreiche neue Knospen. S. ho'.ostea zählt nach Raunkiär zu den ,halbstauden-artigen Chamaephyten", deren Erneuerungsknospen gegen die äusseren Einflüsse gut geschützt sind (Fig. 599c).
965. Stellaria longifölia Mühlenb. (= S. Friesiäna Ser., = S. Mosquensis Bieb.).Nordische Sternmiere. Fig. 599 d bis k.
Ausdauernd, 10 bis 25 cm hoch, gelbgrün, lockerrasig. Stengel schlaff, zart, zer-brechlich, aus liegendem, wurzelndem Grunde aufsteigend (im Grase auch klimmend),vierkantig, oberwärts von abstehenden Papillen an den Kanten rauh (Fig. 599 e und f).Laubblätter hellgrün, sitzend, lineal-lanzettlich, nach dem Grunde verschmälert (die grössteBreite liegt über der Mitte), 32 mm lang und 2 bis 4 mm breit, am Rande und unterseitsauf dem Mittelnerven mit kurzen Papillen besetzt. Blütenstand mehrblütig, ebensträussig.Tragblätter unbewimpert, hautrandig oder + trockenhäutig. Blüten ziemlich klein (kleinerals bei S. graminea). Kelchblätter eilanzettlich, spitz, frisch undeutlich nervig, erst beimTrocknen am Grunde 3-nervig (Fig. 599 k). Kronblätter tief geteilt, so lang als der Kelch(Fig. 599g, h). Kapsel eilänglich, länger als der Kelch, dicker als bei S. graminea (Fig. 599i).Samen glatt oder sehr fein grubig. — VI bis VIII.
Zerstreut (im grössten Teil des Gebietes fehlend) in feuchten Wäldern, in Wald-brüchen, auf faulen Baumstrünken, überwachsenen Felsen, an grasigen Orten. In denAlpen vereinzelt bis 1900 m (Patscherkofel in Tirol).
In Deutschi and verbreitet in Ostpreussen (südlich bis zur Linie Pr. Holland—Osterode—Neidenburg:im Kreis Neidenburg selten), selten in Westpreussen (bei der Sommersiner Mühle im Kr. Tuchel), in Ober- undNiederschlesien (Petersdorf bei Primkenau, Wehrau bei Bunzlau, Schwarze Lache, Höfel bei Löwenberg,Lomnitz bei Hirschberg, Rosenberg, Königshuld, Lublinitz, Falkenberg [mehrfach], Woischnik, Emanuelssegen,Sohrau, Karlsbrunn), in der Oberlausitz (zw. Rietschen und Priebus) und in Thüringen (bei Paulinzelle hinterdem Heckenhaine), aber nicht in Pommern (Rückfort bei Danzig). In O esterreich sehr vereinzelt in Mähren(Zakowa hora und Frischau bei Saar), Schlesien (Brettsäge bei Karlsbrunn), in Böhmen (Krumau, Wittingau,Neuhaus im Böhmerwald, Hofowitz, am Berge Praha im Brdygebirge, Padrt, Langenbruck bei Oberplan), inTirol (Obladis, Oetztal, Ventertal, Sellrain, Gries, Lisensertal, Längental, Stubai- und Gschnitztal, ob Igls,Tulfes, Matrei, Gerlos, Prissianertal, Sterzing, Brixen, Villnös, Luttach, Antholz, Toblach, Winnebach, Windisch-matrei, Kais, Glocknergebiet, Lesacheralpe, Durnholz im Sarntal, Seiseralpe, Deutschnoven, Val Cadino, Sadole,Paneveggio usw.) und angeblich in Salzburg. In der Schweiz einzig im Oberengadin (Charnadüra beiSt. Moritz, zw. Samaden und Bevers, Blais naira).
Allgemeine Verbreitung: Nördliches und arktisches Europa, zerstreut inFinnland, Ostpreussen, selten im Mittelgebirge, in den Alpen, Tatra, Siebenbürgen.
Diese morphologisch wenig ausgesprochene Stellaria gehört zu den subarktisch-alpinen Spezies, welcheihr Hauptverbreitungsareal in der Subarktis haben, daneben aber vereinzelt in den Mooren des östlichen Deutsch-lands und Finnlands sowie selten im Mittelgebirge, in den Alpen und Karpaten auftreten. Aehnlich verhaltensich in dieser Beziehung Stellaria crassifolia (pag. 359), Juncus stygius und castaneus (Bd. II, pag. 163) etc. InMitteleuropa gehört S. longifölia stellenweise der Flora der Erlenbrüche an (vgl. Alnus glutinosa, pag. 93), hiermeist vergesellschaftet mit Calla palustris (Bd. II, pag. 136), Aspidium cristatum und spinulosum, Peucedanumpalustre, Senecio crispatus, Lycopus Europaeus etc. Gern findet sie sich auf oder am Grunde von Baumstrünken,wo sie dann zwischen Hylocomium splendens und triquetrum charakteristische Polster bildet.
966. Stellaria graminea L. (= S. arvensis Hoffm., = S. grandiflöra Gilib., = S. pani-culäta Pall., = Cerästium gramineum Crantz). Gras-Stern miere. Taf. 104, Fig. 7-
Ausdauernd, (3) 10 bis 50 cm hoch, lockerrasig, grasgrün. Stengel kahl, schlaff, auf-steigend, nach allen Seiten hin ausgebreitet, meist im Gebüsch klimmend, 4-kantig, einfachoder ästig. Laubblätter lineal oder lineal-lanzettlich, spitz, mit verschmälerter Basis sitzend,